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Verfahren für größte Hähnchenmast im Altenburger Land läuft

Mehr als 200.000 Tiere Verfahren für größte Hähnchenmast im Altenburger Land läuft

Im Nobitzer Ortsteil Gleina soll eine Mastanlage für über 200.000 Hähnchen gebaut werden. Wird das Projekt verwirklicht, entsteht etwa 200 Meter hinter dem Bundeswehrstandort die größte Anlage dieser Art im Landkreis. Die Planungsunterlagen liegen noch bis zum 5. November in der Gemeindeverwaltung in Nobitz und im Rathaus Schmölln aus.

Mit etwa 50.000 Artgenossen wird ein Masthähnchen in der geplanten neuen Anlage in Gleina den Stall teilen.

Quelle: dpa

Nobitz. Bis zum 19. November können die Bürger ihre Einwendungen und Anregungen beim Landesverwaltungsamt Weimar, das die zuständige Genehmigungsbehörde ist, einreichen. Je nach Anzahl und Gewichtigkeit der Einwendungen könnte die Genehmigung im kommenden Jahr erteilt werden. "Das ist derzeit aber schwer vorherzusagen. Normalerweise sollen Genehmigungsverfahren in sechs Monaten abgewickelt sein. Bei vielen Einwendungen kann es aber auch ein Jahr und länger dauern", erläutert Petra Freitag vom Landesverwaltungsamt. Bereits im Dezember 2013 drangen erstmals die Pläne der Wermuth GmbH aus dem Nobitzer Ortsteil Löpitz an die Öffentlichkeit. Damals wollte das Unternehmen noch 370.000 Masttieren halten.

In den aktuellen Plänen ist nun die Rede von 207.254 Vögeln. Diese sollen in vier baugleichen, 105 Meter langen und 24,5 Meter breiten Ställen gemästet werden. Außerdem ist auf dem circa 23.000 Quadratmeter großen Areal der Bau etlicher Nebeneinrichtungen geplant. Darunter ein fünf mal drei Meter großes Kadaverhaus für die toten Tiere, die laut Betreiberangaben täglich aus den Ställen geräumt werden. Vorgesehen sind zudem zwei unterirdische Auffanggruben mit einem Volumen von je 150 Kubikmetern für das bei der Stallreinigung anfallende Schmutzwasser. Später werde dieses, so ist es den Papieren zu entnehmen, auf den landwirtschaftlichen Flächen der Wermuth GmbH ausgebracht.

"Die Haltung der Masthähnchen erfolgt auf Tiefstreu in der Bodenhaltung", heißt es weiter. Der Betriebsablauf erfolgt nach dem Rein-Raus-Prinzip. Das heißt, nach 32 Tagen Mast und einem Gewicht von 1,6 Kilogramm werden 20 Prozent der Tiere herausgenommen. Die verbleibenden Vögel werden noch einige Tage bis auf ein Gewicht von 2,2 Kilogramm gefüttert, bevor auch sie geschlachtet werden. Dann folgt die Stallreinigung. Maximal sieben LKW pro Tag sollen die Mastanlage anfahren. Außer zur Erntezeit, dann können es bis zu 25 werden, die hauptsächlich Stroh anliefern. Die von der Anlage ausgehende Staub- und Geruchsbelästigung, vor allem Ammoniak- und Stickstoffemission, seien für die Bürger nicht erheblich, wird in den Planungsunterlagen erklärt. Ebenso sei die Lärmemission unproblematisch, und es bestehe keine Gefahr für die Gewässer.

Ungeachtet dessen ruft das in Ostdeutschland aktive Bündnis Tierfabriken-Widerstand in einer Presseinformation zum Protest gegen die Hähnchenmast auf. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gegen das Vorhaben aktiv zu werden", erklärt Friederike Schmitz. Denn diese Anlagen hätte für die Tiere, die Menschen in der Umgebung und die Umwelt verheerende Auswirkungen.

Der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) will sich noch in keine Richtung festlegen lassen. "Ich werde den Willen der Nobitzer Bürger umsetzen", sagt er der OVZ. Noch sei aber die Meinungsbildung in der Gemeinde nicht abgeschlossen. Demgegenüber bekräftigt Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) die Ablehnung seiner Stadt. Bereits 2013 kam von der Sprotte ein klares Nein zur Anlage. Immerhin ist der Ortsteil Papiermühle nur 520 Meter von der Anlage entfernt.

Jörg Reuter

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