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Altenburg Vom Winde verweht – Altenburgs OB hat die Nase voll von gelben Säcken
Region Altenburg Vom Winde verweht – Altenburgs OB hat die Nase voll von gelben Säcken
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23:19 11.02.2016
Aufgefetzte gelbe Säcke, der Inhalt über Straßen und Fußweg verstreut. So wie hier in der Geraer Straße hat es am Mittwoch vielerorts in Altenburg ausgesehen. Quelle: Ronny Seifarth
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Altenburg

Die gelben Säcke waren zum Abtransport vor den Haustüren gestapelt. Doch der Sturm hat sie massenhaft durch die Gegend geweht. Die Folge: Viele waren aufgerissen oder von Autos platt gefahren, der unappetitliche Inhalt über Bürgersteige und Straßen verteilt. Altenburg sah am Mittwoch vor allem in der Puschkinstraße, Mittelstraße, Geraer  Straße, Münsaer  Straße, Beethoven- und Eisenbahnstraße aus wie eine Müllhalde. Für Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) letzter Anstoß, um den gelben Säcken endgültig den Kampf anzusagen.

Einen entsprechenden Vorstoß hatte der Sozialdemokrat mit seinem Gößnitzer Amtskollegen Wolfgang Scholz im Kreistag schon einmal unternommen. Doch getan hat sich nichts. „Jetzt reicht es“, sagte Wolf am Donnerstag vor der Presse. „In manchen Straßen war am Mittwoch mehr Müll als Menschen zu sehen. Das verschandelt die Stadt. Ich schäme mich vor jedem Touristen.“ Dies sei nicht nur aus ästhetischen, sondern auch aus hygienischen Gründen einfach nicht mehr akzeptabel. Die Zeit sei reif für eine Veränderung, so Wolf, der sich für eine Änderung stark machen will. „Es wird Zeit, dass sowohl im Kreistag als auch im Abfallwirtschaftsbetrieb über Alternativen nachgedacht und diskutiert wird.“

Der OB schlägt deshalb vor, den Plastikmüll statt in gelben Säcken künftig in gelben Tonnen zu sammeln. „Warum wird das in vielen angrenzenden Kreisen seit Jahren so gehandhabt, während wir  noch nach gestrigen Methoden arbeiten? Hygiene, Ordnung und Sauberkeit sollten allen Bürgern ein besonderes Anliegen sein, für das man notfalls auch bereit sein muss, die Gebühren zu modifizieren“, argumentierte er.

Doch die Stadt Altenburg hat noch ein ganz anderes Problem.  Denn alle Säcke, die der Abfallentsorger liegen lässt, weil dort Dinge drin sind, die nicht hineingehören, müssen nachträglich eingesammelt werden. Gleiches gilt für Reste von Sperrmüllentsorgungen. „Es sind permanent vier bis fünf Mitarbeiter des städtischen Bauhofs damit beschäftigt, liegengebliebenen oder illegal entsorgten Müll abzutransportieren.“, erläuterte der zuständige Referatsleiter im Rathaus, Denis Anders. Man fahre die Route des Entsorgers quasi noch einmal ab. Diese Arbeitskräfte fehlen dann für so wichtige Aufgaben wie das Reinigen von Gullys, das Reparieren von Fußwegen oder die Pflege der zahlreichen Gründflächen. Einschließlich des Hausmülls, den manche Bürger einfach in städtische Papierkörbe stopfen oder in die Landschaft kippen, kommen so auf die Stadt jährliche Zusatzkosten in Höhe von 16 000 Euro zu. „90 Prozent der Dinge, die wir aus den rund 250 Papierkörben der Stadt herausholen, gehören dort eigentlich nicht hinein“, so Anders. Die gelben Säcke seien also nur ein Punkt unter vielen, aber einer, der sich regeln lasse.

Dass ein neues Entsorgungssystem für Plastikabfälle nicht über Nacht eingeführt werden kann, ist dem OB natürlich klar. Bis dahin appelliert er an die Bürger, die Probleme mit den gelben Säcken nicht unnötig zu verschärfen. Viel Ärger und Arbeit bliebe den städtischen Reinigungstrupps erspart, wenn die Säcke zumindest bei windigem Wetter nicht schon abends vor die Tür gebracht würden. Und noch etwas habe jeder Bürger selbst in der Hand: Wer beim Einkauf konsequent aufwendig verpackte Produkte meidet, der braucht auch weniger gelbe Säcke. Müllvermeidung sei die beste Müllentsorgung.

Ellen Paul

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