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Verseuchte Häuser in Schelditz: Letzter Mieter wird Ende Januar ausziehen

Grundwasser Verseuchte Häuser in Schelditz: Letzter Mieter wird Ende Januar ausziehen

Viel Positives gab es im Arbeitsbericht der Rositzer Wohnbaugesellschaft vor dem Meuselwitzer Stadtrat nicht zu berichten. Denn der verseuchte Wohnblock in der Straße der Chemiearbeiter 2 bis 8 im Rositzer Ortsteil Schelditz belastet die Gesellschaft nach wie vor. Dort macht das aufsteigende verseuchte Grundwasser die Quartiere unbewohnbar.

Blick in die Straße der Chemiearbeiter im Rositzer Ortsteil Schelditz. Der verseuchte Wohnblock 2 bis 8 soll bis Ende Januar leer sein.

Quelle: Mario Jahn

Rositz. „Derzeit richten wir vier neue Wohnungen für Mieter vor, die sich nun doch für den Auszug aus dem Haus entschlossen haben“, sagte Karin Noll, Geschäftsführerin der Wohnbaugesellschaft. Sie sei ersucht worden, den Mietern freien Wohnraum aus den eigenen Beständen anzubieten. „Der eine noch verbleibende Mieter wird bis Ende Januar ebenfalls umgezogen sein.“ Dann sind alle 32 Wohnungen des mit Phenolen und anderen Stoffen belasteten Hauses leer.

Für den Leerzug und die Vorrichtung neuer Quartiere hatte der Vermieter bereits im Vorjahr 100.000 Euro zurückgestellt, berichtete Noll. Vom Thüringer Umweltministerium habe es bisher lediglich 40.000 Euro finanzielle Unterstützung für das Problemhaus gegeben. Obwohl noch nicht alles abgerechnet worden sei, habe man bereits 43.800 Euro im Zusammenhang mit der Freilenkung des Gebäudes ausgegeben. Weil es nicht mehr vermietbar ist, wurde eine Abwertung des Objektes vorgenommen. Wegen all dieser Probleme hat die Wohnbaugesellschaft inzwischen Schadenersatzansprüche beim zuständigen Ministerium angemeldet.

Doch den Vermieter, dessen Gesellschafter die Stadt Meuselwitz und die Gemeinden Rositz und Kriebitzsch sind, plagen insgesamt 140 leeren Wohnungen. „Das ist ein Leerstand von 28 Prozent. Rechnet man die insgesamt nicht mehr vermietbaren 57 Quartiere heraus, liegen wir bei 16 Prozent“, informierte Noll. Im Meuselwitzer Ortsteil Wintersdorf, wo die Gesellschaft rund 160 Wohnungen besitzt, beträgt der Leerstand 26 Prozent. Insgesamt stehen hier 37 Wohnungseinheiten frei, von denen 15 nicht mehr vermietbar sind, sagte die Geschäftsführerin.

„Wir werden nicht umhinkommen, bei den unrentablen Beständen über Abriss nachzudenken“, gab sie unumwunden zu. Als Beispiele für den schlechten Zustand von Gebäuden nannte sie das Hinterhaus in der Fabrikstraße 21 und die Rositzer Straße 11.

Von Marlies Neumann

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