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Altenburg Viaduktradweg: Verein zieht durchwachsene Bilanz
Region Altenburg Viaduktradweg: Verein zieht durchwachsene Bilanz
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12:05 19.02.2018
Das Nirkendorfer Viadukt soll Teil des Viaduktradweges von Altenburg bis zur Landesgrenze nach Sachsen werden. Quelle: Mario Jahn
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Langenleuba-Niederhain

Die Jahresbilanz des Viaduktradwegvereins fällt rückblickend durchwachsen aus. Zwar sind die Initiatoren um den Göpfersdorfer Vereinschef Günter Lichtenstein einem Radweg noch nie so nah gewesen wie jetzt. Nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor mehr offene als gelöste Fragen. Dazu zählt auch ein verbindlicher Termin, wann denn nun endlich gebaut wird. Damit gibt es derzeit auch keine Anhaltspunkte, wann der erste Radler wenigstens auf einem Teilstück der Strecke fahren kann. Um so wichtiger war es dem Verein, kürzlich ein Zeichen zu setzen und in einer öffentlichen Sitzung zu erklären: Uns gibt es nach wie vor, wir halten am Vorhaben fest, wir haben schon viel erreicht und wir bleiben daran.

Die Zuversicht, dass der Viaduktradweg gebaut wird, ist im Verein ungebrochen. Was auch auf Fakten basiert, die im jahrelangen Kampf um das Projekt erreicht wurden. Die wichtigsten beiden Punkte sind, dass die Naturschutzbund-Stiftung inzwischen Eigentümer der Flächen ist, und dass die Deutsche Bahn Eigentümer der Viadukte bleibt, diese aber vertraglich an den Viaduktradwegverein verpachtet hat. Wohl gemerkt ohne die Verpflichtung, dass der Verein sich um den baulichen Zustand der fast 120 Jahre alten Brücken kümmert. Deren Instandsetzung und Pflege bleibt Sache der Bahn (die OVZ berichtete).

Als dieser Vertrag im Sommer in trockenen Tüchern war, verlautbarte Lichtenstein, er gehe davon aus, der Bau zumindest auf einem ersten Teilstück könne nun umgehen beginnen. Dies war ihm auch wichtig, weil das endlich ein sichtbares Zeichen nach außen wäre. Doch wie von Anfang an beim Vorhaben Viaduktradweg, steckt die Tücke im Detail. Dass für die Verwirklichung Fördermittel notwendig sind, ist klar. Diesbezüglich habe er von Politikern und Behörden auch stets positive Signale bekommen, berichtet Lichtenstein in der jüngsten Sitzung des Viaduktradwegvereins. Doch nun, wo es konkret wird, plagen die Entscheider im Erfurter Wirtschafts- und Tourismusministerium Zweifel und Sorgen.

Fördermittel werden im Normalfall an Kommunen ausgeben. Doch beim Projekt Viaduktradweg sind die Kommunen raus – und Fördermittelnehmer wäre ein Verein. Nach Einschätzung von Vereinsmitglied Helge Klein können die Entscheider mit der Situation nur schwer umgehen, auch, weil sie wohl der Leistungsfähigkeit des Viaduktradwegvereins misstrauen. Doch dieser sei ja „nur“ eine Art Förderverein, hinter dem der Naturschutzbund Deutschland als Flächeneigner und die Bahn als Viadukteigner stünden. Zwei Partner, deren Leistungsfähigkeit kaum zu bezweifeln ist, schätzte Klein ein. Und der Altenburger Rechtsanwalt ergänzte, dass auch Wirtschaftsgrößen wie die deutschlandweit aktive Heim-Gruppe hinter dem Vorhaben stehen und dass es von den Kieswerkbetreibern feste Zusagen gibt.

Viel Hoffnung konzentriert sich nun auf den 15. Dezember, wenn eine Abordnung des Wirtschaftsministeriums den Kreis bereist. Dann will die Lichtenstein-Truppe den Amtsleitern das Projekt vor Ort vorstellen und die ihrer Meinung nach immense Bedeutung für den Tourismus herausstreichen. Und es soll gezeigt werden, dass Fördermittel in den Händen des Vereins gut aufgehoben sind und die Beteiligung einer Kommune eher für mehr Schwierigkeiten sorgen würde. „Eine Voraussetzung, dass die Bahn Eigentümer der Viadukte geblieben ist, war unser bürgerschaftliches Engagement. Wenn Kommunen mit von der Partie sind, will die Bahn natürlich die Bauten am liebsten verkaufen“, verweist Klein auf die Verhandlungen der vergangenen Jahre.

Von Jörg Reuter

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