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Verschüttete Keller des Altenburger Lindenau-Museums sollen geöffnet werden

Unbekannte Gewölbe Verschüttete Keller des Altenburger Lindenau-Museums sollen geöffnet werden

Nur die Hälfte der Kellerräume unter dem Lindenau-Museum sind bekannt und werden genutzt. Der andere Teil liegt verborgen hinter dicken Mauern. Dieses Geheimnis soll noch in diesem Jahr gelüftet werden. Ist die Nutzung realistisch und finanzierbar, könnte damit das Platz-Problem des Museums entschärft werden.

Sabine Hofmann zeigt einen Grundriss mit den Kelleranlagen des Museums.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Schon 140 Jahre darf sich Altenburg mit dem Lindenau-Museum schmücken. Doch noch immer hat der Prachtbau nicht all seine Geheimnisse preisgeben. Nur etwa die Hälfte des Kellergeschosses ist zugänglich und wird genutzt. Der andere Teil verbirgt sich hinter dicken Mauern. Das soll sich ändern. Womöglich könnte das Museum durch die neuen Räume seinen gravierenden Platzmangel entschärfen.

Ein kleiner Teil der bis dahin unbekannten Gewölbe war während der Kriegszeit freigelegt, ausgebaut und als Luftschutz-Raum genutzt worden. Seit Jahren ist er Heimstatt des Studios Bildende Kunst, was der breiten Öffentlichkeit nahezu nicht bekannt ist.

Das prächtige von Julius Robert Enger, einem Schüler Gottfried Sempers, errichtete Museum wurde 1876 fertiggestellt. Enger hinterließ Entwurfszeichnungen der Gewölbekonstruktion im Kellergeschoss, die Teil der am Sonntag eröffneten Ausstellung sind, die dem Museumsgründer Bernhard August von Lindenau gewidmet ist. Die Zeichnung zeigt eindeutig, dass das gesamte Gebäude mit einer Grundfläche von rund 1000 Quadratmetern unterkellert ist, etwa 500 Quadratmeter jedoch verborgen sind.

Auf diese ungenutzte Fläche stießen Fachleute bei der Erstellung einer sogenannten denkmalpflegerischen Zielstellung für das Haus. Ausgangspunkt dafür war der seit einigen Jahren diskutierte Anbau für das Museum, das unter Platzmangel leidet. Allerdings kamen die vom Landesamt für Denkmalpflege beauftragten Experten aus Berlin zu dem Schluss, dass solch ein Anbau unmöglich zum deutschlandweit bekannten Museum passt, ebenso wenig zum angrenzenden Schlosspark, der auch unter Denkmalschutz steht. Als Plan B schlugen die Berliner die Nutzung der Kellerräume vor.

„Das ist tatsächlich eine Möglichkeit“, kann sich die amtierende Museumsleiterin Sabine Hofmann damit durchaus anfreunden. Denn mittlerweile gilt der Anbau auch im Museum, unter anderem wegen der enormen Kosten, als nicht mehr durchsetzbar. Davon zeugen letztendlich die kürzlich vom Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und Landrätin Michaele Sojka (Linke) bekanntgegebenen Pläne, wonach Stadt und Kreis gemeinsam ein Konzept entwickeln, um das Marstall-Gebäude künftig auch für das Lindenau-Museum zu nutzen. Wie genau, ist noch offen.

Eine weitere Entspannung könnten die Keller-Räume bieten. Doch auch diese Lösung könnte teuer werden. Niemand weiß, was sich hinter den dicken Mauern verbirgt. Um das herauszufinden, soll noch in diesem Jahr ein erster Durchbruch stattfinden. Dann steht fest, in welchem Zustand sich die verborgenen Gewölbe befinden und was nötig ist, um sie zu nutzen. Voraussetzung freilich ist, dass der Kreistag mit dem beschlossenen Haushalt für dieses Jahr auch die nötigen Gelder bereitstellt.

Sollte die Keller-Nutzung realistisch und finanzierbar sein, könnten dort beispielsweise die momentan fehlende Garderobe und die dringend nötige moderne Toiletten-Anlage entstehen, ebenso Platz für die grafische Sammlung, die kunsthistorische Bibliothek samt Leseraum und das Studio Bildende Kunst.

Von Jens Rosenkranz

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