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Vereinigung Haus und Grund Altenburg blickt auf 20 Jahre zurück

Vereinigung Haus und Grund Altenburg blickt auf 20 Jahre zurück

Der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Altenburg feiert am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen. Gründungsmitglieder ziehen ein positives Fazit dieser Zeit, in der vielen Vermietern geholfen und selbst umstrittene Gesetze abgemildert werden konnten.

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Gründungsmitglieder Heinz Pagel (r.) und Karsten Krüger blättern in Dokumente der Anfangszeit des Vereins Haus & Grund.

Altenburg. Von Jens Rosenkranz

25 bis 50 Mark Miete mussten bis zur Deutschen Einheit für eine Wohnung gezahlt werden, dazu kamen rund fünf Mark Betriebskosten. Dann wurde alles anders, vor allem wurde es viel teurer. Mieten stiegen rasant, es wurde saniert, modernisiert und auch die Nebenkosten mussten exakt aufgeschlüsselt werden, die gleichfalls in die Höhe schossen. Viele Eigentümer waren damit überfordert, auch weil sich ihre Stellung ebenfalls änderte, so wie der Stellenwert ihrer Immobilien und das Mietrecht.

Hausverwalter, Eigentümer und Rechtsanwälte aus Altenburg berieten zu jener Zeit, wie man Hilfestellung leisten könnte. Doch es dauerte noch bis zum 28. Oktober 1992, ehe die Vereinigung von Haus und Grund aus der Taufe gehoben wurde. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Heinz Pagel und Karsten Krüger, die beide ein erfolgreiches Fazit der 20-jährigen Arbeit ziehen.

"Der Verein zählt heute mit etwa 300 Mitgliedern zu den stärksten in Thüringen", betont Pagel. Dies sei die Basis, mit der Haus und Grund auch als Interessenvertreter bei der Durchsetzung berechtigter Forderungen auftreten könne. Denn längst dreht sich die Arbeit nicht nur um die wöchentliche Beratung der Mitglieder bei angefochtenen Betriebskostenabrechnungen, Mieterstreitigkeiten, Kündigungen oder Mieterhöhungen. Seit vielen Jahren vertritt der Verein ebenso die Belange der Vermieter gegenüber Stadtverwaltungen, Landratsamt, Abwasserentsorgern, Banken, Versicherern, Handwerkern sowie Strom- und Gasanbietern.

Und er kämpft gegen das Image, wonach Immobilienbesitzer geldgierige Miethaie sind. Zu diesem Ruf beigetragen hat für Pagel und Krüger die kritisierte Praxis, dass Vermieter von der öffentlichen Hand als Geldeintreiber missbraucht werden, beispielsweise bei Gebühren für Wasser, Abwasser oder Müll, die in den Nebenkosten auftauchen. Gemeinsam mit anderen Rechnungsposten sind diese Nebenkosten in den vergangenen Jahren ständig gestiegen und haben den Eindruck vermittelt, dass auch die Mieten ständig steigen würden. Für Pagel und Krüger sei es aber nicht nur ein Imageproblem, wenn Vermieter als Geldeintreiber für andere missbraucht würden. Oftmals bleiben sie auch auf nicht gezahlten Kosten ihrer Mieter sitzen. "Eigentum kann nicht nur verpflichten, es kann auch vernichten", weist Pagel auf Fälle in Altenburg hin, bei denen Immobilienbesitzer deswegen ihre Häuser aufgeben mussten.

Beinahe hätte sich der Verein mit seiner Forderung durchsetzen können, dass zumindest eine Gebühr nicht mehr in den Nebenkosten auftaucht - die für den Abfall. Während der Debatte über die geplante Müllgebührenerhöhung 2006 hätten wichtige Kreistagsgremien zugesichert, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb fortan direkt mit den Mietern abrechnet. "Wir kamen uns wie in einem falschen Film vor, als dies auf Druck der CDU wieder zurückgedreht wurde", erinnert sich Pagel an eine große Enttäuschung durch die Politik. Eine weitere sind die heftig kritisierten Beiträge für Abwasser und Straßenausbau, die Haus und Grund noch immer bekämpft. "Von Straßen und Kanälen profitieren alle, es zahlen dafür aber nur wenige", sagt Krüger. Abschaffen konnte der Verein die Abgabenregelungen nicht, aber er schreibt sich kleine Verbesserungen auf die Fahnen. Zu ihnen gehören die Abschaffung der Trinkwasserbeiträge, Härtefallregelungen bei übergroßen Grundstücken und zinslose Stundungen.

Dies und der 20-jährige Einsatz für ein gutes und möglichst konfliktfreies Verhältnis zwischen Vermieter mit Behörden und Mietern soll am Sonnabend gefeiert werden.

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