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Altenburg Vivaldi und noch mehr – klassische Musik im Familienkonzert
Region Altenburg Vivaldi und noch mehr – klassische Musik im Familienkonzert
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07:00 09.11.2017
Die 1. Konzertmeisterin Alexia Eichhorn ist zugleich die Solistin des jüngsten Familienkonzerts. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Obwohl Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ schon als Schülerkonzert gelaufen sind, wurde es als erstes Familienkonzert dieser Spielzeit noch einmal aufgelegt. Das hätte schief gehen können. Ging es aber nicht. Diese Musik zieht eben immer wieder und brachte so viele Kinder mit Anhang zur nachmittäglichen Stunde ins Altenburger Theater, dass alle zufrieden sein konnten. Alle heißt in diesem Fall das Streicherkontingent des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Takahiro Nagasaki, die 1. Konzertmeisterin des Orchesters Alexia Eichhorn, gleichzeitig Solistin des Konzerts, und die Musikdramaturgin Laura Knoll als Leiterin und Moderatorin der Veranstaltung.

Seit im Herbst 2006 das erste Familienkonzert unter dem Motto „Mozart – stell’ dir vor, du bist ein Wunderkind“ zu erleben war, gehören pädagogisch-methodisch aufbereitete Konzerte mit dem Ziel, Musik für Kinder erklärbar und erlebbar zu machen, zweimal jährlich zum Spielplan. Dass die Erwachsenen dabei auch noch etwas lernen, steht außer Frage. Ein generationsübergreifender musikalischer Erkenntnisgewinn also. Indes erfreuen sich die Konzerte nicht immer einer solchen Beliebtheit wie am vergangenen Sonntag. Rappelvoll war das Haus in den zurückliegenden Jahren vor allem, wenn Kika-Moderator Juri Tetzlaff durchs Programm führte.

Inzwischen hat das Theater die Sache zunehmend in die eigenen Hände genommen. Und die Musikdramaturgin macht ihre Sache nicht minder gut. Laura Knolls Aktivitäten sind dabei richtigerweise nur auf die Kinder ausgerichtet. Da der Musik Rhythmus innewohnt und sie oft auf Bewegung ausgerichtet ist, heißt das, die Kinder in Bewegung halten, sie aufstehen lassen, um sich im Takt zu bewegen oder zu tanzen, wozu es in den „Jahreszeiten“ mehrmals Gelegenheiten gibt. Da werden einmal sechs Mädchen – Jungen waren rar in dem Konzert – sogar auf die Bühne gebeten und als Nymphen und Schäfer dekoriert, um paarweise zu tanzen.

Antonio Vivaldi (1678-1741) ist bekanntlich ein Meister im Imitieren von Naturerscheinungen: Da wehen sanfte Winde, toben heftige Stürme und Gewitter, da zwitschern Vögel und es bellt sogar ein Hund. Da wird zur Jagd gerufen, Bauern tanzen, Schlittschuhlaufen wird geübt mit Stolpern und Hinfallen und einen betrunkenen Schäfer hört man schlafen. Höhepunkt all dessen sind aber das Händereiben, das Zähneklappern und das Füßestampfen in der eisigen Kälte des Winters – alles Dinge, die sich musikalisch gut erleben lassen. Es sind aber auch Stimmungen, die Vivaldi musikalisch deutlich macht. So ist lähmende Hitze das Leitmotiv im Sommer.

Musikalisch werden keine Handlungen beschrieben, sondern Empfindungen. Deswegen sind auch die vier Konzerte Vivaldis so beliebt für die musikalische Früherziehung.

Das besondere Verdienst von Laura Knoll liegt darin, dass sie die einzelnen Jahreszeiten mit Sonetten charakterisiert, die Vivaldi selbst geschrieben und den vier Konzerten vorangestellt hat. Damit wirken Poesie und Musik als Einheit für die Charakterisierung der Jahreszeiten. So anschaulich und kindgerecht aufbereitet, macht das Hören klassischer Musik Kindern und Erwachsenen gleichermaßen viel Freude. Und mit solcher waren auch die Musikerinnen und Musiker des Orchesters bei der Sache.

Das zweite Familienkonzert in dieser Spielzeit ist am 6. Mai 2018 zu erleben. Unter dem Motto „Sing mit“ stellt sich der Opernchor des Altenburg-Geraer Theaters vor. Er präsentiert Hits aus dem Opernrepertoire und lädt zum Mitsingen ein. Laura Knoll wird dann gemeinsam mit Chordirektor Holger Krause durchs Programm führen. Ein Termin, den man sich auf jeden Fall vormerken sollte.

Von Manfred Hainich und Ellen Paul

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