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Verwaltungsgemeinschaft Wieratal: Ziegelheimer fühlen sich hintergangen

Gebietsreform Verwaltungsgemeinschaft Wieratal: Ziegelheimer fühlen sich hintergangen

Im Wieratal herrscht derzeit dicke Luft. Ziegelheims Bürgermeister Mario Rohr (CDU-Wählergruppe) und sein Stellvertreter Frank Schmiedel (FFW) empfinden das Vorgehen von Jürgen Schneider, amtierender Vorsitzender der VG Wieratal und scheidender Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain, als Anmaßung.

Sorgt auch im Altenburger Land für viel Unmut: die von der Erfurter Landesregierung geplante Gebietsreform.

Quelle: dpa

Ziegelheim. Im Wieratal herrscht derzeit dicke Luft. Ziegelheims Bürgermeister Mario Rohr (CDU-Wählergruppe) und sein Stellvertreter Frank Schmiedel (FFW) empfinden das Vorgehen von Jürgen Schneider, amtierender Vorsitzender der VG Wieratal und scheidender Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain, als Anmaßung. „Im Mai-Amtsblatt der VG hat sich Schneider an alle Bürger des Wieratal gewandt und sie aufgefordert, die Initiative der AG Selbstverwaltung für ein Volksbegehren mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Das geht so nicht. Wir in Ziegelheim fühlen uns hintergangen“, schimpft Rohr, der die Welt nicht mehr versteht.

„Hätte Schneider den Aufruf als Bürgermeister auf den Seiten seiner Gemeinde gestartet, hätten wir das akzeptiert.“ Doch die praktizierte Vorgehensweise sei nicht im Sinne der Ziegelheimer. Der dortige Gemeinderat haben den Beschluss gefasst, mit Nobitz über ein schnelles Zusammengehen zu verhandeln (die OVZ berichtete). Rohr hatte seine Kommunen im Gemeinderat bereits als Braut angeboten. Das hatte ebenso wie ein Treffen von Ratsmitgliedern aus Nobitz und Ziegelheim für Unruhe in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wieratal gesorgt.

„Uns bleibt doch mit Blick auf die anstehende Gebietsreform gar nichts anderes übrig, als uns in Richtung Nobitz zu orientieren“, so Rohr, der selbst schon länger Richtung Nobitz schaut.

Die Nachteile der Gebietsreform, die Schneider in acht Punkten zusammengefasst habe, seien ein Horrorszenario, schätzt der Ziegelheimer Bürgermeister gegenüber der OVZ ein. „Die Behördenwege würden sich beim Zusammenschluss mit Nobitz nicht wie behauptet verlängern. Denn Nobitz will das Verwaltungsgebäude in Langenleuba-Niederhain ebenso erhalten wie das Personal. So würde auch die Bürgernähe gesichert“, erklärt Rohr. Was die Vereinsförderung betreffe, sei die zum einen keine Pflichtaufgabe der Kommune, zum anderen könne Ziegelheim die schon lange nicht mehr finanzieren, schlägt Schmiedel in die selbe Kerbe und nimmt sich gleich noch der angeführten Gebührenerhöhung an. „Für die Kindertagesstätten liegen die Beiträge für die Ganztagsbetreuung eine Kindes über zwei Jahre in Nobitz derzeit noch bei 95 Euro. Im Wieratal sind bereits 125 Euro zu zahlen“, rechnet er vor. Bei Wasser und Abwasser ziehe das Argument der Erhöhung auch nicht, denn Teile von Nobitz würden wie das Wieratal zum ZAL gehören.

Hinters Licht geführt würden die Bürger auch mit der Aussage, dass sich die Ausrückzeiten bei der Feuerwehr verlängern würden, meint Schmiedel. „Die vorgeschriebenen zehn Minuten werden immer eingehalten. Denn die Wehren im Wieratal bleiben erhalten“, traut er sich zu behaupten.

Die Gegenargumente, die die beiden Ziegelheimer aufführten, ließen sich fortsetzen. Doch Rohr und Schmiedel meinen unisono, dass sie in Schneiders Ausführungen keinen Punkt finden würden, der auf Ziegelheim oder die anderen Kommunen der VG zutreffen würde.

Von dort gibt es allerdings keine Reaktionen auf den Aufruf von Schneider. Der hatte in der Vergangenheit selbst mehrfach betont, dass ein Zusammenschluss mit Nobitz die einzige Lösung sei.

„Als Ziegelheimer fühlen wir uns durch diesen Aufruf angegriffen. Wir haben als erste die Verhandlungen mit Nobitz aufgenommen. Unsere Bürger sind durch das Vorgehen von Schneider völlig verunsichert“, macht Rohr seinem Unmut nochmals Luft.

Von Marlies Neumann

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