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Altenburg Vereinswoche der Altenburger Luther-Schule begeistert
Region Altenburg Vereinswoche der Altenburger Luther-Schule begeistert
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00:33 09.06.2018
Die Aikido-Kampfkünstler Frank Zimmermann, Lars Warnstedt und Nils Kopp (v.l.) erklären den Schülern der Martin-Luther-Schule Altenburg, wie man richtig fällt. Quelle: Thomas Haegeler
Altenburg

Konzentriert sind die Kinder bei der Sache, lauschen Frank Zimmermann. Der Aikido-Trainer erklärt gerade, wie man sich verhält, wenn einen jemand schubsen will. „Wichtig ist ein sicherer Stand“, sagt der Schwarzgurt, während er einen Ausfallschritt macht. Dann müsse man die Arme des Gegenübers auseinanderdrücken. „Wie eine Rakete.“ Dabei bringt er seine Arme schlagartig in Form eines Spitzdachs und bewegt sie ruckartig nach oben. „Das ist die Explosion.“ Zu guter Letzt gilt es, den Gegner noch mit einem Wurf aufs Kreuz zu legen. Engagiert machen es die Schüler nach.

Schüler lernen sich zu verteidigen und mehr

Bei der Aikido-Schnupperstunde mit Zimmermann, der Vereinschef des Zentrums für Kampfkünste Altenburg ist, und seinen Sportfreunden Lars Warnstedt und Nils Kopp lernen die Erst- bis Viertklässler der Martin-Luther-Schule aber noch mehr, als sich zu verteidigen. So erfahren sie auch etwas über die von Ueshiba Morihei Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte japanische Kampfkunst und staunen, als Zimmermann vor einem Bild Moriheis erzählt, dass er und seine Mitstreiter auf Wettkämpfe verzichten. Wegen der Verletzungsgefahr, was einen Unterschied zum Kampfsport darstellt. Daneben kommt auch das Toben nicht zu kurz, welches das Trainer-Trio immer wieder zwischen die Konzentration erfordernden Teile streut.

Dass Vereinstrainer wie die Kampfkünstler an einem Vormittag mit Luther-Schülern in der Halle der Reichenbachschule zu Gange sind, zeigt schon, dass es sich hier um eine besondere Aktion handelt. So fanden die Aikido-Probetrainings am Mittwoch im Rahmen der Vereinswoche der Luther-Schule statt. Insgesamt beteiligen sich daran 21 Vereine aus der Skatstadt, die den 196 Schülern der Bildungseinrichtung in der Torgasse noch bis Freitag Einblicke in über 20 Sportarten ermöglichen. Die Bandbreite reicht dabei von A wie Aikido über K wie Kunstradfahren bis Z wie Zumba.

Ernster Hintergrund für bewegte Aktion

Organisiert hat das sportliche Projekt, das in ganz Altenburg stattfindet, Kathrin Alpert. Auf die Idee dazu kam die Lehrerin und stellvertretende Leiterin der Luther-Schule vor einigen Monaten, als eine ihrer Kolleginnen krank wurde, länger ausfiel und damit auch Sportunterricht. Als sie und das Kollegium trotz Umstrukturierungen Sport in der dritten Klasse nur noch alle zwei Wochen ermöglichen konnten, versuchte Alpert dies mit der Vereinswoche auszugleichen, kontaktierte über 30 Vereine, organisierte Hallenzeiten, Fahrdienste und Begleitungen und koordinierte den Ablauf.

Dass von den vielen Stunden Arbeit nun auch alle anderen Schüler und die Vereine profitieren, sieht die Pädagogin als angenehmen Nebeneffekt. „Die Kinder sitzen im Alltag oft viel, müssen sich mehr bewegen und es ist schön, wenn sie das im Verein tun“, erklärt die Klassenleiterin der 2a. Bei den Mädels sei das Reiten im Gestüt Wunsch in Paditz besonders beliebt, aber auch das Hip-Hop-Angebot der Tanzschule Schaller sei sehr gefragt. „Sonst ist alles ausgeglichen gut besucht.“

Kreissportbund ermutigt Schulen zum Nachahmen

Alpert stößt mit ihrem Ansatz bei Anja-Maria Leibold auf offene Ohren. „Wir helfen gern bei Kontakt zu Vereinen und der Umsetzung“, ermutigt die Jugendkoordinatorin des Kreissportbundes (KSB) weitere Schulen zum Nachahmen. „Wir möchten, dass sich Kinder auch außerhalb der Schule mehr bewegen.“ KSB-Geschäftsführer Ulf Schnerrer sieht weitere Vorteile: „Die Kinder machen nicht Sport bei ihrer Lehrerin, sondern bei einem Trainer, was Abwechslung und Kontakt zum Verein bringt. Da bleibt vielleicht auch jemand hängen.“

Darauf hoffen auch Patrick Quaas und Tobias Lohse vom Altenburger Basketballclub, die mit interessierten Luther-Schülern in der Wenzelhalle Dribbeln, Passen und Werfen übten, während nebenan Ringen mit Michael Klages von Lok Altenburg angesagt war. „Wir müssen uns gegen die großen Vereine durchsetzen“, erklärt Quaas, warum er sich extra einen Vormittag für die Vereinswoche freigenommen hat. „Zum Fußball kommen die Kinder von allein, deshalb brauchen wir solche Aktionen.“ Zumal die Korbjäger nicht über die personellen Voraussetzungen verfügen, um dauerhafte Kooperationen mit Kitas oder Schulen abzusichern. „Aber es macht mit den Kids auch extrem Spaß.“

Vereine zufrieden und zu Wiederholung bereit

Das kann Lars Warnstedt nur unterschreiben. Wie auch die Basketballer haben sich er und die anderen Kampfkünstler extra freigenommen. „Die Kinder sind voll dabei“, sagt er und lobt die Vereinswoche. „Wir sind jederzeit gern wieder dabei, wollen unsere Basis vergrößern und den Kindern zeigen, dass es noch mehr als Fußball gibt.“ Dafür sieht es gut aus. Denn die Euphorie der Aikido-Schüler war so groß, dass sie selbst über angedrohte Liegestützen jubelten.

Von Thomas Haegeler

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