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Altenburg Vandalen haben die Stele im Dreiländereck umgestoßen
Region Altenburg Vandalen haben die Stele im Dreiländereck umgestoßen
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13:47 09.09.2016
Der Dreiherrenstein liegt seit Wochen im hohen Gras. Quelle: Foto: Günter Weise
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Lucka/Maltitz

Von hohem Gras umgeben, ist der Dreiherrenstein auf dem Gelände des ehemaligen Flachglaswerkes Maltitz aus dem Blickfeld verschwunden. „Unbekannte haben die 1,60 Meter hohe Stele umgeworfen und beschädigt“, berichtet der Falkenhainer Ortschronist Reinhard Steinert. Er war bereits am 6. Juni darüber informiert worden, dass der Dreiherrenstein verschwunden sei. Daraufhin habe er bei der Polizeiinspektion Altenburg Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt erstattet. Die OVZ war von den Polizei über den Vorfall mit dem Dreiherrenstein nicht informiert worden.

Weil die Polizei in Maltitz den Standort des Steins nicht fand, habe man ihn als Ortskundigen mitgenommen, so Steinert. „Die Polizei fand den umgeworfenen Obelisk dann im hohen Gras“, berichtete der Ortschronist, der hofft, dass zwischen dem 24. Mai und dem 6. Juni, jemand etwas beobachtet hat, das mit der Tat zu tun haben könnte.

Einen Dreiherrenstein, der den Kreuzungspunkt der drei Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen markiert, gibt es bereits seit mehr als 200 Jahren. Ursprünglich stammte der alte Stein aus dem Rittergut Prößdorf. 1913 war er anlässlich 100 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig als Gedenkstein geweiht worden. Später stand er auf dem Gelände des Glaswerkes Maltitz. Als dieses 2006 dicht machte, war der Stein nicht mehr öffentlich zugänglich. Um den Stein zu retten, schaltete sich die Stadt Lucka ein und fand einen neuen öffentlichen Standort – den Garten des Heimatmuseums.

Die Stele, die umgeworfen wurde, ist ein neuer Dreiherrenstein, der erst am 20. Oktober 2007 von den Bürgermeistern der angrenzenden drei Kommunen aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt eingeweiht wurde. Korrekturen der Landesgrenzen von 1815 waren dafür der Grund. In Auftrag gegeben hatte das 1,60 Meter große Gebilde der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) beim Groitzscher Steinmetz Danny Schellenberg. Das Geld für das Auftragswerk hatte der MDR bei Sponsoren gesammelt.

Auf dem neuen Stein ist die Inschrift KS für Königreich Sachsen, KP für Königreich Preußen und HA für Herzogtum Altenburg sowie die zeitgemäßen Bezeichnungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eingraviert.

Die Stadt Lucka, auf deren Gemarkung der Stein durch Flächentausch mittlerweile steht, hat zunächst einmal Kontakt zum Eigentümern des Areals gesucht, auf dem Stein steht. Was mit dem beschädigten Teil geschehen soll ist aber derzeit noch unklar, so das Rathaus.

Von Marlies Neumann

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