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Auf Ziegelheimer Schlamm-Flut folgt ein Graben-Kampf

Hochwasser Auf Ziegelheimer Schlamm-Flut folgt ein Graben-Kampf

Territorial begrenzt richtete Starkregen am 17. September in mehreren Ortsteilen von Ziegelheim Schaden an. Dass aber der Schlamm, der sich über die Straßen von Engertsdorf ergoss, von den Feldern der Agrar GmbH gekommen sein sollen, weist Geschäftsführer Carsten Sieler energisch zurück. Damit widerspricht er Äußerungen von Bürgermeister Mario Rohr (CDU).

An der Verbindungsstraße Engerstdorf-Ziegelheim sind die Straßengräben bei Starkregen überfordert. Eine teilweise Überflutung der Straße und der angrenzenden Häuser ist die Folge.

Quelle: Mario Jahn

Ziegelheim. Territorial begrenzt richtete Starkregen am 17. September in mehreren Ortsteilen von Ziegelheim Schaden an. Dass aber der Schlamm, der sich über die Straßen von Engertsdorf ergoss, von den Feldern der Agrar GmbH gekommen sein sollen, weist Geschäftsführer Carsten Sieler energisch zurück. Damit widerspricht er Äußerungen von Bürgermeister Mario Rohr (CDU).

„In Engertsdorf gibt es fünf Landwirte, die Felder bewirtschaften. 60 Prozent der Flächen rund um den Ort bewirtschaften wir“, so Sieler. „Zum Zeitpunkt des Hochwassers waren unsere Felder am Ortseingang mit Zwischenfrüchten und Feldgras bewachsen“, betonte er. Dass Wasser von den Feldern gekommen ist, wolle er nicht bestreiten, aber Schlamm sei keiner von den Äckern gekommen. Er verstehe nicht, wie der Bürgermeister solche Aussagen treffen könne. Ebenso wenig könne er nachvollziehen, warum nicht Gähsnitz als ebenfalls betroffener Ort genannt wurde.

Sielert verweist außerdem darauf, dass sechs seiner Mitarbeiter bei der Feuerwehr sind und an dem betreffenden Wochenende an verschiedenen Stellen im Einsatz waren. „Wir waren nach dem Hochwasser 140 Stunden mit unserer Technik für die Gemeinde im Einsatz. Es wurden Gräben sauber gemacht und Feldwege beräumt“, so der Chef des Agrarbetriebes, für den die Ursache des Schlamms hausgemachter Natur ist. „Es gibt in der Gemeinde Ziegelheim viele Gräben, die verrohrt sind oder die viele Jahre nicht gepflegt worden sind. Bei starkem Regen läuft das Wasser deshalb auf die Straße“, hat Sieler beobachtet.

Speziell in Engertsdorf ist der Bewuchs an den Gräben so hoch, dass das Wasser, das auf der Straße ist, gar nicht in den Graben neben der Fahrbahn laufen kann. Das war bei einem Vor-Ort-Termin an mehreren Stellen zu sehen. Hinzu komme, dass auch noch Gullys am Straßenrand verstopft sind und das Wasser drüber hinweg rauscht. Aus seiner Sicht sei nicht festzustellen, von welchen Feld das Wasser kommt. Im gleichen Atemzug bot er an, der Gemeinde Technik zur Verfügung zu stellen, mit der die Gräben ausgehoben werden können.

Der Geschäftsführer verhehlt allerdings auch nicht, dass die Erosionsgefahr ein Problem sei, mit dem die Landwirtschaft zu kämpfen habe. Darauf sei bei der Bestellung der Felder zu achten. Außerdem habe die Agrargesellschaft in den letzten Jahren an allen Gewässern in der Gemeinde Ziegelheim sogenannte Pufferstreifen angelegt. Das sind bis zu 18 Meter breite Grünstreifen, die nur zur Grünfuttermahd bewirtschaftet werden dürfen. Er vertrete auch die Meinung, dass man dort, wo immer Grünland war, es auch lassen soll. Das würden andere Landwirte jedoch anders sehen. „Inzwischen hat die EU verboten, Grünland umzubrechen“, so Sieler.

Während um Beispiel in Engertsdorf von den Hinterlassenschaften des Hochwasser längst nichts mehr zu sehen ist, kämpft der Landwirtschaftsbetrieb nach wie vor mit den Folgen des Wassers. „Uns ist ein Schaden von mehr als 50 000 Euro entstanden. Unsere Kälber standen in 40 Zentimeter hohem Wasser. Um die Ställe herum war überall Schlamm, der auch unsere beiden Brunnen und die Enteisungsanlage in Mitleidenschaft gezogen hat. Noch heute haben wir deshalb Probleme mit der Wasserversorgung“, schildert er die Probleme, mit denen sein Unternehmen nach dem Hochwasser zu kämpfen hatte. Als Ursache dafür nennt er einen zu kleinen Straßendurchlass, der bei starkem Regen immer wieder für Schwierigkeiten sorgt. „Für den hat die Gemeinde wie für die Brücken Fördermittel beantragt. Doch seit 2013 ist nicht passiert“, ist Sieler sichtlich frustriert.

Von Marlies Neumann

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