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Verseuchte Erde bei Arbeiten am Kleinen Jordan freigelegt in Göhren

Baustopp verhängt Verseuchte Erde bei Arbeiten am Kleinen Jordan freigelegt in Göhren

Bei der Verbreiterung des Bachbetts des Kleinen Jordans in Göhren ist verseuchter Boden entdeckt worden. In einer Tiefe von 1,5 Metern legten die Bagger eine Schicht frei, aus der Öl oder Diesel austritt. Das Umweltamt ordnete einen Baustopp an und ließ das Gelände untersuchen. In der kommenden Woche soll näheres bekanntgegeben werden.

Bürgermeister Frank Eichhorn schaut sich den Schlamassel am Kleinen Jordan an. Der Bach fließt vorerst durch das Plastikrohr.

Quelle: Mario Jahn

Göhren. „Auf die Gemeinde werden erhebliche Sanierungskosten zukommen“, schätzt die Leiterin des Fachdienstes Umwelt im Landratsamt, Birgit Seiler, ein. Hintergrund ist mit Öl oder Diesel verschmutztes Erdreich unmittelbar hinter dem Gasthaus. Dies wurde jetzt bei Arbeiten zur Bachbettsanierung entdeckt. Baufirma und Gemeinden informierten Seilers Fachdienst. „Wir sind sofort hingefahren und haben feststellt, dass große Bereiche des Ufers des Kleinen Jordans und Teile des angrenzenden Grundstücks betroffen sind.“ Ein sofortiger Baustopp musste angeordnet, die Baustelle gesichert und Bindemittel ausgebraucht sowie Öl abgepumpt werden, um den Bach zu schützen, informiert das Landratsamt weiter.

Anschließend erkundete ein Sachverständiger mit Sondierungsbohrungen den Boden. „Das vorläufige Ergebnis lässt auf Verunreinigungen schließen, die bis zu vier Meter tief gehen. Eine Ursache der Kontamination kann sich derzeit keiner erklären“, so Seiler weiter.

Die ausführende Firma erläutert: Die Verunreinigungen wurde beim Aushub der Baugrube freigelegt. „Erst haben wir in einer Tiefe von ungefähr anderthalb Metern verklebte Erde gesehen, später ist an der Böschungswand Öl ausgetreten und heruntergelaufen“, sagt Erik Hesselbarth von der Firma Heli Transport und Service. Wie er weiter beschreibt, sei aber kaum Öl in das Bachwasser gelangt. Zum einen, weil die Verunreinigung relativ tief liegt. Deshalb trat diese offensichtlich bis jetzt auch nicht zu Tage. Zum anderen schützte ein Damm den Bach, so Hellebarth. Inzwischen fließt der Kleine Jordan im betroffenen Bereich zudem durch Plasterohre, sodass keine Mineralöl mehr in den Bach gelangen.

Wie es nun weitergeht und welche konkreten Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, steht noch nicht fest, so Bürgermeister Frank Eichhorn (Feuerwehr). „Deshalb kann ich auch noch nichts zu den Kosten sagen. Das wird sich in den nächsten Tagen ergeben.“ Wie das Landratsamt ankündigt, werde es kommende Woche zum Schadensumfang und zur Schadensbeseitigung informieren. Unstrittig ist, dass diese zumindest vorerst die Gemeinde tragen muss. „Solange, bis alle unsere Reserven aufgebraucht sind“, klagt Eichhorn. Denn er kennt auch keinen Fonds, an den sich die Kommune wenden könnte, der in so einem Fall finanzielle Unterstützung leistet.

Bis jetzt war Göhren an den Kosten der Baumaßnahme am Bachbett nicht beteiligt, weil sie zu 100 Prozent mit Bundesfördermitteln zum Beheben der Schäden der Flut von 2013 bezahlt wird. Nachdem Ersatzneubau der Brücke neben der Gaststätte 2015 war es für den Hochwasserschutz notwendig geworden, auch das Bachbett zu erweitern, damit die größere Wassermenge die nun durch die Brücke passt, abfließen kann. Offensichtlich konnten die Bautrupps des Schmöllner Unternehmens am Bachbett ein ganzes Stück ohne Probleme arbeiten, bis das Öl auf der Wiese austrat.

Diese wird regelmäßig für Feste im Göhren genutzt. „Das Maibaumsetzen haben wir bereits an die Feuerwehr verlegt“, sagt Eichhorn. Nun hofft der Bürgermeister, dass bis Ende Juni das Problem auf dem Areal gelöst ist, denn dann ist dort das Dorffest geplant.

Von Jörg Reuter

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