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Vergissmeinnicht. Schlosskonzert wird seinem Titel voll gerecht / Philharmonisches Orchester unter Jens Troester überzeugt

Vergissmeinnicht. Schlosskonzert wird seinem Titel voll gerecht / Philharmonisches Orchester unter Jens Troester überzeugt

Eine beachtlich lange Warteschlange am Einlass und ein bis auf wenige freie Plätze voll besetzter Festsaal des Altenburger Residenzschlosses ist der Beweis: Das Interesse an den Philharmonischen Schlosskonzerten ist anhaltend und ungebrochen.

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Das Ambiente und das Orchester ziehen immer - auch beim vierten Philharmonischen Schlosskonzert.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. von Felix Friedrich

Dabei gab es im vierten Konzert dieser Veranstaltungsreihe am vergangenen Sonnabend einige Misstöne, die noch dazu vom Publikum mit spontanem Beifall belohnt wurden. Was war denn da passiert? Nun, es stand das Divertimento F-Dur KV 522 von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm, das den Untertitel "Ein musikalischer Spaß" trägt, und mit dem sich der berühmte Komponist über die unbegabten Musiker- und Komponistenkollegen seiner Zeit belustigt. Für jedes Orchester ist es immer wieder ein besonderes Gaudi, dieses Werk, das auch unter dem Namen Dorfmusikanten-Sextett bekannt geworden ist, derb und deftig mit den von Mozart absichtlich falsch notierten Passagen der Hörner und dem dilettantisch anmutenden Violinsolo - fabelhaft von Annegret Knoop gespielt - darzubieten. Genauso bäuerisch und urwüchsig gab sich das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Jens Troester.

Im Prinzip ging es in diesem Konzert aber nicht vordergründig nur um Spaß oder gar um Klamauk, sondern, wie es der Titel verriet, um Vergissmeinnicht. Dass es zu diesem Thema einige musikalische Beiträge aus Vergangenheit und Gegenwart gibt, vermag man auf den ersten Blick kaum glauben. Natürlich drängt sich sofort die bekannte Melodie "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr nicht zu ändern ist" aus der Fledermaus von Johann Strauss Sohn ins Gedächtnis. Seine Polka-Mazurka basiert genau auf diesem Thema und durfte natürlich in diesem Programm nicht fehlen.

Außerdem hatte Jens Troester eigens als Uraufführung für dieses Konzert Variationen über die "Canzona Non ti scordar di me", die man natürlich von Luciano Pavarotti im Ohr hat, komponiert. Ein höchst stimmungs- und temperamentvolles Werk, in dem Troester sehr raffiniert, aber auch elegant mit dieser Melodie umgeht. Ein satter und überbordender Streicherklang wird von heiteren und lockeren Passagen, aber auch von typisch spanischen Tanzrhythmen kontrastiert. Den Musikern des Philharmonischen Orchesters merkte man die sichtliche Freude beim Spiel dieser durchweg eingängigen Musik Troesters an.

Begonnen hatte das Konzert sehr filigran mit Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento F-Dur, einem frühen Werk das Salzburger Genies und der Sinfonie Nr. 60 C-Dur von Joseph Haydn, die den Untertitel "Der Zerstreute" trägt. Jens Troester zeichnete mit musikalischem Schwung sowohl die Mozartschen Feinheiten als auch den Haydnschen Humor nach und verzichtete fast komplett auf großes Pathos. Es klang sehr delikat, wenn die Streicher im Pianissimo die Saiten ihrer Instrumente zupften oder die ersten Violinen die zauberhaften Kantilenen in den Stücken der beiden Wiener Klassiker Haydn und Mozart zelebrierten.

Das Philharmonische Orchester zeigte sich insgesamt in sehr guter Form. Wenige kleinere Probleme in der Präzision und Intonation oder dann und wann die Dominanz der Bläser über die Streicher kann man da absolut vernachlässigen. Viel Beifall vom humorvoll eingestimmten Publikum für Jens Troester und sein Orchester. Da musste selbstverständlich die Polka-Mazurka von Strauss in einer Kurzfassung wiederholt werden, damit man diesen Konzertabend und jenes Stück nicht so schnell vergisst.

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