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Verseuchte Wohnungen in Schelditz: Bürgerinitiative fühlt sich hintergangen

Umweltschutz Verseuchte Wohnungen in Schelditz: Bürgerinitiative fühlt sich hintergangen

Die Bürgerinitiative Schelditz fühlt sich bei der dringend nötigen Grundwassersanierung hintergangen. Anlass ist, dass nur die Grundstücksbesitzer über die Pläne informiert werden sollen und die Öffentlichkeit nicht beteiligt wird.

Der linke vordere Wohnblock in Schelditz ist vom giftigen Grundwasser bereits verseucht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Rositz.

Das Grundwasser unter etlichen Gebäuden in Schelditz ist mit mehreren krebserregenden Stoffen verseucht. Alleinige Ursache sind Stoffe, die sich aus dem Werksgelände der ehemaligen Raffinerie und Teerverarbeitung ausgebreitet haben. Steigt der Pegel weiter an, womit zu rechnen ist, verschärft sich die Gefahr. Um sie abzuwehren, lässt die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) seit Wochen eine sogenannte Sanierungsvorplanung erstellen, um verschiedene Varianten zu ermitteln, wie Menschen, Häuser und Umwelt geschützt werden könnten. Das Thüringer Umweltministerium beteiligt sich an den Kosten dafür. Im Moment werden die Vorschläge der Fachleute ergänzt, wie mit den Häusern, beispielsweise in der Talstraße, weiter verfahren wird.

Was aber genau vorgesehen ist, darüber wollen Ministerium und LMBV zunächst allein mit den Eigentümern reden. Möglich ist zu Beispiel, dass ihnen eine gewisse Geldsumme angeboten wird, um auszuziehen, ihre Häuser abzureißen und sich woanders niederzulassen. Die bereits für diesen Monat geplanten Gespräche sollen unseren Informationen zufolge wahrscheinlich in den Dezember verschoben werden.

Ein Anlass für die Verschiebung könnte die Unruhe sein, die sich ausgebreitet hat, seitdem die Besitzer-Gespräche durchgesickert sind. Auch Michaele Sojka (Linke) hat sich deswegen bei Anja Siegesmund (Grüne) nach dem Stand der Dinge erkundigt. Eine Antwort von der Umweltministerin bekam die Landrätin freilich nicht. Stellvertretend für die Ministerin schrieb Referatsleiterin Karin Arndt, dass das Ministerium ohne Abstimmung mit der LMBV gar nicht berechtigt sei, Sojka Auskunft im Fall Schelditz zu erteilen.

Die Pläne von LMBV und Ministerium sehen vor, dass nach Prüfung der Planung und den Einzelgesprächen mit den Grundstückseigentümern die Vorzugsvariante festgelegt wird. Ziel dafür war Ende November. Danach wird die Sanierung mit der Bürgerinitiative erörtert, ehe das Konzept vom sogenannten Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) beraten wird – im Dezember, eher aber im Januar. Der StuBa setzt sich paritätisch aus je vier Mitgliedern des Bundes und der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen.

Eine Beteiligung des Rositzer Gemeinderats oder des Landratsamtes sieht dieser Plan nicht vor. Der Beschluss der Vorzugsvariante finde demnach unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, meint Lothar Schumann, Sprecher der Schelditzer Bürgerinitiative. Er fordert, dass noch vor den Gesprächen mit den Grundstückseigentümern eine öffentliche Anhörung der Pläne im Gemeinderat erfolgen muss. „Die Öffentlichkeit soll offenbar nichts erfahren“, warnt Schumann. „Wir wollen aber wissen, was vorgesehen ist, wie die Sanierung und der Schutz von Boden und Grundwasser erfolgt.

Von Jens Rosenkranz

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