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Altenburg Vier Tage Volksfest mit Künstlern, Königinnen und Kohlrabi-Riesen
Region Altenburg Vier Tage Volksfest mit Künstlern, Königinnen und Kohlrabi-Riesen
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20:27 16.09.2018
Kultur und Brauchtum des Altenburger Landes prägten den Festumzug durch die Karl-Marx-Straße in Rositz. Quelle: Mario Jahn
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Rositz

Es gibt Wochenenden, an denen scheint alles zu passen: herrliches Wetter, Tausende gut gelaunte Gäste und dazu eine Rositzer Kirmes, die in ein paar Programmteilen sogar noch gewachsen ist. So war der Kirmes-Höhepunkt, der große Festumzug am Samstagnachmittag, in diesem Jahr ein echter Dauerläufer. Stolze 91 Bilder reihten sich von der Werksallee über die Karl-Marx- bis zur Goethestraße – rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Anlass für das erweiterte Aufgebot war das 140-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Rositz. Die Kameraden haben ordentlich aufgefahren und gaben, mit Unterstützung aus anderen Orten, einen Abriss der Geschichte der Feuerwehr – vom Pferdefuhrwerk und dem Traktor mit Spritzenwagen über den DDR-Fuhrpark bis hin zu topmodernen Löschfahrzeugen. Und natürlich war auch das vielgestaltige Vereinsleben wieder auf Achse: die Sportler und die Heimatfreunde, die Bauchtänzer und Bienenzüchter, die Linedancer aus dem Schnaudertal und die Spielleute aus Schmölln-Gößnitz.

Die Rositzer Kirmes ist ein Ausnahmeereignis im Veranstaltungskalender des Altenburger Landes: Vier Tage lang brummte das Volksfest in der 2800-Einwohner-Gemeinde. Den Besuchern boten sich zahlreiche Eindrücke, wobei der Festumzug am Samstagnachmittag zu den Höhepunkten zählte.

Stelldichein der Majestäten

Nicht zu vergessen natürlich die Schön- und Hoheiten in den Cabrios. Denn wenn die Rositzer Kirmeskönigin zur Parade ruft, lassen sich die Majestäten aus dem Umland nicht lange bitten, sei es nun die Lichtensteiner Rosenprinzessin oder die Thüringer Kirschkönigin. Schillernd und Schärpe tragend zogen sie vorbei am dicht gedrängten Volk. Dass die Menge, anders als früher, kaum noch winkt und jubelt, dafür aber fleißig filmt, fotografiert und Bonbons sammelt – geschenkt. Gebührend geklatscht wurde schließlich kurz darauf im Festzelt – im Zuge der feierlichen Festeröffnung. Dort hatten die Hoheiten ihren nächsten Auftritt, genauso wie die nicht minder anmutigen Steppkes aus Kita und Grundschule mit ihrem Mundartprogramm.

Großer Bauernmarkt bildet den Abschluss

„Eröffnung“ ist am Samstagnachmittag allerdings irreführend. „Zwischenhoch“ träfe es besser. Immerhin hatte die Rositzer Kirmes schon am Donnerstag begonnen. Vier Tage lang bietet sie Jahr für Jahr ein dickes Programm aus Musik, Rummel und Brauchtum – eine Ausnahmeerscheinung im Veranstaltungskalender des Altenburger Landes. Den Abschluss machte am Sonntag wieder der große Handwerker- und Bauernmarkt. Das Angebot war diesmal noch ein bisschen üppiger als sonst: „56 Stände sind es geworden, das Kulinarische nicht mitgezählt“, rechnete Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) zusammen. Wohl wissend, dass der Markt langsam an räumliche Grenzen stößt. Aber so ist es eben mit guten Traditionen: Sie müssen wachsen.

Preise für Kürbis, Möhre und Kohlrabi

Und dass die Agrarkultur in der Region interessierten Nachwuchs findet, zeigt auch der Kirmes-Wettbewerb um den besten Freizeitbauern. Der erst sechsjährige Mika Petzold aus Altenburg holte dort Platz zwei mit einem – man glaubt es kaum – 9,8 Kilogramm schweren Kohlrabi, den er zusammen mit seinen Großeltern im kleinen Altstadtgarten großzog. „Wir haben ihn nur gegossen, alles andere kam von alleine“, berichtete Mika. Platz eins ging an Christian Köhler aus Altenburg für einen 95,1-Kilo-Kürbis, Platz drei belegte der Lödlaer Bernd Frille mit einer 520-Gramm-Möhre. Den Sonderpreis per Los holte Fynn Sparbroth. Die Rositzer Kirmes, ein echter Wachstumsmarkt.

Vandalismus bereitet Ärger

Wenn da nicht die Auswüchse wären, auf die Bürgermeister Stange gern verzichten würde. Der Vandalismus am Rande des Festes etwa. „Es gibt leider immer wieder Gäste, die freitag- oder samstagabends auf dem Heimweg nach Altenburg eine Spur von Zerstörungen hinterlassen, zum Beispiel an Fest-Deko oder Papierkörben und Elektroschaltkästen. Es ist schade“, sagte Stange, „wenn eine Veranstaltung, für die viele Ehrenamtliche ein Jahr gearbeitet haben, von Einzelnen beeinträchtigt wird.“ Es gibt eben auch an so einem herrlichen Wochenende Dinge, die nicht absolut nicht passen.

Von Kay Würker

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