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Altenburg Vom Spielfeldrand in die Sambaszene
Region Altenburg Vom Spielfeldrand in die Sambaszene
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08:55 01.11.2014
Die Auftritte in Altenburg gehören, wie hier beim diesjährigen Kornmarkt-Brunnenfest, dazu. Die Mehrzahl findet aber außerhalb der Skatstadt statt. Quelle: Mario Jahn

Von Jenifer Hochhaus

In diesen Tagen begeht sie ihren fünften Geburtstag.

Dabei hatte der Anfang der Gruppe zunächst einmal gar nicht viel mit Samba zu tun. Der SV Aufbau Altenburg suchte ein paar Trommler, um seine Frauenmannschaft bei Spielen zu unterstützen. "Und ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könne, dabei mitzumachen", erzählt Janek Rochner-Günther, der die Gruppe immer noch leitet. "Das konnte ich, obwohl ich am Anfang kaum Ahnung von Trommeln hatte." Aber eine Gruppe aufzubauen, die Kinder und Jugendliche aus ganz unterschiedlichen familiären Kreisen integriert, das hat den Streetworker sofort begeistert. Und schnell war auch klar, dass es über bloßes Getrommel am Spielfeld-Rand hinausgehen sollte.

Bei den ersten Proben kamen noch weniger als zehn Jugendliche. "Wir hatten auch noch keine Instrumente, haben erst einmal auf Eimern getrommelt", erinnert sich der Leiter noch gut an die Anfangszeit in einem Wohnzimmer in der Brauerei. Auch die zitternden Hände beim ersten Auftritt, gut zwei Monate nach dem Start, bei einem Spiel des SV Aufbau sind ihm noch im Gedächtnis. Viel mehr als fünf Trommeln und ein paar Shaker waren damals nicht vorhanden. Der erste Auftritt außerhalb der Sporthalle folgte dann zur Frühlingsnacht. "Wir haben tapfer ein Stück zwei Stunden lang durchgespielt." Wie es aber in Zukunft weitergehen sollte, sei nicht klar gewesen, so Rochner-Günther. Denn die Förderung des Europäischen Sozialfonds lief aus.

Aber dann zeigte die Gruppe Como Vento im Frühjahr 2010 ihr Können bei einem Landeswettbewerb der Johanniter, und wenig später war klar: Der Verband übernahm die Trägerschaft für die Sambista. "Seitdem sind wir monatlich gewachsen", sagt Rochner-Günther und meint dies nicht nur in Bezug auf die Zahl der Mitglieder, die mittlerweile bei etwa 60 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen liegt, sondern auch auf die Zahl der Instrumente und Stücke. Nachdem die Gruppe im Sommer 2010 ins Kinder- und Jugendhaus umzog, wurde der Name bestimmt. "Wie der Wind - das passt ganz gut zu uns. Der kann leise sein und laut. Aber meistens fegen wir alle weg."

Die fast 20 Stücke, die die Sambista inzwischen beherrschen, entstehen entweder spontan bei einer der drei wöchentlichen Proben oder werden von Rochner-Günther geschrieben. "Wir waren schon immer wild, laut und tanzbar, seit ungefähr zwei Jahren passt das stilistisch auch in die Sambaszene." Zuletzt haben sie das in diesem Jahr auf der Straße beim Sambafestival in Coburg bewiesen, aber auch im Theater des Westens und bei "Gottschalk live" haben die Altenburger Trommler schon ihr Können gezeigt. "Es gibt aber ganz viele schöne Sachen, die wir erlebt haben, und wo wir gern wieder hinfahren", betont Rochner-Günther, dass ihm nicht nur die großen Auftritte in Erinnerung geblieben sind. Fast 300 hatte Como Vento inzwischen, "bis auf vier Wochenenden sind wir jede Woche zu Auftritten unterwegs", erzählt er.

Das Besondere an der Gruppe ist nicht nur, dass jeder kostenlos mitmachen kann, sondern, dass jeder nach einer Probe bereits mit auftreten darf. Und dass die Gruppe nach wie vor integrativ ist - Schüler aus allen Schulformen musizieren hier, behinderte und nicht-behinderte Menschen werden einbezogen, Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen spielen gemeinsam. "Ohne die Musik hätten viele wahrscheinlich nichts miteinander zu tun. Aber so sind sie ein Teil einer ziemlich großen Sache, lernen unterwegs Neues kennen und natürlich auch viele soziale Kompetenzen."

Und was sind die nächsten Ziele? "Im nächsten Jahr im Hauptprogramm beim Sambafestival in Coburg aufzutreten, wäre schön", sagt der Sambista nach einigem Überlegen. "Und die Sambanacht in Altenburg zu einer Tradition zu machen." Den Grundstein dafür hat Como Vento in diesem Jahr mit ihrer ersten Sambanacht gelegt. Rund 300 Leute, so schätzt er, waren in der Music Hall, um gemeinsam den fünften Geburtstag zu feiern. Mehr als 100 Sambista aus mehreren Bundesländern haben dort zusammengespielt. "Das war einfach Hammer, der Wahnsinn. Das möchten wir gern wiederholen. Schließlich waren die Gäste auch zufrieden."

Hochhaus, Jenifer

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