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Verbrennungsstatistik: Mehr Verstöße und Fehlalarme im Altenburger Land

Verbrennungsstatistik: Mehr Verstöße und Fehlalarme im Altenburger Land

Entgegen dem subjektiven Eindruck des Landrats (OVZ berichtete) haben die Verstöße gegen die Ausnahmegenehmigung zum Verbrennen von Laub und Geäst im vergangenen Jahr kaum zugenommen.

Altenburg/Schmölln.

 

 

 

 

Von Thomas Haegeler

"Allerdings sind wir auch nicht überall hinzugerufen worden", relativiert die Fachdienstleiterin Umwelt, Birgit Seiler, auf OVZ-Nachfrage die nahezu konstante Zahl der Verstöße. Besonders in Gartenanlagen und in den Kerngebieten der Städte habe es eine Konzentration der Probleme gegeben. "Im ländlichen Raum dagegen kaum, was ich darauf zurückführe, dass die Rücksichtnahme unter Nachbarn auf dem Land ausgeprägter ist."

Das belegen die nackten Zahlen jedoch nur zum Teil. Denn den insgesamt sieben eingeleiteten Verfahren gegen Bürger aus Schmölln (drei), Meuselwitz (drei) und Gößnitz (eins) stehen acht in den ländlichen Gemeinden Göhren, Nobitz, Saara, Lumpzig und Haselbach (je eines) sowie Rositz (drei) gegenüber. Diese kamen zum einen durch die Kontrollen der Abfallbehörde selbst und zum anderen durch Anzeigen von Polizei und Bürgern zustande. "Da wurden unter anderem Abstände zum Nachbarn oder die festgelegten Zeiten nicht eingehalten", so Seiler weiter. "Daneben wurden behandeltes Bauholz, Türen oder Plaste mit verbrannt, was eine Umwelt- und Gesundheitsgefahr darstellt." Bei einigen sei der Baum- und Strauchschnitt zudem nicht trocken gewesen, wodurch es zu einer enormen Rauchentwicklung kam.

Im Gegensatz zu den Verstößen kam die deutliche Mehrzahl der Beschwerden aus den Städten. Allein siebenmal klingelte das Notfall-Telefon der Umweltbehörde und Meuselwitzer meldeten sich. Daneben regten sich auch Bewohner Schmöllns, Windischleubas und Langenleuba-Niederhains darüber auf, dass ihre Nachbarn die Ausnahmegenehmigung vom 19. September bis 15. Oktober nutzten, um rücksichtslos zu verbrennen. Enttäuschend sei für die Fachdienstleiterin gewesen, dass viele Gemeinden ihren Verschnitt verbrannt haben und dabei die Auflagen nicht einhielten.

"Gründe der Beschwerden waren vor allem die starke Rauchbelästigung, besonders an Wochenenden", erklärt Seiler. "Hinzu kam Kritik, dass das Verbrennen überhaupt zugelassen und dass es vier Wochen erlaubt ist." Zum Verbrennungszeitraum allgemein gingen fünf weitere schriftliche Beschwerden sowie ein Widerspruch gegen die Allgemeinverfügung in der Schmöllner Außenstelle des Landratsamtes ein.

Neben dem Fachdienst Umwelt machte die Verbrennung von Baum- und Strauchschnitt 2011 auch den Feuerwehren zu schaffen. Allein zehn Fehleinsätze verzeichneten die Kameraden deswegen. "Das sind deutlich mehr als in den beiden Jahren zuvor, als es nur jeweils zwei Fehlalarme gab", sagt Kreisbrandinspektor Uwe Engert. "Das liegt daran, dass in diese Zeit der Wechsel von Frühjahr zu Herbst fällt und die Verbrennungszeiträume kürzer waren." Er glaube jedoch, dass die Dunkelziffer der Verstöße höher liege, weil nicht alles erfasst werden könne.

Die Fehlalarme verteilten sich über das gesamte Kreisgebiet. "Vom Sprotten- über das Wieratal bis nach Schmölln", so Engert weiter. "Auch Altenburg war dabei, obwohl es dort ja gänzlich verboten ist." Das Bemerkenswerteste sei ein Anruf von der A 4 gewesen, in dem gemeldet wurde, dass es in Thonhausen/Vollmershain einen großen Brand gebe. "Das hat sich dann aber nur als Strauchschnitt entpuppt, was ärgerlich ist, weil die Kameraden umsonst rausgefahren sind. Das ist demotivierend, und die Kräfte standen andernorts nicht zur Verfügung, wo es vielleicht wichtig war."

Dennoch sieht Landrat Sieghardt Rydzewski keinen akuten Handlungsbedarf. "Wir haben keinen Druck, schnell entscheiden zu müssen", sagt der parteilose Politiker auf OVZ-Nachfrage. "Ich werde das Problem mit den Bürgermeistern auf einer Dienstberatung im Frühjahr erörtern, und in der Folge fällt die Entscheidung, ob wir die Verbrennung weiterhin als Ausnahme genehmigen oder nicht." Er wisse um das Konfliktpotenzial. "Deshalb kann es nur gehen, wenn wir die Bedingungen neu bestimmen und diese vernünftig hinbekommen." Wenn nicht, müsse man über die Aufhebung der Ausnahmeregel nachdenken. "Aber es geht nicht darum, diejenigen zu bestrafen, die immer korrekt gehandelt haben."

Dass das Aufschieben der Entscheidung mit der Landratswahl im April zusammenhänge, wies Rydzewski aber zurück: "Das hat damit nichts zu tun, sondern liegt vielmehr daran, dass das Land Thüringen seine Abfallverordnung im Frühjahr ändern will und wir nicht heute so und morgen anders entscheiden wollen. Denn es geht darum, eine tragfähige Lösung zu finden, die vielleicht längerfristig Bestand hat. Und dazu stehe ich dann auch."

-Standpunkt

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