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Viel, aber gut investiertes Geld

Viel, aber gut investiertes Geld

68 Langzeitarbeitslose haben bisher in der Bürgerarbeit einen Job auf Zeit bekommen, 90 sollen es werden. Nach Startschwierigkeiten und Zeitverzug kommt Altenburgs wichtigstes Arbeitsmarkt-Projekt in Fahrt.

Altenburg. Von Günter Neumann

Der Start war schwierig, doch nun nimmt das Projekt Bürgerarbeit in Altenburg offenbar Fahrt auf. Zum Start im Juni gab es in städtischen Einrichtungen fünf Bürgerarbeitsplätze, zum Ende dieses Monats werden es 68 sein. Etwa 90 könnten es bis zum Frühjahr werden, schätzte Oberbürgermeister Michael Wolf ein. "Es ist eine wichtige soziale Aufgabe für die Stadt, mitzuhelfen, die Menschen wieder fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen", sagte der SPD-Politiker.

Die sogenannte Bürgerarbeit ist die letzte von vier Stufen eines Projekts, das gemeinsam von Stadtverwaltung und Arbeitsagentur aufgelegt wurde. Wer in den ersten drei Phasen nicht zurück ins Arbeitsleben gebracht werden kann, bekommt mit der Bürgerarbeit eine Chance. Die Bürgerarbeiter, die vorher lange Zeit arbeitslos waren, können in speziell ausgewählten und vom Bundesverwaltungsamt genehmigten Maßnahmen über einen Zeitraum von etwa drei Jahren beschäftigt werden. Die bislang etwa 20 bestätigten Maßnahmen ermöglichten Bürgerarbeitsplätze überwiegend in den Bereichen Soziales, Kultur und Freizeit. Wie das Rathaus informierte, sind vier Bürgerarbeiter beispielsweise in der Seniorenbetreuung in den beiden städtischen Seniorenclubs beschäftigt, sechs unterbreiten im Schloss- und Spielkartenmuseum kulturelle Angebote für ältere Bürger.

In der Kinderbetreuung an städtischen Grund- und Regelschulen sowie für die Zubereitung des Gesunden Frühstücks für Grundschüler sind insgesamt 14 Bürgerarbeiter im Einsatz. Zwölf Bürgerarbeiter widmen sich in den kommenden drei Jahren der Verbesserung der touristischen Infrastruktur in der Stadt und in den drei Ortsteilen. Zehn weitere Bürgerarbeitsplätze entfallen auf eine Maßnahme, die die Aufwertung und Aufarbeitung von städtischen Spiel- und Sportstätten sowie -geräten zum Ziel hat. Eine Maßnahme mit vier Bürgerarbeitsplätzen ist der Stadtarchäologie zugeordnet, die Aufgabe besteht in Fundbearbeitung und Inventarisierung.

Der OB erinnerte daran, dass die Einführung der Bürgerarbeit mit zahlreichen Startschwierigkeiten verbunden war. "Es hat unendlich viel Arbeit gemacht, das zusammen mit unserer Agentur für Arbeit hinzubekommen." Denn ursprünglich wollte das Bundesverwaltungsamt nicht akzeptieren, dass die Maßnahmen über den Altenburger Verein für Beschäftigung abgewickelt werden. Für die Stadt als Träger wären aber die Personalkosten aufgrund der Tarifbindung nicht aufzubringen gewesen, wie Wolf erläuterte. Erst massive Interventionen, bei denen sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel engagierte, bewirkten ein Umdenken in den Behörden.

Doch der Zeitplan, der den Start der Bürgerarbeit-Maßnahmen schon Anfang des Jahres vorsah, war nicht mehr zu halten. Auch die einst geplanten 120 Plätze werden nicht erreicht. Nach dem jetzigen Modus übernimmt das Bundesverwaltungsamt die gesamten Personalkosten der Bürgerarbeiter. Die Stadt muss an den Träger der Maßnahmen, den Altenburger Verein für Beschäftigung, die kompletten Kosten für den Verwaltungsaufwand, Unfallversicherung, Arbeitsschutzbekleidung sowie Sachkosten überweisen. Summa summarum bedeutet dies für die Stadt für die bewilligten 68 Bürgerarbeitsplätze Ausgaben in Höhe von 94 000 Euro im Jahr. Kommen noch die derzeit für Residenzschloss und Sportstätten beantragten 18 Bürgerarbeitsplätze hinzu, erhöht sich der Aufwand auf rund 110 000 Euro jährlich. "Das ist viel Geld, aber es ist gut investiertes Geld", sagte Wolf.

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