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Altenburg VCA holt die Meisterkrone
Region Altenburg VCA holt die Meisterkrone
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19:54 04.03.2012
Die Männer des VCA Altenburg während ihrer letzten Auszeit im Spiel gegen Nordhausen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Von Jörg Wolf

"Noch zwei", rief Samstagnachmittag Steffen Bender seinen Mannschaftskameraden kurz vor 16 Uhr zu. In der einseitigen Partie gegen die Nordhäuser stand es im dritten und letzten Satz 23:13 für den VCA. Sekunden später Jubel, der keine Grenzen kannte: und es gab stehenden Applaus der 50 Zuschauer - nicht nur, weil die VCA-ler erwartungsgemäß auch die 22. und damit letzte Partie der Saison gewannen, sondern auch, weil die Altenburger Volleyballer soeben Geschichte schrieben

Denn noch nie in der Geschichte der Thüringenliga ist es einem Team gelungen, mit 44:0-Punkten und 66:7-Sätzen die Meisterschaft zu holen. "Das war heute das berühmte Sahnehäubchen. Ich bin so stolz auf meine Truppe", freute sich Trainer Wieland Münchow und verteilte die frisch bedruckten Meistertrikots. "Die besten Volleyballer Thüringens" ist da drauf zu lesen.

Was sich auch in den beiden letzten Partien zeigte, die der VCA als Gastgeber absolvierte. Weder Ilmenau (29:27, 25:13, 25:20) noch Nordhausen (25:13, 25:13, 25:14) hatten auch nur den Hauch einer Chance gegen die Altenburger Truppe um Kapitän Michael Münchow. Davon überzeugten sich Altenburgs SPD-Oberbürgermeister Michael Wolf und der Geschäftsführer des Kreissportbundes Horst Gerth. Die Pause zwischen den beiden Spielen nutzten sie, um dem VCA zum Meistertitel zu gratulieren. Denn der stand schon vor dem letzten Spieltag fest. "Der VCA ist mit seinen tollen Leistungen auch ein Aushängeschild unserer Stadt", sagte Wolf. "Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir den Verein auf seinem Weg durch die Regionalliga unterstützen können", fügte er hinzu. "Wir stehen als Partner zur Verfügung", versicherte Horst Gerth. Viel Aufmerksamkeit für den kleinen Verein.

"Wir werden schon sehr gut von der Stadt unterstützt", meinte VCA-Chef Wolfgang List recht bescheiden. Bescheidenheit und Teamgeist seien auch die Tugenden, die beim nur 150 Mitglieder zählenden VCA groß geschrieben werden. "Vier Männer- sowie zwei Frauenteams stehen im Spielbetrieb. Hinzu kommt ein guter Nachwuchs bei den Mädchen. Bei den Jungs allerdings liegen noch Reserven", schätzte List ein. Reich werden könne man beim VCA nicht: "Wir haben einen Jahresetat von 20 000 Euro, für alle Mannschaften wohlgemerkt." Damit sei auch klar, dass eventuelle Neuzugänge für die Regionalligisten "keine Söldner" sein werden. "Wenn jemand zu uns stößt, dann sollte er aus der Region kommen, er muss sowohl spielerisch als auch menschlich zu uns passen", nannte Cheftrainer Wieland Münchow einen Grundsatz seiner Arbeit. Man werde sich in die weitere Saison noch mehr hineinknien als bisher und Lehren beherzigen, so Münchow. "Manchmal hatte man schon den Eindruck, wir hätten regelrecht Angst vor dem Gewinnen. Das werden wir abstellen." Den Cheftrainer hat vor allem beeindruckt, wie das Team vor Jahresfrist trotz des Abstiegs beisammenblieb.

"Auch jetzt bleiben wir zusammen", sagte Spieler Markus Zeise, der mit seinen 33 Jahren schon ein Urgestein beim VCA ist. Seit 1995 spielt er bei den Herren mit. "Wir denken, dass in dieser Regionalligasaison der Klassenerhalt und ein Mittelfeldplatz drin sind. Auch weil es eine neue dritte Liga geben wird, die über die Regionalliga eingezogen wird und damit viele leistungsstärkere Mannschaften weiterkommen. Wir haben uns als Team ja auch ungeheuer weiterentwickelt", sagte Markus Zeise und bekam von einem Mannschaftskollegen eine der nach dem letzten Satzball nicht unübliche Bierduschen verpasst.

Ausgelassen feierten die VCA-Männer dann mit ihren Fans die Meisterschaft. Da störte es auch nicht mehr, dass sich kein Verantwortlicher vom Thüringer Volleyballverband zum Gratulieren in die Skatstadt verirrt hatte und selbst Medaillen und ein Siegerpokal fehlten.

Peter Münchow, Michael Gerth, Hendrik Baum, Steffen Bender, Jörg Mühling, Sebastian Franke, Michael Münchow, Mario Jahr, Erik Schilling, Robert Kunze, Thomas Kasel, Markus Zeise.

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