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Altenburg Vertrag sichert Altenburg-Geraer Theater Zukunft als Fünf-Sparten-Haus bis 2024
Region Altenburg Vertrag sichert Altenburg-Geraer Theater Zukunft als Fünf-Sparten-Haus bis 2024
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06:00 21.05.2016
Blick aufs Altenburger Theater: Ein Fünf-Sparten-Betrieb wird hier auch künftig geboten. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
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Altenburg

Was war die Aufregung groß, als Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) im vergangenen Jahr seine Pläne für die Thüringer Theater präsentierte. Unter dem Titel „Perspektive 2025“ stellte er Ideen vor, wie die Häuser dank Sparmaßnahmen langfristig gesichert werden können. Für das Altenburg-Geraer Theater war darin eine Kooperation des Orchesters mit der Philharmonie Jena vorgesehen. Angesichts dessen, einem daraus folgenden Stellenabbau und Gastspielen des Balletts an anderen Häusern sahen einige das Ende des Fünf-Sparten-Hauses drohen. Nach Monaten zuweilen zäher Verhandlung gibt es nun Ergebnisse, die der Theater & Philharmonie Thüringen ihre Zukunft mindestens bis 2024 sichern.

Nach Informationen der Osterländer Volkszeitung (OVZ) ändert sich mit der ab 2017 geltenden Vereinbarung nicht allzu viel. Einzig das Philharmonische Orchester des Altenburg-Geraer Theaters muss nennenswerte Kürzungen hinnehmen. Aber auch wenn in dem Vertrag, den Hoff nächste Woche vorstellen will, nur noch 64 der aktuell 73 Musiker-Stellen vorgesehen sind, bleibt doch der Status als B-Orchester erhalten – ein Kunstgriff, weil es für diese Kategorie eigentlich zwei Musiker zu wenig sind. Auch wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Alle Stellen werden durch altersbedingtes Ausscheiden wegfallen. Und das geschieht auch nicht von jetzt auf dann, sondern schrittweise über die nächsten Jahre.

Finanzielle Sicherheit für Altenburg und Gera bis 2022

Im Gegenzug sieht das Vertragswerk vor, lohntechnisch nach und nach vom derzeit gültigen Haus- zum Flächentarifvertrag zurückzukehren – inklusive einer Ausstiegsklausel anno 2023. Außerdem gibt das Land den Häusern in Altenburg und Gera bis 2022 finanzielle Sicherheit, wird die jährlichen Zuschüsse über die zuletzt 10,6 Millionen Euro hinaus anheben und damit den steigenden Geldbedarf decken. Das können weder die Stadt Gera, deren Kassen leer sind, noch das Altenburger Land, weil dies ein Kreistagsbeschluss verbietet. Und auch die Finanzkraft der Stadt Altenburg als drittem Gesellschafter ist arg begrenzt.

Darüber hinaus sind sogar zusätzliche Gelder aus Erfurt für den Theaterumbau wegen der maroden Technik vorgesehen. Doch damit nicht genug. Denn der Freistaat gibt dem einzigen produzierenden Fünf-Sparten-Haus die Garantie, dies auch mindestens bis 2024 zu bleiben. Gleiches gilt für den Status als Thüringer Staatsballett, der ebenfalls für die nächsten acht Jahre sicher ist – auch dank vermehrter Gastspiele an anderen Häusern. Damit dürften die Gespenster von zuweilen leblosen Gebäudehüllen, die ab und an fremdbespielt werden, zumindest für die nächste Zeit vertrieben sein.

Vertrag müssen noch die Gewerkschaften zustimmen

Allerdings gab es auf der jüngsten Aufsichtsratssitzung am Mittwoch nochmals große Aufregung. Dafür sorgte der Vertreter der Stadt Gera, der auf einmal eine – zuvor noch nie diskutierte – Orchester-Alternative mit 73 Stellen vorschlug. Das tat er, weil führende Musiker Druck aufgebaut hatten und die avisierten Kürzungen nicht hinnehmen wollen. Wie das Ganze finanziert werden sollte, ließ er jedoch offen.

Stattdessen gab es Wortgefechte. Das verhandelte Werk schien zu wackeln. Es folgten eilige Telefonate, die auch Hoff erreichten. Am Ende aber war der Vorstoß vom Tisch. Wegen des Gegenwindes aus dem Gremium und vielleicht auch wegen des Ministers. Denn der hatte noch am Vorabend auf OVZ-Nachfrage gesagt: „Ich gehe davon aus, dass wir einen parafierten Vertrag haben. Die Diskussion, die derzeit in Gera geführt wird, halte ich nicht für zielführend. Ich denke, wir haben ein gutes Ergebnis erreicht.“ Zugleich schloss er aus, dass der Freistaat Thüringen den Geraer Anteil an der Theater-Finanzierung übernimmt, wenn die Dix-Stadt erneut zahlungsunfähig werden sollte.

Dem Vertrag müssen freilich noch die Gewerkschaften zustimmen, was Anfang der Woche geschehen soll. Klappt das, will Minister Hoff das Werk voraussichtlich am Mittwoch öffentlich vorstellen. Die Theater-Mitarbeiter sollen dann am Freitag in einer Betriebsversammlung über alle Details informiert werden.

Von Thomas Haegeler

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