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Altenburg Urteil in Altenburg: Drogenhändler muss zweieinhalb Jahre hinter Gitter
Region Altenburg Urteil in Altenburg: Drogenhändler muss zweieinhalb Jahre hinter Gitter
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16:08 06.01.2016
Im Prozess gegen den Angeklagten Michael K. wurde am Dienstag das Urteil gefällt. Quelle: dpa
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Altenburg

Im Prozess um den wegen Drogenhandels und Anstiftung zu einer Kurierfahrt angeklagten Michael K. wurde am Dienstag am Amtsgericht Altenburg das Urteil verkündet. Zwei Jahre und sechs Monate muss der Angeklagte hinter Gitter. Zunächst aber wurde noch eine Zeugin vernommen, die nach Angaben eines anderen Zeugen Kenntnisse vom Drogenhandel und der Kurierfahrt haben sollte. Zudem gab der Angeklagte Einblick in seine Vergangenheit.

Der am ersten Prozesstag vernommene Zeuge K. hatte angegeben, dass er vom Angeklagten zu einer Kurierfahrt angestiftet worden sei. Im Beisein der Zeugin S. habe er dem Angeklagten erzählt, dass er auf der Kurierfahrt erwischt und verhaftet worden sei. Zeugin S. mochte sich indes nicht an das Gespräch erinnern. Sie wisse zwar, dass Zeuge K. verhaftet worden sei, aber es habe sie nicht interessiert, warum. Seit Januar 2014 hätten die beiden außerdem, abgesehen von einer Geburtstags-SMS, keinen Kontakt mehr.

Nach den Aussagen der Zeugin gab der Angeklagte weitere Einblicke in sein Leben, sprach dieses Mal speziell zu seiner Drogenvergangenheit. Danach hat Michael K. im Jahr 2000 mit dem Konsumieren von Cannabis begonnen. Zwei oder drei Jahre später folgte Crystal Meth. Im April 2014 habe er eine Entgiftung gestartet und im Juni 2014 eine sechsmonatige Therapie begonnen, erzählte er. Nach der Therapie sei er in eine Einrichtung des betreuten Wohnens in Berlin gezogen und habe noch bis Juni 2015 bei einer ambulanten Therapie mitgemacht. Zusätzlich gehe er zu Selbsthilfegruppen und betreue sogar eine. Für die Zukunft wolle er einen Job im sozialen Bereich finden. Derzeit lebe er immer noch im betreuten Wohnen.

Richter Sandy Reichenbach erörterte mit der Staatsanwältin und dem Rechtsanwalt den Stand des Verfahrens. Die bisherige Entwicklung des Angeklagten spreche zu seinen Gunsten, sagte er und machte den Vorschlag, die Anklagepunkte als minderschweren Fall zu behandeln, sofern Michael K. geständig sei. Dann wäre es möglich gewesen, die Haftstrafe unter zwei Jahren zu lassen und zur Bewährung auszusetzen. Der Angeklagte lehnte dies aber ab.

Dass er 465 Gramm Crystal Meth besessen haben soll, konnte Michael K. nicht ausreichend bewiesen werden. Darum wurde das Verfahren hierzu eingestellt und das Urteil nur auf den Handel und das Anstiften zu einer Kurierfahrt bezogen. Zwei Jahre und sechs Monate Haft lautet demzufolge das Urteil von Richter Reichenbach und den beiden Schöffen. Noch ist es nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche kann der Angeklagte in Berufung gehen oder Revision einlegen.

Von Andrea Schrader

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