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Altenburg Virtuos und charmant - Bernd Glemser zeigt Gespür für alle Feinheiten
Region Altenburg Virtuos und charmant - Bernd Glemser zeigt Gespür für alle Feinheiten
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02:28 29.05.2015
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Das geschah so intensiv und in gegenseitiger Inspiration, dass es zu Leistungen führte, die schon nahe am musikalischen Himmel waren.

So auch beim Eröffnungsstück mit Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 2 d-moll. Entgegen Laurent Wagners sonstiger Gewohnheit, die Tempi eher zu forcieren, gab es hier Verzögerungen, wohl um die einzelnen Teile besser auszuspielen und sie dadurch klanglich zu intensivieren. Das kam sofort dem geheimnisvollen Lento-Beginn zugute, der wie das Übrige auch mit seiner klanglichen Fulminanz überraschte.

Neben der Nummer 4 der ungarischen Rhapsodien und der Ouvertüre zur Oper "Leonora" des Italieners Ferdinando Paer, deren Stoff auch Beethoven in seinem "Fidelio" verarbeitet hat, wurde das Geburtstagsständchen für Richard Wagner (geb. am 22. Mai 1813) das Vorspiel zu seiner Oper "Lohengrin", zu einem der Höhepunkte des Abends.

Dieses Vorspiel ist einer der "Scharfrichter" für die Streicher. Und es wurde zur Meisterprüfung, die sie mit "summa cum laute" bestanden. Wie aus dem Nichts berührten die Töne das Ohr, und in einer packenden Dramaturgie führte Wagner das Orchester in gleichmäßiger Steigerung zum jubelnden Höhepunkt - und von dort wieder zum verhauchenden Ausklang: Sphärenklänge der reinsten Art.

Kim Sheehan wurde zur Bewunderten des Publikums. Das erreichte sie durch die Gestaltung dreier Koloratur-Arien von Salieri, Rossini und Mozart. Sicher, es gibt Sängerinnen, die eine solche Arie in ähnlicher Perfektion bieten. Zwei in einem Programm sind schon selten, aber drei solche "Monster"-Arien, die die Stimmbänder bis an die Grenze fordern, innerhalb einer Stunde voller Energie und fehlerfrei zu singen, das grenzt schon an ein Wunder. Hier war es eines. Sie wurde mit Beifall überschüttet. Einige Bravi mehr hätten ihr auch gut getan.

Die bekam dann der Pianist Bernd Glemser. Noch nicht für die Wiedergabe von Liszts Klaviertranskription von "Isoldes Liebestod" aus Wagners "Tristan und Isolde". Wem Wagner im Original zu bombastisch ist, der höre ihn durch die Interpretationen seines Schwiegervaters Franz Liszt, der mit großem Feingefühl das Wesentliche und Zauberhafte nicht nur dieser Musik dem Zuhörer nahe bringt. Und Bernd Glemser als einer der kompetentesten Liszt-Interpreten gab sie so an sein Publikum weiter. So kongenial, wie sie Liszt erfasst hat. Glemser beendete das Konzert mit dessen Klavierkonzert Nr.1 Es-Dur.

Der 52-Jährige ist mit jugendlichem Charme gesegnet und überstrahlt seinen Auftritt mit bescheidener Souveränität in allem, was er tut. Glemser verbindet dabei hohe Virtuosität und meisterhafte Technik mit einem ausgereiften musikalischem Gespür für alle Feinheiten und Erfordernisse der Partitur. Das geschah kraftvoll, mit Spannung und starkem Ausdruck wie im effektvollen Finale, das die Zuhörer in den Begeisterungstaumel riss. Der enthusiastische Beifall wollte denn auch kein Ende nehmen.

Manfred Hainich

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