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Altenburg Urig und familiär Das Gasthaus Gesecus ist seit vier Generationen Familienbetrieb und bietet Klassiker
Region Altenburg Urig und familiär Das Gasthaus Gesecus ist seit vier Generationen Familienbetrieb und bietet Klassiker
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20:48 16.03.2012

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Es ist keine Übertreibung, wenn man den vergleichsweise winzigen Gastraum vom Altenburger Gasthaus "Gesecus" als zweites Wohnzimmer von Silvia und Stefan Meyer bezeichnet. "Natürlich haben wir im Haus auch Privaträume. Aber sehr viel Zeit verbringen wir verständlicherweise hier in unserem Gasthaus", erzählt die Inhaberin, die in der ebenfalls winzigen Küche wirbelt, während sich ihr Mann in der 25 Quadratmeter messenden Gaststube um die bis zu 22 Gäste kümmert. In der warmen Jahreszeit kommen zwölf weitere Plätze im Freisitz hinzu.

Das urige Ambiente vom "Gesecus" im Herzen der Skatstadt lässt eine lange Geschichte erahnen. "Die hat das Gasthaus ja auch", bestätigt die 38-jährige Inhaberin. Teile des Interieurs stammen aus dem Jahr 1902, als Silvia Meyers Urgroßeltern Ida und Alfred Gesecus die gleichnamige Schankwirtschaft in dem 1773 erstmals urkundlich erwähnten Haus eröffneten. Am 2. Juli diesen Jahres könnte das 110-jährige Bestehen vom Gesecus gefeiert werden. Das soll aber eher in einem kleinen Rahmen geschehen.

"Wir führen die Wirtschaft nun schon in der vierten Generation", berichtet die Chefin mit sichtlichem Stolz. "Damit sind wir in Altenburg die älteste Gastwirtschaft in Familienbesitz." Ihr Mann, mit dem Silvia Meyer seit 2000 verheiratet ist, stieg im vergangenen Jahr in das Familienunternehmen ein. Und geht darin ebenfalls voll auf. "Das Lokal ist sicher sehr klein. Aber das ist auch der besondere Reiz", erzählt er. Neben etlichen Stammgästen würden sich auch öfter Touristen im Gesecus einfinden. "Manche kommen ganz gezielt hierher", erzählt Stefan Meyer. Ob auch jene Gruppe aus Dellingsen in Niedersachsen gezielt das Gasthaus aufgesucht hat, vermag er zwar nicht mehr zu sagen. Aber eine ganz besondere Entdeckung machten die Weitgereisten in der kleinen Gaststube allemal: "Unser gusseiserner Ofen aus dem 19. Jahrhundert wurde in einer Firma aus Dellingsen hergestellt", erklärt Stefan Meyer und deutet auf das eiserne Typenschild. "Sie wollten das gute Stück sogar am liebsten mitnehmen, um es in ihrem Heimatmuseum auszustellen."

Nun, kalt wäre die gute Stube dann auch nicht geblieben. Denn die betagte Heizgelegenheit wurde schon vor Jahren durch eine moderne Heizung abgelöst. Und dann heizt sich der überschaubare Raum auch mit auf, wenn Inhaberin Silvia in der Küche kocht und brutzelt. "Typisch sächsisch-thüringische Küche. Oft sind es die über Generationen weitergegebenen Rezepte", erzählt die Inhaberin. Darunter auch ein echter kulinarischer Klassiker, der in dieser Form nur noch bei Gesecus zu haben ist: der Altenburger Topfbraten. "Bestehend aus Schweinekopf und Innereien süßsauer angemacht", lässt sich die Küchenchefin wenigstens ein wenig in die Karten schauen. "Gerade bei großen Veranstaltungen draußen könnte man dieses Gericht kübelweise kochen. Das geht alles weg."

Auch die weiteren Klassiker aus Silvia Meyers Küche sind eher deftiger Art: Hausgemachte Sülze, Hamburger Schnitzel, Fischpfanne oder ganz einfach Schnitzel mit Mischgemüse werden oft gewünscht. Die Speisekarte ist aber bedeutend umfangreicher und beinhaltet auch Kindergerichte und an jedem Tag ein ganz spezielles Mittagsgericht, das sich sonst nicht dauerhaft im Angebot befindet.

Stichwort Speisekarte: Etliche Gäste brauchen die nicht. "Da wissen wir von vornherein, was sie immer essen", erzählt Stefan Meyer.

Jörg Wolf

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