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Verhaltene Freude

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Der günstige Spritpreis lässt nicht nur die Herzen von Otto Normalverbraucher seit einigen Wochen höher schlagen. Auch die Unternehmen profitieren davon. Die OVZ fragte bei einigen nach, welche Auswirkungen die Einsparungen konkret haben.

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Werkstattmitarbeiter Tino Opitz betankt einen Bus. Die Thüsac hat als großes Unternehmen eigene Zapfsäulen.

Quelle: Mario Jahn

Doch die meisten ließen sich bei ihren Kalkulationen nur ungern in die Karten schauen.

 

"Natürlich freuen wir uns über die niedrigen Preise beim Dieseleinkauf, die uns helfen, die Kosten im geplanten Rahmen zu halten", sagte Thüsac-Geschäftsführer Stephan Bog. Die Busflotte des Nahverkehrunternehmens verfährt jedes Jahr rund 1,5 Millionen Liter Kraftstoff, der an der eigenen Zapfsäule getankt wird. Den Einkaufspreis und das damit verbundene Einsparungspotenzial möchte Bog aus Wettbewerbsgründen für sich behalten. An Schultagen seien die 75 eigenen Busse und 37 Fahrzeuge besonders häufig im Einsatz. Da kämen am Tag schon 12 500 Kilometer Fahrtweg zusammen. "Da die Ölpreise derzeit ein ständiges Auf und Ab hinlegen, kann man schlecht einschätzen, wie lange der moderate Spritpreis anhalten wird", erläutert Bog. Er geht davon aus, dass übers Jahr gesehen die Einsparungen so groß nicht sein werden.

 

Ähnlich sieht es Jörg Thomas, Fachbereichsleiter für Technische Dienste der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa). "Bei uns ist aufgrund der günstigen Spritpreise keine Riesensumme gespart worden." Zwar hat der heimische Energie- und Wasserversorger 8000 Euro weniger im vergangenen Jahr ausgegeben als sonst, das sei aber nicht genug, um Pläne über den Haufen zu werfen. Das Geld sei eher eine willkommene Reserve für unvorhergesehene Dinge wie Störungen oder defekte Anlagen. Jeden Monat tankt die Ewa schätzungsweise 4000 Liter Benzin und Diesel für die 50 Fahrzeuge des Betriebs- und Bereitschaftsdienstes.

 

35 Prozent Spritkosten spart der Handycap-Service Altenburg durch die derzeitige Entwicklung am Ölmarkt ein. Für die 2500 Stammkunden wird die Rechnung aber deshalb nicht unbedingt günstiger. Laut Geschäftsführer Ingo Golla ist die Pauschale schon vor einem Jahr festgelegt worden und werde nun nicht verändert.

 

Das Wellpappenwerk Lucka handelt den Kraftstoffpreis laut Geschäftsführer Uwe Eikemeier jeden Monat neu aus. Derzeit wird für 0,87 Euro pro Liter Diesel an der betriebseigenen Tankstelle getankt. Die 40 LKW und zehn PKW fahren täglich 16 000 Kilometer.

 

Als 85 Mann starker Dienstleister legen die 27 PKW der Sanitätshaus Altenburg GmbH täglich zig Kilometer zurück. "Das Benzin- und Dieseltanken bleibt trotz des billigen Spritpreises daher ein hoher Posten. Den aktuellen Überschuss investieren wir in neues Material und unsere Ausbildungsangebote", erklärte Geschäftsführer Ingo Friedl. "Durch den Mindestlohn haben wir sowieso Mehrkosten und sparen daher durch das günstige Tanken im Gesamtergebnis nicht wirklich."

 

Die 40 Lastkraftwagen der Altenburger Spedition Lee Reichelt, die unter anderem für Großunternehmen wie die Altenburger Brauerei unterwegs sind, tanken in ganz Deutschland, so dass recht unterschiedliche Spritkosten zusammenkommen. Täglich legen die Mitarbeiter insgesamt rund 20 000 Kilometer zurück. "Wir haben durch die Spritpreis-Entwicklung 25 Prozent einsparen können. Durch unsere Dieselpreisgleitklausel müssen unsere Kunden entsprechend weniger bezahlen", so Reichelt.

Melanie Steitz

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