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Altenburg Verwehungen und Knochenbrüche: Wintereinbruch macht zu schaffen
Region Altenburg Verwehungen und Knochenbrüche: Wintereinbruch macht zu schaffen
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00:33 22.03.2018
Auf dem Altenburger Marktpflaster empfehlen sich vorsichtige Schritte. Auch für Dienstag werden weitere Schneefälle und Minusgrade vorausgesagt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Weiße Wiesen, spiegelglatte Straßen: So wie weite Teile Mitteldeutschlands hat auch das Altenburger Land mit dem erneuten Wintereinbruch zu kämpfen. Zwischen vier und sechs Zentimeter Neuschnee, böiger Wind und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt machten dem Landkreis am Wochenende zu schaffen. Auch für Dienstag sind wieder Schneefälle und eisige Nachttemperaturen angesagt.

In Altenburg haben sich die Mitarbeiter des Bauhofs auf die Rückkehr der frostigen Witterung eingestellt. „Ab Samstag um 4 Uhr waren zeitweise bis zu 20 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-System im Einsatz“, teilte Stadtsprecher Christian Bettels am Montag auf OVZ-Anfrage mit. Gearbeitet wurde anhand einer Prioritätenliste: Zunächst galt es, Hauptstraßen und Steigungen zu beräumen. „Das ist insgesamt gut gelungen“, so Bettels’ Fazit. Schwieriger habe sich die Situation auf den Ortsverbindungsstraßen dargestellt. Dort machten Verwehungen zu schaffen. „Je weiter weg von der Stadt man unterwegs war, umso schwerer war es, die Straßen völlig zu beräumen.“

Verwehungen auf Kreisstraßen

Eine Erfahrung, die auch die Kreisstraßenmeisterei machen musste. „Die Schneezäune waren praktisch wirkungslos, weil der Wind aus unüblicher Richtung von Nord /Nordost kam“, schilderte der Chef der Kreisstraßenmeisterei, Frank Schmutzler. Ausgerichtet seien die Zäune auf die meistens vorherrschende Windrichtung Süd/Südwest. Vor allem zwischen Nöbdenitz und Drogen, bei Göllnitz und bei Gödissa musste deshalb punktuell gegen enorme Verwehungen gekämpft werden. Trotzdem, bilanziert Schmutzler, sei am Wochenende die Lage auf den Kreisstraßen im Großen und Ganzen unter Kontrolle gewesen. Auch weil zusätzliche Kräfte hinzugezogen wurden. Seit 2001 gebe es für solche Fälle zwischen dem Landkreis und einigen Unternehmen einen sogenannten Bedarfsvertrag. „Den mussten wir seit 2010 erstmals wieder nutzen. Wir haben drei Firmen um Hilfe gebeten.“

Auch in der Skatstadt sieht sich der Winterdienst gut aufgestellt, auch für eventuelle erneute Schneeniederschläge. Elf Fahrzeuge stünden für Räumarbeiten zur Verfügung, man könne auf bis zu 30 Mitarbeiter zurückgreifen, sagt Rathaussprecher Bettels. Auch Streumittelreserven – zu Winterbeginn waren es rund 950 Tonnen Salz und etwa 200 Tonnen Splitt – seien derzeit noch ausreichend vorhanden.

Nichts anhaben konnte das Wetter offenbar auch dem Schienenersatzverkehr zwischen Altenburg und Gößnitz, der seit Sonntag wegen der Bauarbeiten auf der Strecke im Einsatz ist. „Alle Busse pünktlich bisher, beschwert hat sich noch niemand. Hoffen wir, dass das so bleibt“, sagte am Montag eine Mitarbeiterin des Mitteldeutschen Verkehrsbunds. Tatsächlich fuhren bei einer OVZ-Stichprobe am Montagvormittag die Busse planmäßig am Busbahnhof Altenburg ein. „Natürlich wäre es angenehmer, mit der S-Bahn durchzufahren“, sagte eine ältere Dame, äußerte sich aber zufrieden mit dem Service: „Der Bus war pünktlich.“ Der Ersatzverkehr ist noch bis zum 26. März eingerichtet.

Mehr Andrang in der Notaufnahme

Deutliche Spuren hinterlässt der Winter hingegen in der Notaufnahme des Klinikums Altenburger Land. Schnee und Glatteis haben zu vermehrten Knochenbrüchen geführt. Wie Klinikum mitteilt, verlief das Wochenende zwar ruhig, jedoch mussten am Montag binnen weniger Stunden bis 14.30 Uhr bereits 55 Patienten behandelt werden. „Normal sind in 24 Stunden etwa 65 Behandlungen“, sagte Kliniksprecherin Christine Helbig. Auf den gesamten Winter bezogen, spielten wetterbedingte Unfälle aber eine eher untergeordnete Rolle. „Dafür gab es mehr Grippefälle und Patienten mit Lungenentzündungen“, so Helbig. Der jüngste Rekord von über 100 Patienten pro Tag in der Notfallbehandlung des Altenburger Krankenhauses sei weniger als drei Wochen her.

Meuselwitz verschiebt Veranstaltung

Auch einige Veranstaltungen im Landkreis liegen darnieder. So wird der eigentlich für den 24. März angesetzte Tag der sauberen Landschaft in Meuselwitz auf die Zeit nach Ostern verschoben, wie Bürgermeister Udo Pick mitteilte. Und auch die Baumpflanzaktion für Grundschulkinder in Wintersdorf, so war zu hören, werde am kommenden Freitag wohl nicht stattfinden.

Dass der Frühling, obwohl er ab Dienstag im Kalender steht, bis zur Wochenmitte Einzug hält, daran glaubt offenbar kaum jemand. Auch nicht in den Autowerkstätten. „Heute hatten eigentlich einige Kunden einen Termin zum Wechseln auf Sommerreifen. Den haben alle wieder abgesagt und nach hinten verschoben“, berichtete am Montag Harald Meyer, Filialleiter bei Pitstop in Altenburg. Er empfehle allen, bis auf Weiteres mit Winterreifen zu fahren.

Meteorologe: „Es bleibt frostig“

Und auch Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst warnt: Ausgestanden ist der Winter noch nicht. „Auch am Dienstag sind ab dem Mittag wieder Niederschläge zu erwarten.“ Ein bis drei Zentimeter Neuschnee seien bis in die Nacht möglich, es bleibe frostig. Ab Mittwoch steigt das Thermometer dann ganz langsam wieder an.

Ein Hoffnungsschimmer: „Am Wochenende wird es wieder schön“, kündigt der Meteorologe an. „Bis zu zehn Grad sind dann tagsüber möglich.“ Vielleicht hat Väterchen Frost dann endlich genug.

Von Bastian Fischer, Jörg Reuter, Sophie Aschenbrenner

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