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Uwe Melzer (CDU) möchte Landrat im Altenburger Land werden

Im Porträt Uwe Melzer (CDU) möchte Landrat im Altenburger Land werden

Am 15. April finden in Thüringen Kommunalwahlen statt. Im Altenburger Land stehen dabei unter anderem die beiden wichtigsten politischen Posten zur Wahl – der des Landrates und der des Altenburger Oberbürgermeisters. Die OVZ stellt die Kandidaten dafür vor – diesmal: Uwe Melzer, Landratskandidat der CDU.

Uwe Melzer tritt für die CDU als Kandidat für den Posten des Landrats an.

Quelle: Mario Jahn

Treben. Uwe Melzer hat noch eine Rechnung offen, obwohl er kein Mann ist, der in solchen Kategorien denkt. Aber geschmerzt hat es den CDU-Kreisvorsitzenden schon, vor sechs Jahren zur Landratswahl es nicht einmal in die Stichwahl geschafft zu haben. Auch jene mageren zwölf Prozent, die er im Raum Schmölln bekam, haben ihn gewurmt. Denn zu einer CDU passen solche Zahlen nicht.

„Eine Niederlage ist erst einmal nichts Schlimmes“, sagt Uwe Melzer heute. Das schlechte Abschneiden lag auch an seinem Kontrahenten Sieghardt Rydzewski, der als Schmöllner dort beliebt und natürlich bessere Karten hatte. Doch Rydzewski tritt diesmal nicht wieder an.

Er sei erfahrener geworden, bekannter, habe sich im Kreistag einen Namen gemacht und einen sehr guten Rückhalt in der CDU, benennt der 57-Jährige jene Vorzüge, die vor sechs Jahren offenbar nicht so ausgeprägt waren.

Im Kreistag zählt er zu jenen, die oft am Rednerpult stehen. Melzer zeigt dort Sachkenntnis, braucht selten ein Manuskript, spricht sehr schnell, so als wären seine Gedanken schon viel weiter, als seine Lippen. Er sorgte mit dafür, dass Schulen im Kreis in den letzten Jahren nicht geschlossen wurden, obwohl für einige davon die Schülerzahlen zu gering waren. Das tat er in dem Wissen, dass das Geld des Kreises, alle gleichmäßig zu sanieren, nicht ausreicht. Eine Antwort auf diese Diskrepanz hat auch Melzer nicht.

Steher-Qualitäten beweist er mit seiner erneuten Kandidatur nicht zum ersten Mal. Als Diplom-Ingenieur für Bergbautechnologie war er fünf Jahre Betriebsleiter bei der Wismut in Schmierchau, ehe die Wende dem Uranbergbau ein jähes Ende setzte und vielen Kumpeln die Existenz zerstörte. Melzer musste neu starten und hatte nach einer Qualifikation für Umweltberatung dafür drei Möglichkeiten: im Bergamt, im Landratsamt Schmölln oder in der neugegründeten Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue als Leiter des Bauamtes.

Letzteres reizte ihn am meisten, wohl weil dort der eigene Gestaltungsspielraum am Größten war. Nebenher qualifizierte er sich weiter und machte den Fachangestellten, den Fachwirt und schließlich noch den Betriebswirt – alles im Bereich Verwaltung. 1999 wählte ihn die VG schließlich zu ihrem Vorsitzenden.

Fast könnte man meinen, dass ein solcher Job nicht viel Zeit frisst. Denn Melzer ist „nebenher“ Kreistagsfraktionschef, Vorsitzender des Wasser- und Abwasserzweckverbandes ZAL, ehrenamtlicher Landratsstellvertreter, arbeitet seit 2006 im Präsidium des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes, als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht sowie in den Fördervereinen für das Trebener Rittergut und für das Mauritianum.

Bei so viel Erfahrung in Ehrenämtern spürt Melzer offensichtlich, was im Kreis falsch läuft. „Gemeinsam mehr erreichen“ hatte seine Kontrahentin Michaele Sojka (Linke) vor sechs Jahren als ihr Ziel ausgegeben. „Das ist nicht gelungen, es gibt Konfrontation, kein Miteinander“,behauptet der Kandidat. Vor allem die ehrenamtlichen geleiteten Gemeinden fühlten sich von Sojka nicht ernst genommen. Beweis dafür ist für Melzer zum Beispiel, dass die Landrätin zu wichtigen Versammlungen nur die hauptamtlichen Bürgermeister und die VG-Chef einlädt. „Wenn man aber nicht alle mitnimmt, droht immer Streit.„ Er werde für einen anderen Umgang des Landrats mit Gemeinden und auch mit dem Kreistag sorgen.

Auch bei Sojkas Begriff „mehr erreichen“, legt Melzer die Stirn in Falten. Die Probleme seien doch alle gleich geblieben. Bei Kreisstraßen und Flugplatz trete man auf der Stelle. Über das Lindenau-Museum werde seit Jahren nur geredet, aber keine Fakten geschaffen, wie beispielsweise bei einer verbindlichen Regelung mit Altenburg über eine Kooperation mit dem Marstall.

Für Museen und Kunst überhaupt hat Melzer ohnehin ein Faible. Man sieht ihn in den Galerien auf dem Leipziger Spinnerei-Gelände, er ist regelmäßiger Besucher im Altenburger Theater, liebt dort klassische Musik und Ballet. Und er besucht deutschlandweit Rock-Konzerte, wo er seine Idole aus der Jugendzeit wiedertrifft, Let Zeppelin, Joe Cocker, die Stones und all die anderen. Redet Melzer über diese Erlebnisse, leuchten seine Augen. Auch dann, wenn er über seine beiden Enkel spricht, mit denen er viel unternimmt. Der Vater einer Tochter und eines Sohnes, beide erwachsen, fährt Rad, paddelt, schwimmt und hat auch das Laufen wieder entdeckt.

Melzer ärgert, dass der Landkreis seine Chancen nur unzureichend nutzt, dass er in vielen Bereichen schlechte Platzierungen abliefert, er aber doch viel mehr könne. Dass das besser geht, habe seine VG bewiesen, bei den vielen Hochwasserschutz-Projekten oder beim Trebener Rittergut, in dessen Sanierung sechs Millionen Euro geflossen sind.

Nun will Melzer auch für den Landkreis mehr rausholen. Firmen bei der Fördermittel-Beschaffung helfen, die Landesentwicklungsgesellschaft bei der Ansiedlung von Firmen im Gewerbegebiet am Flugplatz in die Pflicht nehmen und die Gemeinden bei der Suche nach Investoren unterstützen. Ohnehin müsse der Airport mehr Sinn haben, als Landeplatz für kleine Privatflieger zu sein. Eine ständige Bezuschussung müsse daher hinterfragt, die Chancen als Alleinstellungsmerkmal besser genutzt werden. Denn die Ansiedlung von Flugplatz-nahem Gewerbe sei bis jetzt kaum, auf jeden Fall viel zu wenig genutzt worden.

Melzer ahnt, dass beim Ausgang der Wahl auch der Einfluss der Berliner Politik eine Rolle spielen könnte, wo auch seine Partei nicht geglänzt hat. Es könne sein, dass Leute deshalb Protest wählen. Das sei schade, weil zum Beispiel bei den Protest-Kandidaten nicht klar sei, wofür diese stehen. Das, sagt Melzer, sei bei ihm eben anders.

Von Jens Rosenkranz

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