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Volltreffer im eigenen Netz: Privater Investor wird weiter hingehalten

Volltreffer im eigenen Netz: Privater Investor wird weiter hingehalten

Da hat die Anti-Flugplatz-Connection einen Volltreffer gelandet: Die von CDU-Fraktionschef Jürgen Ronneburger verlangte Absetzung des neuformulierten Flugplatz-Gesellschaftervertrages von der Kreistags-Tagesordnung am Mittwoch bedeutet für die ohnehin ständig klamme GmbH einen herben Schlag ins Kontor.

Für den Kreis allerdings auch, weshalb der Volltreffer eigentlich ins eigene Netz ging. Aber der Reihe nach:

 

Mit der Neufassung des Vertrages sollte privaten Investoren die Möglichkeit eröffnet werden, Anteile der Flugplatzgesellschaft zu erwerben. Die GmbH gehört zu 60 Prozent dem Kreis - das war schon immer so -, aber weitere 32 Prozent von früheren Mitgesellschaftern abgestoßene Anteile im Grunde auch. Sie werden von der GmbH selbst gehalten. Das Altenburger Land besitzt somit, die drei Prozent Thüsac-Anteile mitgerechnet, heute satte 95 Prozent des Leipzig-Altenburg Airports, wie das mehrfach ausgebaute und modernisierte Flugfeld immer noch heißt.

 

Weil es aber unausgelastet ist und trotz eines enormen Sparprogramms konstant Verluste produziert, müssen die Eigentümer alljährlich "nachschießen", wie Betriebswirtschaftler die Zuzahlungen gern umschreiben. Und zwar praktisch vollständig aus der sowieso leeren Kreiskasse.

 

Mit dem Verkauf freier Anteile an private Investoren sollte hier Entlastung geschaffen werden - ein Rat, den das Land den einst stolzen kommunalen Besitzern schon vor 20 Jahren gab. Und welch ein Glücksfall, seit vorigem Sommer möchte ein Unternehmen aus dem Altenburger Land Mitgesellschafter werden und 15 Prozent kaufen. Für rund 57 000 Euro. Und es hat sogar schon bezahlt und würde sich auch an den weiter fälligen "Nachschüssen" beteiligen.

 

Allerdings gibt es einen Haken - der Gesellschaftervertrag muss dafür geändert werden. Der ist auch fix und fertig, Aufsichtsrat und Landesverwaltungsamt gaben ihr Okay. Aber CDU, SPD und FDP haben mit dem Absetzen von der Tagesordnung erreicht, dass sich die Volksvertreter nun erst auf der nächsten Kreistagssitzung - nach der Wahl und somit frühestens irgendwann im Sommer - damit beschäftigen können. Doch dann ist der sogenannte Letter of Intent, eine Art Absichtserklärung oder Vorvertrag zwischen Investor und Flugplatzgesellschaft, schon ausgelaufen. Stichtag ist nämlich der 30. Juni.

 

"Ich hoffe, dass das Unternehmen auch die inzwischen dritte Verschiebung hinnimmt und weiter Interesse zeigt, unsere Anteile zu erwerben", sagt GmbH-Geschäftsführer Jürgen Grahmann. Falls nicht, wäre eine Rückzahlung fällig - und der Flugplatz müsste den Kreis wieder mal um einen "Nachschuss" bitten, denn das Geld ist längst verplant.

 

"Die Finanzierung des Flugplatzes ist nach wie vor auf Kante genäht", betont Landrätin Michaele Sojka, die gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft ist, mit Blick auf den knappen Kreishaushalt. Dass die GmbH bis dato immer noch liquide sei, liege unter anderem an dem Abschlag, den der Investor schon überwiesen habe.

 

Den "Strategen der Wirtschaftsförderung von CDU, SPD und FDP" wirft die Linken-Politikerin prompt vor, es wieder einmal geschafft zu haben, echte Wirtschaftsförderung im Landkreis zu verhindern. "Man steht gemeinsam solange auf der Bremse, bis die Insolvenz unseres Flughafens erzwungen wird", behauptet Sojka.

Günter Neumann

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Von Redakteur Gabriele Neumann

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