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Verwaister Altenburger Hof: Radtross bezieht vier andere Hotels

Thüringen-Rundfahrt der Damen Verwaister Altenburger Hof: Radtross bezieht vier andere Hotels

Bevor in anderen Jahren die Weltelite des Damenradsports die erste Etappe der Thüringen-Rundfahrt unter die Reifen nahm, zog im Altenburger Hof in Altenburg geschäftiges Treiben ein. Zuletzt stieg der komplette Tross hier ab. In diesem Jahr ist aber alles anders, nachdem der bisherige Pächter Dietrich Wieland Ende 2015 das Handtuch warf.

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Bis zum vorigen Jahr bezog der Thüringen-Rundfahrt-Tross im Altenburger Hof in Altenburg Quartier. Durch die Schließung des Hauses müssen die Teams nun ihre Räder vor anderen Hotels abladen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Bevor in anderen Jahren die Weltelite des Damenradsports die erste Etappe der Thüringen-Rundfahrt unter die Reifen nahm, zog im Altenburger Hof in Altenburg geschäftiges Treiben ein. Zuletzt stieg der komplette Tross immer in dem 145 Zimmer umfassenden Hotel ab. In diesem Jahr ist aber alles anders, nachdem der bisherige Pächter Dietrich Wieland Ende 2015 wegen des Investitionsstaus seinen Vertrag nicht verlängert hatte und das Haus in der Schmöllnschen Landstraße seitdem verwaist ist.

Die 120 Radamazonen machen um Altenburg zwar keinen Bogen, weil hier am Sonntag Start und Ziel für die dritte Etappe ist. Doch nächtigen werden die Pedaleure und ihre Betreuer mangels Angebots nicht in der Skatstadt. Bevor für sie am Freitag in Gotha der erste Startschuss zur 29. Thüringen-Rundfahrt fällt, werden sie in Weimar, Bad Köstritz und bei Kahla Quartier bezogen haben.

„Alles passte in Altenburg gut, sowohl von der Größe als auch von der Logistik“, sagt der Cheforganisator der Tour, Steffen Schumacher, und bedauert zugleich, dass der Altenburger Hof nicht mehr zur Verfügung steht. „Das war hier nicht nur komfortabel, sondern auch vom Preis her lukrativ“, erläutert er. Durch den riesigen Tross sei der Pächter preislich entgegen gekommen.

Neue Quartiere zu finden, war den Worten von Schumacher zufolge nicht einfach. Und das hat mehrere Gründe. „Wir benötigen Hotels, die die Anforderungen mittragen.“ Die Teams bräuchten für die hochwertigen Rennräder Möglichkeiten zum Unterstellen und zum Waschen. Auch bei den Mahlzeiten müssen sich die Hoteliers auf die Sportlerinnen einstellen – sowohl beim Speiseplan als auch bei den Essenszeiten. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr 20 Mannschaften durch Thüringen rasen wollen. „Das ist die Schmerzgrenze“, sagt Schumacher. Sonst seien es 16 Teams gewesen. Grund für den Run auf die Thüringen-Rundfahrt der Frauen sind die Olympischen Spiele. „Es ist der letzte Test“, weiß der Cheforganisator. Deshalb habe wohl auch erstmals die israelische Nationalmannschaft gemeldet. Die Suche nach passenden Unterkünften wurde zudem durch zeitgleiche Großveranstaltungen erschwert. „Für den Grand Prix vom 15. bis 17. Juli auf dem Sachsenring mussten viele Hotels Kontingente frei halten“, erläutert Schumacher. Auch die Thüringen-Rallye vom 14. bis 16. Juli in Pößneck binde Unterkünfte. „Unser Termin steht ja fest und ist Bestandteil des UCI-Rennkalenders.“

Nunmehr wird der Tross der Radsportlerinnen auf drei Hotels aufgeteilt – auf das Park Inn by Radission in Weimar, den Goldenen Löwen in Bad Köstritz und das Waldhotel Linzmühle bei Kahla. Die Mitarbeiter der Organisation übernachten laut Schumacher im Apart Hotel Gera. In Bad Köstritz treffen die Spitzensportlerinnen und ihre Betreuer übrigens auf einen alten Bekannten. Neuer Pächter dort ist Dietrich Wieland.

Nach den ersten zwei Etappen rund um Gotha und rund um Erfurt sind die 120 Radamazonen am Sonntag rund um Altenburg gefragt. Nach dem Start um 14 Uhr auf dem Markt führt die erste 50-Kilometer-Schleife zur Steilen Wand nach Meerane. Nach diesem Abstecher nach Sachsen begibt sich das Peloton dreimal auf die 23,5 Kilometer lange Runde des Jedermannrennens über Mockern, Schwanditz und Göhren, passiert demzufolge mehrmals die Skatstadt und den Markt. Gegen 17 Uhr wird mit dem Zieleinlauf gerechnet.

Von Frank Prenzel

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