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Altenburg VG Pleißenaue blickt auf erfolgreiches Vierteljahrhundert
Region Altenburg VG Pleißenaue blickt auf erfolgreiches Vierteljahrhundert
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00:18 13.03.2017
Verwaltungssitz in historischer Kulisse: Auf 25 erfolgreiche Jahre blickt die VG Pleißenaue inzwischen zurück. Quelle: Mario Jahn
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Treben

Zuwächse, Abgänge, eine Zerreißprobe und jede Menge Arbeit – wenn die VG Pleißenaue am heutigen Freitag mit einem offiziellen Festakt im Trebener Rittergut ihr 25-jähriges Jubiläum begeht, blicken die Verantwortlichen auf eine bewegte Geschichte zurück.

Angefangen hat alles kurz nach der Wende, erinnert sich Uwe Melzer. Nach den ersten Bürgermeisterwahlen in den neuen Bundesländern stellte sich vielerorts die Frage nach der künftigen Verwaltungsstruktur, so der VG-Vorsitzende.

Gern nahm man sich Modelle aus der alten Bundesrepublik zum Vorbild – auch in den Gemeinden Zetzscha, Gerstenberg, Lehma, Fockendorf, Treben und Haselbach. Im Februar 1991 machten sich die Bürgermeister auf ins Allgäu, um sich bei ihren Amtskollegen über die Funktionsweise der dortigen Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe zu informieren. „Am Ende des Besuchs stand fest: Das könnte auch was für uns sein“, erzählt Melzer.

Gesagt, getan. Knappe zehn Monate später fand in der Trebener Regelschule die konstituierende Sitzung statt. Am Ende wurde Christoph Richter – damals Bürgermeister in Haselbach – zum ersten Vorsitzenden der neuen Verwaltungsgemeinschaft gewählt. Pleißenaue solle das neue Gebilde heißen, war man sich einig, und der Verwaltungssitz solle in Treben liegen. Und auch ein eigenes Wahrzeichen war schnell gefunden: Die Kopfweide ziert seither das vom ehemaligen Gerstenberger Bürgermeister Theo Hesselbarth gestaltete Wappen.

Am 1. April 1992 konnte die Arbeit aufgenommen werden, „damals noch in zwei Objekten, am Markt und am Kirchhof“, erinnert sich Melzer. Mit Veröffentlichung im Amtsblatt des Landkreises im September des Jahres war auch der Status als öffentlich-rechtliche Körperschaft gesichert. Einziger Wermutstropfen des ersten Jahres: Innerhalb der dreimonatigen Anpassungsphase orientierte sich Zetzscha um – und wandte sich nach Altenburg.

„Die eigentliche Zerreißprobe“, betont Melzer, „stand aber noch bevor.“ Die Gebietsreform von 1994 brachte Einschnitte sowohl bei den Einwohnerzahlen als auch bei der Zusammensetzung der Gemeinschaft. Lehma verabschiedete sich in Richtung Wintersdorf, die übrigen Gemeinden bangten darum, die neu vorgeschriebene Mindesteinwohnerzahl von 5000 Personen nicht erreichen zu können. „Zur Not hätten Gerstenberg, Fockendorf, Treben und Haselbach eine Einheitsgemeinde gegründet, die Unterlagen lagen schon fertig in der Schublade“, berichtet Melzer. Rettung nahte in Form von Windischleuba, dass selbst Mühe hatte, die vorgeschriebenen 3000 Einwohner zu erreichen - und sich an die VG wandte. Mit der Aufnahme wurde 1995 die endgültige Struktur geschaffen, eine Zerschlagung war vom Tisch.

Seitdem ist viel passiert, listet Uwe Melzer auf. Neben der entsprechenden Ausbildung und Qualifikation aller Verwaltungsmitarbeiter und der Einrichtung des zentralen Einwohnermeldeamtes im Trebener Rittergut – der bald der Einzug der gesamten Verwaltung folgte – wurden auch immer mehr Aufgaben bei der VG-Verwaltung zentralisiert. „Das ist für mich ein Beleg unserer guten Zusammenarbeit“, unterstreicht Uwe Melzer. So kümmert sich sein Haus inzwischen nicht nur um den Winterdienst für alle Orte sowie die Kontrollen im ruhenden Verkehr, seit 2014 befinden sich auch die vier Kitas in Trägerschaft der VG. „So können wir den Rechtsanspruch auf Betreuung der derzeit knapp 200 Kinder gewährleisten“, erläutert der Vorsitzende.

Auch baulich ist viel passiert. Neben der aufwendigen Sanierung des Ritterguts verfügt die Trebener Regelschule seit einigen Jahren über einen Allwettersportplatz, der auch von Vereinen genutzt werden kann. Das Radwegesystem wurde ausgebaut, eine durchgängige Beschilderung von Ponitz bis Haselbach installiert.

Alles auch ein Ergebnis von Melzers Vernetzung in überregionalen Zirkeln. Denn der VG-Chef ist auch Vorsitzender des Zweckverbandes Altenburger Land, sitzt im Präsidium des Gemeinde- und Städtebundes. „Die gute Zusammenarbeit hier ermöglicht auch überregionale Erfolge, die sich letztlich wieder positiv auf die VG auswirken“, ist er sich sicher.

Kein Wunder also, dass Melzer angesichts all der positiven Entwicklungen, auch mit einem sorgenvollen Auge in die Zukunft blickt. Denn vor dem Hintergrund des Vorschaltgesetzes erscheint fraglich, ob man das 30-jährige Jubiläum überhaupt erleben wird. Sich in sein Schicksal ergeben, kommt für Melzer und seine VG-Kollegen jedenfalls nicht in Frage – man werde sich wehren, noch sei nichts in Stein gemeißelt. „Ich bin grundsätzlich immer Optimist.“

Von Bastian Fischer

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