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Altenburg Update: 23 Verletzte bei schwerem Buscrash in Altenburg
Region Altenburg Update: 23 Verletzte bei schwerem Buscrash in Altenburg
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14:23 08.03.2019
Ein schwerer Busunfall hat sich am Freitagmorgen auf der Zwickauer Straße ereignet. Quelle: Kay Würker
Altenburg

Der Rettungssanitäterin vom Deutschen Roten Kreuz, die Freitagfrüh gegen 8 Uhr ihren Dienst in der Rettungswache an der Zwickauer Straße in Altenburg antreten wollte, stand der Schreck noch gut eine Stunde später deutlich ins Gesicht geschrieben. An der stadteinwärtigen Haltestelle „Am Festplatz“ in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes war sie gegen 7.45 Uhr gerade aus dem Stadtbus der Linie „Z“ entstiegen.

„Und kurz danach gab es einen fürchterlichen Knall“, schildert die Frau. Ein Regionalbus der Linie 358 aus Gößnitz war in das Heck des haltenden Fahrzeuges gerast. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrerhaus völlig zerstört und die 40-jährige Busfahrerin eingeklemmt. Zahlreiche Scheiben splitterten. Beide Busse waren gut mit Passagieren gefüllt. Unter anderem fuhren um diese Zeit zahlreiche Schüler mit, die wie alle Insassen in beiden Fahrzeugen durch die Wucht des Aufpralls wild durcheinander stürzten. Viele verletzten sich.

Retter gehen vom Schlimmsten aus

„Wir mussten erst einmal vom Schlimmsten ausgehen“, schildert Altenburgs Feuerwehrchef Meik Zimny. Mit zahlreichen Verletzten habe man rechnen müssen – „mindestens“. Weshalb auch schon ein ganz spezielles Szenario für solche Katastrophen angedacht war, jenes, bei dem man sich auf die rasche Versorgung von besonders vielen Verletzten vor Ort einrichte. Dafür wären zusätzliche Einheiten des Katastrophenschutzzuges vom Landkreis in Marsch gesetzt worden, die ein richtiges Hilfslager auf dem in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Großen Festplatz aufgezogen hätten. „So weit musste es zum Glück nicht kommen“, so Zimny. Denn als die Freiwillige und die Berufsfeuerwehr Altenburg mit 20 Kameraden am Einsatzort eintrafen, hatten die Rettungssanitäter des benachbarten DRK bereits die Erstversorgung der Insassen übernommen.

Einsatz für die Rettungskräfte am Freitagmorgen: Auf der Zwickauer Straße waren zwei Busse zusammengestoßen. In den hauptsächlich mit Schulkinder besetzten Fahrzeugen wurden mehrere Menschen verletzt.

Schnelle Hilfe für die Opfer

„Und in der Rettungswache konnte eine weitere Betreuung abgesichert werden. Zudem befindet sich ja auch das Klinikum in unmittelbarer Nähe, weshalb wir in Absprache mit der verantwortlichen Notärztin alle Verletzten in einer Art Pendelverkehr direkt ins Klinikum schaffen konnten“, so der Feuerwehrchef. Schnittwunden, Prellungen und Schocks hätten die insgesamt 23 Verletzten in der Vielzahl erlitten.

Dreizehn leicht Verletzte wurden ins Klinikum zur Behandlung gebracht. „Die Anmeldung der Fälle in der Notfallbehandlung erfolgte direkt vom Unfallort her, so dass sich die Ärzte und Pflegefachkräfte des Klinikums auf die Menge der Verletzten und ihren Verletzungsgrad einstellen konnten. Für eine schnelle Befunderhebung und Behandlung wurden die Kliniken vorinformiert. Intern war so in wenigen Minuten im Klinikum alles für die Patienten vorbereitet“, so Kliniksprecherin Christine Helbig.

Zwei schwer verletzte Frauen

Zwei Frauen erwischte es aber bedeutend schlimmer: Die 40-jährige Fahrerin des aufgefahrenen Busses war im Führerhaus eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr befreit werden. Sie wurde ebenso wie eine 58-jährige Frau aus dem gerammten Stadtbus, die eine Beinfraktur erlitt, zur stationären Behandlung ins Klinikum gebracht. Alle anderen Leichtverletzten, darunter etliche Schüler, konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Sie wurden von ihren Eltern abgeholt, die wir selbstverständlich umgehend verständigt hatten“, erklärte der Feuerwehrchef.

Ursachensuche dauert

Sofort begannen sowohl die Polizei als auch die Thüsac mit den Ermittlungen zu Hergang und Ursache des Unglücks. „Bislang ist aber noch völlig unklar, warum der Linienbus auf den Stadtbus aufgefahren ist. Wir werden jetzt unter anderem die Fahrtenschreiber beider Busse auswerten. Zudem hatte der Stadtbus auch eine Videoüberwachung im Inneren, die wir auswerten werden“, so Thüsac-Geschäftsführer Stephan Bog. Zu dessen Unternehmen gehören beide Busse. Während der verwickelte Stadtbus relativ schnell ins Depot geschleppt werden konnte, bereitete die Bergung des völlig zertrümmerten Linienbusses mehr Arbeit. Der konnte erst gegen 11.45 Uhr abgeschleppt werden. Zudem mussten durch die Feuerwehr ausgelaufene Betriebsstoffe sowie Glassplitter beseitigt werden. Bis dahin war die Zwickauer Straße halbseitig gesperrt.

Es hätte auch viel schlimmer kommen können

Was folgte, war auch ein allgemeines Aufatmen, dass alles dennoch vergleichsweise glimpflich verlief. Glücksfall sei auch gewesen, dass sich DRK und Klinikum in unmittelbarer Nachbarschaft zum Unglücksort befanden und bei den Rotkreuzlern um diese Zeit ohnehin der Schichtwechsel anstand, weshalb reichlich Helfer vor Ort waren.

„Das hätte alles viel, viel schlimmer und tragischer enden können“, meinte Thüsac-Chef Stephan Bog. Auch Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU), der umgehend von dem schweren Unglück informiert wurde, atmete bei der Gesamtbetrachtung tief durch und lobte das gute Zusammenwirken der Helfer: „Rettungsdienst, Klinikum, Polizei und Feuerwehr haben reibungslos funktioniert und eine tolle Arbeit abgeliefert. Dafür meinen aufrichtigen Dank“, sagte er.

Unklar bleibt allerdings, wie viele Insassen sich genau in den verunglückten Bussen befanden. Da sich vor Eintreffen der Helfer unter Umständen Fahrgäste der betreffenden Busse bereits entfernten, bittet die Polizei nunmehr diese und weitere Zeugen, Kontakt zur PI Altenburger Land unter Tel. 03447 4710 aufzunehmen.

Von jörg wolf

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