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Vielfältige Offerten – doch Besucherzahl weiter rückläufig

Altenburger Museumsnacht Vielfältige Offerten – doch Besucherzahl weiter rückläufig

Der Skatstadtmarathon fand in der Museumsnacht seine Fortsetzung – zum ersten Mal nicht nur terminlich, sondern auch thematisch. Denn ein Startschuss in Form eines Trommelwirbels und ein besonderer sportlicher Wettbewerb eröffnete am Sonnabend die diesjährige Museumsnacht. Trotz vielfältiger Offerten bleibt die Besucherzahl rückläufig.

Reges Interesse in der Altenburger Schlosskirche an der neuen Sonderausstellung „Luther nachgeblickt“.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Der Skatstadtmarathon fand in der Museumsnacht seine Fortsetzung – zum ersten Mal nicht nur terminlich, sondern auch thematisch. Denn ein Startschuss in Form eines Trommelwirbels eröffnete am Sonnabend die diesjährige Museumsnacht um 18 Uhr. Zahlreiche Zuschauer hatten es sich auf der Wiese und den Bänken hinter dem Lindenau-Museum bequem gemacht, um die Eröffnungszeremonie mit der Schauspielerriege des Landestheaters samt jungen Tänzerinnen und Tänzern und einem Olympioniken-Ensemble mitzuerleben.

Einmal ums Museum – OB Michael Wolf hat für ein weiteres Jahr seine Fähigkeiten als „Pharao“ dieser Stadt bewiesen

Einmal ums Museum – OB Michael Wolf hat für ein weiteres Jahr seine Fähigkeiten als „Pharao“ dieser Stadt bewiesen

Quelle: Jens Paul Taubert

Als Höhepunkt umrundete der von Schauspieldirektor Bernhard Stengele mit einem Augenzwinkern als „Altenburger Pharao“ bezeichnete Oberbürgermeister Michael Wolf das Museum und sicherte sich in etwas mehr als 30 Sekunden, die er für die Umrundung des Musentempels benötigte, wieder seine Insignien der Macht.

Ein gelungener Einstieg in den lauen Sommerabend, der schon zu recht früher Stunde für ausgelassene Stimmung sorgte, und eine sinnvolle Verbindung zwischen dem Lauf der Athleten und dem Tanz der Musen bildete. Danach wollten viele gleich den Kunsttempel entern, so dass sich schnell eine Schlange am Eingang bildete. Drinnen wurde durch die Sammlungen flaniert, die Schüler der Gemeinschaftsschule „Erich Mäder“ präsentierten in der Abgusssammlung ein im Workshop entstandenes Modell eines Tempels und in der Palmyra-Schau wurde einem syrischen Musiker gelauscht.

Durchweg gut besucht waren ebenso die im Viertelstundentakt angebotenen Führungen im Lindenau-Museum. Auch die kleinen Gäste waren zufrieden, konnten sie doch im Studio Bildende Kunst ihre eigene Laterne basteln, passend zum Thema „Marathon“ Siegerkränze flechten oder Muscheln modellieren. Alles in allem ein entspannter Auftakt für die ganze Familie.

Gelassene Abendstimmung, die sich auch auf dem Hof des Residenzschlosses fortsetzte. Bei kalten Getränken, mediterranem Salat und natürlich Thüringer Bratwurst war kaum ein Sitzplatz zu finden und auch die Gänge des Schlossmuseums oder die Kartenmacherwerkstatt wurden von den Besuchern zahlreich bevölkert.

Etwas weniger los war am Teehaus. Dort sorgte im barocken Saal das kurzweilige Theaterstück „Die Unverbesserlichen“ der Altenburger Künstler- und Wenzelgarde für Lacher. In ziemlich knappen zehn Minuten wurde darin die Beziehung zwischen Männern und Frauen ordentlich durch den Wolf gedreht. Natürlich – wie sollte es in der Skatstadt auch anders sein? – alles bei einer guten Partie Skat.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit versammelten sich an der leider nicht mehr ganz so schönen „Schönen Aussicht“ an der Teehauswiese noch einmal Groß und Klein zur Feuershow, die vor allem die zahlreichen Kinder in ihren Bann zog und auch zum Mitmachen animierte. Den Tagesausklang nach einer Runde durch den Schlosspark gab es dann für viele wieder am Lindenau-Museum, wo bei toller Musik von Steffi Breiting & Sweet Confusion und dem ein oder anderen Bier oder Wein ein wunderbar lauer, entspannter Sommerabend um Mitternacht seinen Abschluss fand.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 1050 Nachtschwärmer diese Offerten nicht entgehen lassen. Damit bleiben die Besucherzahlen zur Altenburger Museumsnacht rückläufig, denn 2016 waren es noch 1500. Dazu beigetragen hat wohl auch die Tatsache, dass den Teilnehmer des Skatstadtmarathons diesmal kein freier, sondern nur rabattierter Eintritt gewährt wurde. Hier und da war leichter Unmut über diese Entscheidung zu vernehmen, die aber im Hinblick auf die Finanzen der Gesamtveranstaltung durchaus nachvollziehbar war. Für die Vize-Chefin des Lindenau-Museums, Sabine Hofmann, dennoch kein Grund, Trübsal zu blasen. „Angesichts einer Einwohnerzahl von gut 30 000 und auch im Vergleich zu anderen, wesentlich größeren Städten, sind 1000 Museumsnacht-Besucher keine schlechte Zahl.“

Es ist dennoch schade, dass nicht mehr Altenburger und Gäste den Weg zu dieser tollen sommerlichen Veranstaltung fanden und ihren Abend lieber im eigenen Garten ausklingen ließen als bei Kulturhäppchen. Die vielfältigen Angebote der engagierten Museumsmitarbeiter und Helfer hätten auf jeden Fall noch mehr Beachtung verdient.

Von Thomas Trummer und Ellen Paul

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