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Vier Altenburger Erzieherinnen stehen seit gestern vor Gericht

Vier Altenburger Erzieherinnen stehen seit gestern vor Gericht

Wegen Kindeswohlgefährdung, Körperverletzung und Nötigung müssen sich seit gestern vier Erzieherinnen des Altenburger Kindergartens Spatzennest vor dem Amtsgericht in der Skatstadt verantworten.

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Unmittelbar vor Prozessbeginn betreten die vier Angeklagten gestern Vormittag den großen Saal im Amtsgericht Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Kleinkinder, darunter auch zwei schwerbehinderte, zum Einschlafen mit anliegenden Armen in Decken gewickelt und zusätzlich mit Windeln eingeschnürt zu haben. Zudem sollen sie gegen ihren Willen zum Essen gezwungen worden sein, so dass sie sich erbrachen. Dafür muss sich vor allem Birgit J. verantworten, der auch die Mehrzahl der Vorwürfe zur Last gelegt werden. Laut Staatsanwalt Arnd Knoblauch hätten die Kinder erhebliche körperliche und psychische Schäden erleiden können. Diese Annahme soll die Aussage eines Gutachters erhärten.

 

Insgesamt geht es um 58 einzelne strafbare Handlungen, wovon acht Opfer betroffen sein sollen, die während des Tatzeitraums zwischen elf Monate und zwei Jahre alt waren. Drei Angeklagte räumten gestern die Vorwürfe teilweise ein, dabei vor allem die von ihnen als Einschlafhilfe verteidigte Praxis der Windelfixierung. Die vierte Beschuldigte schwieg. Von ihr sollen drei Kolleginnen das Festschnüren von unruhigen Kindern allerdings erlernt haben.

 

Einige Vorfälle waren im Herbst 2012 durch eine Praktikantin enthüllt worden (die OVZ berichtete). Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft förderten weitere Anklagepunkte zutage. Der Kreisverband der Volkssolidarität, der Träger der Kita, beurlaubte drei Frauen vom Dienst, die vierte ist mittlerweile in Rente. Der mit Spannung erwartete Prozess soll auch Aufschluss über das berufliche Schicksal der Beschuldigten bringen, die weiter volle Bezüge erhalten. Mit einer Kündigung war die Volkssolidarität gescheitert, die seitdem über finanzielle Probleme klagt.

 

Der gestrige Prozessauftakt stieß auf ein großes Interesse bei Medien und Altenburger Bürgern. Die ersten von ihnen standen schon 45 Minuten vor Prozessbeginn vor dem Gerichtsgebäude. Einige wenige der 50 Stühle des Sitzungssaal blieben dennoch leer. © Seite 11

Jens Rosenkranz

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