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Viele, zu viele wollen Sahra sehen

Viele, zu viele wollen Sahra sehen

Mehr als 200 Besucher sind vorgestern Abend zur Lesung der stellvertretenden Parteivorsitzenden der Linken, Sahra Wagenknecht, gekommen.

Altenburg.

Wegen der Brandschutzordnung des Landestheaters konnten aber nur 120 der Veranstaltung im Heizhaus beiwohnen.

 

 

 

Wer vorgestern kurz nach 18 Uhr am Landestheater vorbeiging, konnte einige Menschen mit enttäuschtem Blick bereits wieder gehen sehen. Kein Reinkommen mehr ins Heizhaus. Denn dort sind längst, nämlich kurz nach Einlass-Beginn, schon alle Stühle belegt; selbst auf den Treppen findet sich kein Plätzchen mehr. Diejenigen, die am Rand stehen, hoffen noch darauf, die 43-jährige Politikerin einmal hautnah zu sehen. Doch kurz nach halb sieben ist klar: Sahra Wagenknecht ist zwar nach ihrem Termin in Gera - mit 800 Zuschauern - noch nicht in Altenburg angekommen, aber die Lesung beginnt erst, wenn auch die letzten Gäste ohne Sitzplatz den Raum verlassen haben.

 

"Es war sehr schwer abzuschätzen, wie viele kommen werden. Eine Veranstaltung dieser Art machen wir zum ersten Mal", erklärte Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Frank Tempel. "Wir entschuldigen uns bei allen, die keinen Platz bekommen haben."

 

Diejenigen, die einen ergattert haben, begrüßen die Politikerin bei ihrer Ankunft sofort mit einem herzlichen Applaus. Und dann hält sich Wagenknecht auch nicht lange an Begrüßungsformeln auf. Nach einer kurzen Einleitung liest sie rund eine Dreiviertelstunde das erste Kapitel ihres Buches "Freiheit statt Kapitalismus" vor, indem sie sich mit dem Euro, der Finanzkrise und der europäischen Union beschäftigt. Natürlich hat sie darin die Fakten parat, aber auch provokante Formulierungen fehlen nicht. Von Europa als Schlachtfeld ist beispielsweise die Rede. Ansonsten bleibt Wagenknecht zurückhaltend, nach Autogrammen für alle ist sie schnell wieder verschwunden.

 

"Es war sehr informativ und interessant", waren sich Helga und Ewald Dreßler nach der Lesung einig. In das Buch könne man sich noch zu Hause vertiefen. "Aber es wäre sinnvoll gewesen, nach der Lesung noch ins Gespräch zu kommen", so Helga Dreßler, "doch es ist verständlich, dass sie wenig Zeit hat." Sehr hat die beiden auch gefreut, dass so viele die Lesung besuchen wollten: "Es zeigt doch, dass es ein großes Interesse an diesen Themen gibt."

 

Für alle, die vorgestern keinen Platz mehr bekommen haben, kündigte der Kreisvorstand der Linken im Altenburger Land gestern an, dass es nach der Bundestagswahl noch eine weitere Veranstaltung mit Sahra Wagenknecht gibt.

Jenifer Hochhaus

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