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Altenburg Viaduktradweg: Ausflüglerschneise ist freigeschnitten
Region Altenburg Viaduktradweg: Ausflüglerschneise ist freigeschnitten
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00:28 01.03.2018
Rund drei Dutzend Helfer beteiligten sich am jüngsten Arbeitseinsatz für das Projekt Viaduktradweg, entfernten allerlei Gesträuch. Quelle: Jörg Reuter
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Nobitz/Langenleuba-Niederhain

Jahrelang ging es beim Projekt Viaduktradweg kaum voran. Jetzt drücken die drei Vereine hinter dem Vorhaben, die Naturforschende Gesellschaft, der Naturschutzbund (Nabu) und der Viaduktradwegverein, auf die Tube, setzen die Pläne um. Und erfahren dabei große Unterstützung: Nachdem bereits am 17. Februar rund 100 Freiwillige zum Arbeitseinsatz gekommen waren, reichte die Energie vergangenes Wochenende noch für Runde. Trotz Wind und Kälte fanden sich immerhin knapp 40 Leute ein.

Dass es nicht erneut 100 geworden sind, konnte Nabu-Chef Mike Jessat nicht verdrießen. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass alle Helfer aus der Vorwoche heute noch mal wiederkommen“, sagte er. Außerdem: Nachdem beim ersten Arbeitseinsatz sehr viel geschafft worden ist, war diesmal weniger zu tun. Zum gemeinsam Imbiss nach getaner Arbeit am Bahnhof Beiern erklärte Jessat: „Wir sind jetzt mit dem Freischneiden fertig.“ Der Weg für Fuß- und Radreisende entlang der alten Bahnlinie ist geebnet.

Fünf Brücken von Bewuchs befreit

Fünf der historischen Viadukt-Brücken wurden am Sonnabend von Bewuchs befreit. Außerdem haben die Helfer-Gruppen auf weiten Strecken das Gestrüpp vom ehemaligen Gleiskörper entfernt. Mit Kettensägen und Astscheren schufen die Freiwilligen eine passierbare Schneise, wo zuvor undurchdringbares Dickicht wucherte.

Einige wenige Stellen müssen aber laut Jessat noch nachgearbeitet werden. Und dann ist da noch das Behördliche: „Gerade prüft die untere Naturschutzbehörde, ob es sich um einen Eingriff in die Natur handelt.“ Sollte das Landratsamt zu dieser Einschätzung gelangen, müssten Ausgleichsmaßnahmen erfolgen. Das heißt, für die entfernten Büsche müssen an anderer Stelle neue gepflanzt werden. Jessat rollt mit den Augen. „Wir haben heute noch andere Arbeitseinsätze, zum Beispiel an den Haselbacher Teichen. Auch dort müssen Sträucher verschnitten werden, wie in jedem Garten. Dort gilt es aber als Pflegemaßnahme.“

Nachdem die Aktiven Ernst machen mit dem Projekt Radweg, regt sich auch Widerstand. Dass die Behörde daraufhin aktiv wird, ist für Rechtsanwalt Helge Klein, Vorstandsmitglied im Viaduktradwegverein, nichts Aufregendes. „Es gab einen Anlass zur Prüfung und diese führt nun die untere Naturschutzbehörde durch“, erläuterte er. Und Jessat betonte: „Alles was wir heute und vergangene Woche hier gemacht haben, ist okay. Das hat uns die Naturschutzbehörde bei einem Vor-Ort-Termin bestätigt.“

Vereinsmitglied: Bedenken der Jäger sind zerstreut

Bei diesem Termin seien auch die Bedenken der Jäger aus dem Weg geräumt worden, die sich kürzlich kritisch zu den Arbeiten geäußert hatten (die OVZ berichtete). Die Jäger seien auch deswegen nun beruhigt, weil auf der Bahnstrecke kein Radweg im engeren juristischen Sinne entsteht, erklärte Klein. Mit einem öffentlichen Radweg verbinde der Gesetzgeber verschiedene Ansprüche: „Der muss beispielsweise grundhaft ausgebaut und am besten mit einer Schwarzdecke überzogen sein“, so Klein. Doch das sei weder jetzt finanzierbar noch vom Nabu so gewollt und letztlich auch nicht nötig.

Denn auch auf einem Wanderweg entlang der früheren Bahnstrecke, worauf es momentan hinausläuft, könne mit dem Rad gefahren werden. „Das wird dann so, wie es jetzt schon im Altenburger Stadtwald ist“, sagte Klein. Ein sandgeschlämmter Boden soll den Weg glätten, wo jetzt noch Bahnschotter liegt. Die beiden Wochenend-Arbeitseinsätze mit zahlreichen Freiwilligen haben für die nächsten Ausbauschritte die Voraussetzungen geschaffen.

Von Jörg Reuter

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