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Viel mehr als nur ein Freibad

Viel mehr als nur ein Freibad

Ein Badetuch auf der grünen Wiese, eine Bratwurst in der Hand und entspannte Blicke ins kühle Blaue - das scheinen die kleinen Dinge zu sein, die einen deutschen Sommer ausmachen.

Altenburg.

Wie die Einheimischen längst erkannt haben, ist hier die Rede vom Altenburger Südbad, das zudem mit einem riesigen Becken, Rutschen und einem Zehn-Meter-Sprungturm punktet. Für Neuankömmlinge in der Skatstadt - wie für mich als Amerikanerin - fällt beim Erstbesuch allerdings anderes auf.

 

Zuerst staune ich über das gesamte Ambiente: eine geheime Oase hinter Bäumen und einem Hügel versteckt. Ich habe den Eingang fast übersehen. Einmal angekommen, zeigt mir Schwimmmeister Olaf Pilling voller Stolz und Freude jede Ecke des Geländes. "Sie kommen zum richtigen Zeitpunkt", sagte er. "Denn noch nie haben wir einen so langen Zeitraum gehabt, in dem die Besucherzahlen täglich über die Tausend reichen." Das liegt an dem schönen Wetter, das nur ab und mal durch heftige Gewittergüsse und mal einen trüben Tag unterbrochen wird. "Es sind Ferien, es ist warm, das zieht die Leute natürlich zum Wasser", so der Bademeister. Als ich mein Kleid durchschwitze, kann ich das sehr wohl glauben. Sogar die Wassertemperatur liegt bereits bei 25 Grad.

 

Seit 35 Jahren arbeitet Olaf Pilling im größten Freibad des Altenburger Landes. Als wir langsam am Rande des Beckens laufen, erzählt er mir von den vielen Veränderungen in dieser Zeit, vor allem aber in den letzten Jahren. Beispielsweise von der großen, 75 000 Euro teuren Rutsche, von den neu ausgelegten Becken. "Dieses Jahr haben wir eine neue Treppe auf der Ostseite des Schwimmerbeckens gebaut, die vor allem älteren Badegästen den Einstieg erleichtern sollen. Auch wurde das Geländer rund um die Sprungtürme erneuert. Es ist jetzt so, dass man nur einzeln runterspringen kann. Das ist sicherer."

 

Just in diesem Moment steht ein etwa zehnjähriger Junge ganz oben auf dem Zehn-Meter-Turm. Unsicher guckt er runter, dann zurück zur Leiter. Unten stehen seine Freunden und feuern ihn an. Nach einer Pause nimmt er seinen Mut zusammen und springt. "Wir geben uns viel Mühe, dass alles weiter modernisiert wird", betont Pilling. Keine Aufgabe ist dabei für ihn und seine Kollegen zu klein - bis hin zu den neuen Büschen, die neulich gepflanzt wurden. "Um das Ganze ein bisschen aufzupeppen", lacht Olaf Pilling.

 

Das Altenburger Bad scheint sehr gefragt zu sein. Das merke ich sehr schnell. Überall gut Laune und sehr viele Badegäste. An den heißen Tagen in diesem Jahr waren durch täglich über 1000. Die jährliche Besucherzahl liegt bei rund 40 000. Das sagt wohl alles - die Altenburger lieben ihr Freibad.

 

Der Familie Wagenbreth beispielsweise gefällt am meisten das saubere Wasser. "Hinzu kommen neuerdings die Möglichkeit, nach dem Baden warm zu duschen und natürlich die große grüne Wiese", listet Grit Wagenbreth auf. Ihr fünfjähriger Sohn Nils begeistert sich jedoch mehr an der Riesenrutsche und dem großen Schwimmbecken.

 

Das Wasser scheint also überall auf der Welt die Menschen anzuziehen, denke ich. Nur so entstehen ähnliche Schwimmbäder sogar mitten in der Wüste, wo die eigentlich nichts zu suchen hätten. Ich denke zurück an die Zeit, als ich fünf Jahre alt war, in Las Vegas, Nevada. Dort, wo die Sommertemperaturen täglich erst ab 38 Grad beginnen und den Betonboden so aufheizen, dass es möglich wäre, ein Spiegelei innerhalb wenige Minuten auf dem Fußweg zu braten. Üblich für amerikanische Schwimmbäder hat das Bad meiner Kindheit keine grüne Wiese, die das Becken umarmt, sondern nur solche Betonwege. Auch später, als ich aus der Wüste wegzog und Schwimmbäder in den waldreichen Städten des mittleren Westens besuchte, blieben die Bäder von der Natur getrennt. Dafür gab es ja Naturparks, wenn man ins Grüne wollte. Grün ist deshalb nie eine Farbe, die ich mit einem Stadtbad verbunden habe.

 

Deshalb sticht es mir bei meinen Besuch im Südbad sofort ins Auge, das zwei Hektar große grüne Gelände. Badetuch an Badetuch entspannen sich die zahlreiche Gäste unter den voll erblühten Lindenbäumen, manche sogar mit Zelt, wie im Wald. Im Hintergrund spielt eine Familie Beachvolleyball, unweit klettern Kleinkinder am Spielplatz oder planschen im Kinderbecken. Altenburg hat einen Freizeitpark im wortwörtlichsten Sinne - und das Ganze im Grünen. Ich bin begeistert.

Krysta Brown

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