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Unwetter über Altenburg – Schornstein stürzt ein

Starkregengebiet Unwetter über Altenburg – Schornstein stürzt ein

Der Raum Altenburg erlebte in der Nacht zu Sonnabend ein Starkregengebiet, das sich gewaschen hat. 59 Liter pro Quadratmeter notierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) an der Messstation Windischleuba am Rande der Skatstadt. „Dieser Wert erfüllt das Unwetterkriterium“, erklärte Diplom-Meteorologe Steffen Kleinert.

Folge des Unwetters: In der Altenburger Neugasse brach ein Schornstein vom Dach, beschädigte Autos.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Der Raum Altenburg erlebte in der Nacht zu Freitag ein Starkregengebiet, das sich gewaschen hat. 59 Liter pro Quadratmeter notierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) an der Messstation Windischleuba am Rande der Skatstadt. „Dieser Wert erfüllt das Unwetterkriterium“, erklärte Diplom-Meteorologe Steffen Kleinert.

Zwar handele es sich bei dieser Niederschlagsmenge um die 24-Stunden-Summe zwischen Donnerstag, 8 Uhr, und Freitagmorgen. „Doch der Großteil ging zwischen 22 und 2 Uhr nieder“, so Kleinert. Ursache dieses Unwetters war laut DWD ein Starkregenband, das vom Vogtland gen Norden bis in die Leipziger Tieflandsbucht zog. Über Altenburg erreichten die Regenmengen ihren Spitzenwert.

Das bekamen auch die Einsatzkräfte zu spüren. Die Niederschläge hielten in der Nacht zum Freitag zahlreiche Kameraden der Feuerwehren im Landkreis in Atem. Der nach ersten Recherchen schwerwiegendste Vorfall ereignete sich in Altenburg. Die Floriansjünger wurden am Donnerstagabend in die Neugasse gerufen. „Wir wurden um 23.07 Uhr von der Leitstelle alarmiert, dass vermutlich ein Blitz in das leerstehende Gebäude Neugasse 6 eingeschlagen hat und dabei der Schornstein sowie Teile des Daches eingestürzt sind“, berichtete der Chef der Altenburger Berufsfeuerwehr, Meik Zimny. Wegen der Blitzschlag-Vermutung seien neben der Berufswehr auch die freiwilligen Wehren Altenburgs sowie der Ortsteile mit ausgerückt.

Vor Ort habe sich der erste Verdacht allerdings nicht bestätigt. Vielmehr waren es vermutlich die Wassermassen von oben, die den Schlot des maroden Gebäudes einstürzen ließen. Dabei fielen auch Trümmer auf die Straße. „Dort wurden dadurch zwei geparkte Autos beschädigt, die später abgeschleppt wurden“, so Zimny. Der Gehweg ist nun abgesperrt. Ansonsten sei Altenburg von weiteren witterungsabhängigen Einsätzen verschont geblieben.

In Rositz hingegen kamen für die Floriansjünger gleich eine ganze Reihe von Einsätzen zusammen. „Wir haben mit Einsetzen des Regens umgehend die Kontrollen unserer Schwerpunktbereiche in Fichtenhainichen, am Pflaumenberg sowie an den Regenrückhaltebecken begonnen“, berichtete Steve Bauriedl-Lehmann von der Rositzer Feuerwehr. In Fichtenhainichen drohte das Wasser in mehrere Wohnhäuser zu laufen. „Wir haben dort eine Pumpe hingestellt – die Bewohner haben alles Weitere dann selbst organisiert“, so Bauriedl-Lehmann.

Am Pflaumenberg sei zudem der dortige Weg vom Wasser aus Richtung Lödla und aus dem Gerstenbach überflutet worden. „Nachdem das Wasser wieder weg war, sind wir am Freitagmorgen nochmals dorthin ausgerückt, um den abgelagerten Schlamm zu beseitigen“, so Bauriedl-Lehmann, der jedoch einschätzte, dass dieses Unwetter recht glimpflich über Rositz hinweggegangen sei. „Aber wenn weiterer Starkregen folgt, so wie es vorgesagt ist, kann es problematisch werden, denn alle Bäche und Gewässer sind randvoll und können nicht noch mehr Wasser aufnehmen“, schätzte er ein.

In Langenleuba-Niederhain war die Peniger Straße zwischen Nieder- und Oberhain in Höhe des Götzenbergs betroffen. Das Wasser der Leuba hatte sie in der Nacht rund 30 Zentimeter hoch überflutet, schilderte Bürgermeister Carsten Helbig. „Das war in der Spitze gegen 1.30 Uhr, eine Stunde später war die Straße aber wieder passierbar.“ Allerdings sei am Morgen die Wehr nochmals dorthin ausgerückt, um die Strecke zu reinigen. In Nobitz verlief die Nacht ruhig. „Wir hatten diesmal echt Glück und keine Einsätze“, konstatierte Ortsbrandmeister Thomas Herrmann.

Laut Deutschem Wetterdienst sind in der Nacht zu Freitag auch in der Nordregion erhebliche Niederschläge verzeichnet worden. In Meuselwitz 38 Liter pro Quadratmeter, in Starkenberg 43 Liter, was laut Steffen Kleinert zwar kein Unwetter war, aber zumindest eine „markante Wettererscheinung“.

Für die Einsatzkräfte und Gemeindeverwaltungen blieb es dennoch ruhig. „Wir haben lediglich Kontrollen entlang der Baumaßnahme an der Schnauder durchgeführt, dort war aber alles im Rahmen“, sagte der Meuselwitzer Stadtbrandmeister Martin Kühn.

Auch der Starkenberger Bauhof fand bei seinen Kontrollen am Freitag alles in guter Ordnung vor, so Chef Werner Kröber. Mehr zu tun hatten lediglich die Kollegen aus dem nahen Lucka. Sie rückten zu einem Einsatz in der Pegauer Straße aus. „Die Straße stand für eine knappe Dreiviertelstunde etwa zehn Zentimeter hoch unter Wasser“, berichtete Stadtbrandinspektor Svend Kunze. Die Kameraden hätten den Bereich vorübergehend abgesperrt und gesichert. Letztlich sei das Wasser jedoch zügig abgeflossen.

Keinerlei Einsätze im Zuge des Unwetters meldet die VG Pleißenaue. „Wir hatten lediglich einen erhöhten Abfluss in die Pleiße, ansonsten ist alles ruhig geblieben“, lässt Kreisbrandmeister Jan Röder wissen. Auch Gerd Reinboth, Bürgermeister von Windischleuba, sind keine Vorfälle zu Ohren gekommen – trotz des Niederschlagsspitzenwertes über seiner Gemeinde. „Doch die Pleiße ist jetzt ziemlich voll. Wenn es weiter regnet, könnte es problematisch werden.“

Von Jörg Wolf, Bastian Fischer, Kay Würker

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