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Vikar Wiegand fasziniert die Schönheit der Region

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Zum Wochenende rollt bei Vikar Gunnar Wiegand und seiner Frau Barbara in Borna der Umzugswagen an. Zwei ereignisreiche Jahre im Kirchspiel Liebschützberg liegen hinter dem 36-Jährigen.

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Aufmerksam verfolgen die Gemeindemitglieder die Ausführungen von Gunnar Wiegand in der Kirche Borna.

Quelle: Bärbel Schumann

Borna. Von Bärbel Schumann

 

Schon am 31. August wird er in seine erste Pfarrstelle in Langenleuba-Oberhain bei Altenburg eingeführt. Am Sonntag haben ihn die Christen des Kirchspiels Liebschützberg in der Bornaer Kirche und einem anschließenden kleinen Fest im Pfarrgarten verabschiedet. In seiner Predigt erinnerte Gunnar Wiegand noch einmal an die Erlebnisse in den vergangenen Monaten bei seiner Tätigkeit. Die war so abwechslungsreich wie Kirchenleben sein sollte: Treffen mit der Jungen Gemeinde, Arbeit im Kinder- oder Männerkreis, beim Spiel der Orgel oder auch während einer Familienrüstzeit. Pfarrer Dr. Jochen Kinder hat seinen künftigen Kollegen dabei begleitet, stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, um sich in der praktischen Gemeindearbeit weiteres Rüstzeug für den Beruf des Pfarrers zu holen. "Die Zeit hier im Kirchspiel hat mir viel gegeben. Ich bin von vielen abstrakten Ideen aus der Zeit an der Uni wieder auf den Boden der Realität geholt worden, um Theologie bodenständig an die Menschen zu bringen", sagt Wiegand. In seinen Worten hört man aber auch heraus, dass er nun seinen Platz in der Kirche, im Leben gefunden zu haben scheint.

 

Aufgewachsen in Oberbayern, war der 36-Jährige in seiner Jugend sechs Jahre lang Mitglied des bekannten Windsbacher Knabenchores. Nach dem Abitur studierte Gunnar Wiegand Philosophie, Musikwissenschaften und Theologie, wirkte in Rom, Neapel, Leipzig, Gießen und Köln. Er promovierte auf dem Gebiet der Musikwissenschaften, war als Kirchenmusiker bereits tätig, ehe er sich für den Pfarrerberuf entschied.

 

Gunnar Wiegand hat sich zudem nicht nur für diesen Beruf, sondern auch für ein Leben in Sachsen entschieden.

 

"Während meines Studiums in Leipzig habe ich schon manches von Sachsen kennen gelernt und bin begeistert von dieser Kultur, der Landschaft und den Menschen", erzählt er. Kein Wunder, dass er hier auch seine Frau Barbara, eine Oberlausitzerin, kennen lernte. Im Oktober erwartet das Paar seinen ersten Nachwuchs.

 

Wenn Gunnar Wiegand auf die Zeit im Kirchspiel zurückschaut, dann wird er auch nachdenklich: "Ich habe hier erste, neue Erfahrungen in großen Gemeindestrukturen gesammelt. Bei einer Ausdehnung von rund 25 Kilometern müssen Fragen der Identität in der Kirchengemeinschaft aber auch in der kommunalen Identität für viele neu beantwortet werden. Ich denke, das ist ein offener Prozess, der die Kirchgemeinden noch lange beschäftigen wird."

 

Wiegand hat das Land, das kulturelle Erbe, die Menschen in der Oschatzer Region ins Herz geschlossen. Er wünscht den hier Lebenden, ihre Heimat noch bewusster wahrzunehmen und schätzen zu lernen. "Sicher ist das für viele hier im ländlichen Raum nicht einfach, wenn Dinge wie Arbeitslosigkeit, Sorge um das Morgen sie beschäftigen", sagt der angehende Pfarrer. Beispielsweise sei Oschatz eine so wunderbare Kleinstadt, für die man noch viel mehr Menschen begeistern sollte. Der 36-Jährige gerät ins Schwärmen, wenn er von seinen Stippvisiten in Wermsdorf berichtet. "Da gibt es noch so viel Potenzial, was es zu erforschen gibt. Fast alles, was im 18. Jahrhundert in der Kunst Rang und Namen hatte, gastierte in Wermsdorf", sagt der Musikwissenschaftler.

Bärbel Schumann

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