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Verluste, Abstürze und ein Wunder - nach Klassenerhalt der Aufbau-Handballer gehen fünf Spieler

Verluste, Abstürze und ein Wunder - nach Klassenerhalt der Aufbau-Handballer gehen fünf Spieler

Eine ereignisreiche Saison liegt hinter den Handballern des SV Aufbau Altenburg. Unzählige schwere Verletzungen, die seitens des Verbandes lange hinausgezögerte Ungewissheit über die Reduzierung der Thüringenliga, der Klassenerhalt erst in letzter Sekunde und das erstmalige Erreichen des Pokal-Final-Fours haben ein ständiges Auf und Ab geprägt, das Spieler, Betreuer und Fans so schnell nicht vergessen werden.

Altenburg.

Dennoch zählt am Ende nur, dass das Team von Trainer Lothar Doering auch im nächsten Jahr in der höchsten Liga des Freistaates präsent sein wird und sich die Fans nach vielen Jahren schon heute auf zwei spannende Derbys mit dem LSV Ziegelheim freuen können.

 

Bereits der Saisonstart vor einen Dreivierteljahr lief alles andere als optimal. Denn es setzte gleich drei Niederlagen, was die Rote Laterne brachte. Dann endlich, am vierten Spieltag, gegen Großschwabhausen gab es den ersten vollen Erfolg. 41:38 hieß es am Ende im Goldenen Pflug und rund 250 Zuschauer sollten mit 79 Treffern der torreichsten Partie der gesamten Spielzeit beigewohnt haben. Bis Ende 2013 legte sich Aufbau auf einen recht profanen Erfolgsrhythmus fest: Einer Auswärtsniederlage folgte postwendend ein Heimerfolg. Mitte Januar beendete man die Hinrunde mit 10:16 Punkten dennoch fast im Plan, wenngleich klar war, dass für die Rückrunde mindestens noch einmal zehn Zähler nötig sein werden, um die Klasse zu halten.

 

Zudem war zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht klar, wie viele Absteiger es geben wird, da der Verband weiter an der Reduktion der Liga festhielt, während sich die Vereine dagegenstemmten. Noch ein anderes Problem bereitete Trainer Doering allerdings weit mehr Probleme: Seine Verletztenliste vergrößerte sich Woche für Woche. Teilweise standen gerade mal acht einsatzfähige Spieler zur Verfügung, wodurch sich die Aufstellung praktisch von selbst regelte. Olli und Florian Schörnig, Patrick Jahn sowie Steven Heuschkel waren nahezu eine halbe Saison zum Zuschauen verurteilt. Über kurzzeitige Ausfälle redete man schon gar nicht mehr.

 

Mitte Februar überwarf sich dann Leistungsträger Jan Melzer wegen der Spielphilosophie mit Doering und ward von einem auf den anderen Tag nicht mehr gesehen. Alles Begleiterscheinungen, die das Punkten nicht leichter machten. Denn die Konkurrenz schlief nicht und holte Platz um Platz auf. Und so kam, was kommen musste. Mit einem Mal war nichts mehr von der Heimstärke zu spüren: Zwei Pleiten gegen Mühlhausen und Nordhausen fügten sich zu drei Auswärtsniederlagen. Es sah nicht rosig aus.

 

Ein mittelgroßes Wunder musste her. Schließlich war man mittlerweile wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Und genau das geschah auch: Binnen einer Woche war wieder Land in Sicht. Dabei hatte der Coach notgedrungen mit Antonio Rohr, Lars Schäfer und Danny Gräser gleich drei Spieler der zweiten Mannschaft berufen, sollte damit aber einen Glücksgriff getan haben. So setzte sich das Team zunächst nach großem Kampf im Derby 25:23 gegen den HSV Ronneburg durch und gewann dann gar noch sein erstes Auswärtsspiel ausgerechnet bei der spielstarken Bundesliga-Reserve des ThSV Eisenach mit 29:28. Als fast parallel dazu bekannt wurde, dass die Liga-Reduktion vom Tisch war und nur zwei Teams absteigen, war das Glück zumindest kurz vollkommen.

 

16 Punkte waren zu diesem Zeitpunkt auf der Habenseite, zwei noch nötig, bei fünf ausstehenden Spielen. Eine durchaus machbare Sache, sollte man meinen. In der Realität sah das aber anders aus. Denn gleich sechs Teams ruderten noch im Abstiegsstrudel und wehrten sich mit allen Mitteln gegen den Absturz in die Landesliga. Eine nach der anderen Gelegenheit ließen die Altenburger in ihrem "schwarzen" Monat April liegen und plötzlich war klar, dass erst der letzte Spieltag die Abstiegsfrage klären würde. Dabei hielt Aufbau nicht mal mehr alle Trümpfe in der eigenen Hand. Doch es gelang. Während sich die Doering-Sieben bei der SG Könitz noch mal zu einer starken Leistung aufschwang und 29:23 siegte, verlor Großschwabhausen in Mühlhausen und stand neben Könitz als zweiter Absteiger fest.

 

Nicht ganz so dramatisch, aber umso erfolgreicher lief der Pokalwettbewerb für die Altenburger. Nach Siegen gegen Wutha/Farnroda, den HBV Jena und die SG Schnellmannshausen erreichte man erstmals das Final-Four-Turnier. Auch wenn Aufbau dort als Außenseiter im Halbfinale scheiterte, konnte am Ende doch eine positive Saisonbilanz gezogen werden.

 

Wie die Mannschaft in gut zwei Monaten zu Beginn der neuen Spielzeit aussehen wird, steht noch etwas in den Sternen. Zwei Spieler sind verletzt, vier weitere sowie Torhüter Kevin Günther werden wohl den Verein verlassen. Für Letzteren könnte mit Michael Wolf der Sohn des Ex-Aufbau-Trainers Andreas Wolf von Glauchau/Meerane nach Altenburg wechseln. Der Abgang von Spielmacher Bennet Leuschke, der wohl die konstanteste Saison ablieferte, wiegt dabei besonders schwer.

 

Die beiden "Oldies" im Team, Trainer Doering und Kapitän Ronny Bärbig, haben bereits signalisiert, mindestens noch eine Saison dranzuhängen. Spieler von außerhalb stehen auf der Wunschliste, noch aber ist nichts spruchreif, wie Bärbig verlauten ließ. Auf jeden Fall dürften bestimmt noch ein oder zwei Spieler aus der zweiten oder gar dritten Mannschaft die Chance bekommen, sich im Thüringenliga-Team zu bewähren. In jedem Fall sollte der Traditionsverein in der Lage sein, zum Saisonstart am 13.September wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen.

Lutz Pfefferkorn

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