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Vermeintlicher Wolf streunt zwischen Groitzsch, Zeitz und Meuselwitz

Meuselwitzer Jäger fotografiert Vierbeiner Vermeintlicher Wolf streunt zwischen Groitzsch, Zeitz und Meuselwitz

Kein April-Scherz: Leser Detlef Vincenz fotografierte am Donnerstag gegen 7 Uhr auf der Bundesstraße 180 einen vermeintlichen Wolf, der von Brossen Richtung Meuselwitz lief. Experten sind sich jedoch einig: Es handelt sich um einen tschechoslowakischen Wolfshund, der durchs Dreiländereck zwischen Groitzsch, Zeitz und Meuselwitz streift.

Vom Jäger mit der Kamera erwischt: Das rätselhafte Tier auf der B 180 von Brossen Richtung Meuselwitz.

Quelle: Detlef Vincenz

Meuselwitz. Dass ein Wolf beziehungsweise ein wolfsähnliches Tier am Donnerstag in und um Meuselwitz gesichtet wurde, ist kein April-Scherz. Leser Detlef Vincenz sah den Vierbeiner gegen 7 Uhr auf der Bundesstraße 180 von Brossen Richtung Meuselwitz laufen. Der Landwirt und Hobby-Jäger war sich sicher, dass müsste der erste Wolf in der Region sein. Er nahm sein Handy und machte sofort einige Fotos. „Entdeckt habe ich das Tier, als es entlang der Straße lief. Ungefähr fünf Minuten konnte ich es beobachten. Als es dann über den Bahnsteig in die Stadt hinein marschierte, musst ich leider weiter auf Arbeit und bin umgedreht“, erzählt Detlef Vincenz. Der Meuselwitzer wiederholt auf OVZ-Nachfrage, er glaube, einen Wolf vor der Kamera gehabt zu haben. Jedoch wunderte er sich schon darüber, dass das Tier relativ unbeeindruckt vom Straßenverkehr schnurstracks Richtung Stadt lief.

Ein erster Hinweis darauf, dass es sich wohl doch nicht um einen Wolf handelte, sondern um einen streunenden Hund. Dafür spricht auch, dass bis jetzt nirgendwo in seinem Revier ein Riss – so wird in der Jägersprache eine durch Raubtiere erlegte Beute genannt – entdeckt wurde. Überreste einer Wolfsmahlzeit wären auch für den Leinawald-Förster, Jörg Zippel, starke Indizien dafür, dass erste Wölfe aufgetaucht sind. Seit Längerem hält er nach Spuren Ausschau, die auf die großen Räuber hindeuten würden, hatte aber noch keine entdeckt. Natürlich interessierte er sich am Donnerstag sehr für die Fotos aus Meuselwitz, um einen Blick darauf zu werfen. Bei näherem Ansehen wurde er sich aber immer sicherer: Es handelt sich nicht um einen Wolf. „Zum einen passt der Körper nicht, der Rücken ist mir zu lang und die Brust ist nicht kräftig genug für einen Wolf. Außerdem sind die Läufe durchgetreten. Wölfe dagegen haben eher gerade Beine.“ Er sei zwar kein ausgewiesener Wolfsexperte, aber er tendiere letztlich dazu, dass es sich um einen Hund handelt.

Dem Urteil schließt sich auch Diplom-Biologin Kathrin Worschech vom Altenburger Mauritianum an. „Mit gefällt vor allem der Kopf nicht, der passt nicht zum Wolf.“ Habitus und Fellstruktur würden zudem für einen Hund sprechen, sagt sie, wundert sich jedoch, wie viele Hunderassen es gibt, die Wölfen derart ähnlich sehen. „Gesehen habe ich die noch nie.“

Anders Silvester Tamás, Ansprechpartner zum Thema Wölfe beim Nabu Thüringen, er hat das von Detlef Vincenz fotografierte Tier schon mehrfach auf Bildern gesehen. „Es handelt sich um einen tschechoslowakischen Wolfshund. Es ist eine höchsten zwei Jahre alte Fähe.“ Seit dem 26. März gehen beinah täglich Sichtungsmeldungen ein. Die Hundedame streunt seitdem durchs Dreiländereck zwischen Groitzsch, Zeitz und Meuselwitz, weiß Tamás. Er betont aber, von einem Streuner gehe durchaus eine Gefahr aus, deshalb würde es Zeit, dass das Tier endlich eingefangen wird.

Dies wurde bereits in der Region Groitzsch versucht, wo das herrenlose Tier auch gesehen wurde. Aber es gelang nicht. Die Hündin sei außerordentlich scheu und sehr schnell. „Null Chance, sie zu erwischen“, meint Hans-­Jörg Hellriegel, Mitarbeiter im Tierheim Oellschütz.

Von Jörg Reuter

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