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Vollmershainer Schalmeien in Feierlaune

Vollmershainer Schalmeien in Feierlaune

Nein, "90 - 20 - 10" ist kein neues Maß für die perfekte Figur oder ein Code für einen Tresor. Die Ziffern stehen für das diesjährige Motto des Vollmershainer Schalmeienvereins, das natürlich auch beim Jahresabschlusskonzert im Goldenen Pflug in Altenburg eine Rolle spielen wird.

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Volles Haus, tolle Stimmung - egal, wo die Vollmershainer mit ihrem musikalischen Leiter Robby Lehmann (vorn) auftreten.

Quelle: Jens Paul Taubert (Archiv)

Vollmershain. Am 17. Oktober sollen in der Stadthalle wieder mehr als tausend Gäste auf den Bänken tanzen - und zwar weil es gleich drei runde Geburtstage zu feiern gibt.

 

Zunächst zur 90: Genau so viele Jahre ist es her, dass sich in der Vollmershainer Feuerwehr eine Schalmeienkapelle gegründet hat. "Die Bemühungen dafür gab es schon seit 1899", erzählt Vorstandsmitglied Andreas Gerth, "aber es hat dann doch noch einige Jahre gedauert." Denn zunächst mussten sich Musiker finden, einheitliche Kleidung genäht und Instrumente gekauft werden. "Bei der Feuerwehr lag es natürlich nahe, dass man sich für die Schalmei entschied." 1925 fand die offizielle Gründungsversammlung statt, 1927 der erste öffentliche Auftritt. Danach machten die Musiker um Initiator Paul Mähler in der Region schnell von sich reden - allerdings nur für einige Jahre.

 

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg gab es kaum Auftritte, erst 1952 wurde die Tradition wiederbelebt. Dabei gingen die Musiker dazu über, auf sogenannten Martinstrompeten zu blasen. "Sie erlauben melodisch ein größeres Spektrum als die klassische Schalmei", erklärt Gerth. In den 60ern und 70ern wurde somit auch das Repertoire etwas breiter, viel auf Hochzeiten oder Tanzveranstaltungen gespielt. Nach und nach entdeckten die Feuerwehrleute dann ihre Liebe zur Marschmusik und präsentierten ihr Können auf Wettkämpfen. "Leider gibt es keine verlässlichen Zahlen, wie groß die Gruppe zum damaligen Zeitpunkt war", sagt Gerth und schätzt, dass es so um die 20 Musiker waren, die in den kommenden Jahren für den Fortbestand der Gruppe sorgte.

 

Nach der Wende hingegen wurde das Ensemble zunächst stetig kleiner, weil viele Musiker wegzogen oder in den alten Bundesländern Arbeit fanden. "Aber es gab auch eine neue Generation", erinnert sich Gerth. Und die brachte ebenfalls neue Einflüsse - weg von der Marschmusik hin zu Samba, Rock 'n' Roll und Twist, das auch heute noch die Partystimmung bei den Anhängern der Vollmershainer Schalmeien aufkommen lässt.

 

Und damit zur nächsten runden Zahl, zur 20: 1995 entschlossen sich die Musiker, sich aus der Feuerwehr zu lösen und einen eigenen Verein zu gründen. Von der Aufbruchstimmung Mitte der 90er profitierten auch die Schalmeien, die Mitgliederzahlen stiegen an, die Musiker war gefragter denn je zuvor: "Es war ein richtiger Hype", sagt Gerth heute. Auf Dorffesten, bei eigenen Musikfesten sowie auf Festivals im Ausland verbreiteten die Vollmershainer ihre Leidenschaft weiter. "Es ist eine Riesenstimmung entstanden", blickt Gerth zurück und erinnert sich daran, dass viel Arbeit mit diesem Erfolg verbunden war: "Bei einem Auftritt mal nicht dabei zu sein, das ging nicht." Bis zu 75 Veranstaltungen nahmen die Vollmershainer jährlich wahr. Heute sind es knapp die Hälfte, mehr könnten die rund 60 aktiven Musiker neben Beruf und Familie nicht bewerkstelligen.

 

Einer der Höhepunkte ist aber immer noch das Abschlusskonzert im Goldenen Pflug, das nun zum zehnten Mal an diesem Ort stattfindet und somit die letzte Ziffer im Jahresmotto markiert. "Es ist immer eine richtige Belohnung, wenn 1200 Leute vor uns stehen", sagt Gerth. Dieses Jahr werden natürlich getreu dem Motto auch alte Lieder auf dem Programm stehen. Mehr will der 33-Jährige noch nicht verraten, dafür gibt er schon einmal eine Besonderheit für kommendes Jahr preis: Nach fünf Jahren Pause soll am ersten Juliwochenende wieder ein Musikfest stattfinden.

 

Der Kartenvorverkauf für das Abschlusskonzert startet am 1. September (Ticket-Hotline: 0152 23380569, E-Mail: karten@schalmeien.de)

Jenifer Hochhaus

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