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Altenburg Von 66,7 bis 0,9
Region Altenburg Von 66,7 bis 0,9
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20:56 16.09.2014

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Von Günter Neumann

Dennoch gibt es für alle Parteien in den nächsten Tagen und Wochen eine Menge Diskussionsbedarf, denn beim zweiten und dritten Blick in die Wahlstatistiken offenbaren sich die Hochburgen und weißen Flecken der Parteien ebenso wie die Stärken und Schwächen der Kandidaten. Drei Beispiele:

CDU

Zwar haben die Christdemokraten wie im ganzen Freistaat auch im Altenburger Land ein bisschen zugelegt, doch im Wahlkreis 44 muss Christoph Zippel zum Start seiner Parlamentarier-Karriere wohl alles richtig gemacht haben: Seine 40,2 Prozent bei den Erststimmen sorgten für ein sehr gutes Gesamtergebnis. Er gewann alle Gemeinden seines Wahlkreises und musste sich nur in der Stadt Altenburg der Linken-Kandidatin Birgit Klaubert geschlagen geben - um ganze elf Stimmen. 66,7 Prozent in Göpfersdorf markierten den persönlichen Rekord, Zippels "schlechtester" Wert waren immer noch 37,2 Prozent, die er in Haselbach holte.

Dagegen konnte seine Parteifreundin Simone Schulze im Wahlkreis 43 als einzige größere Kommune die Stadt Lucka mit 38,1 Prozent gewinnen. Meuselwitz und Schmölln verlor sie an Ute Lukasch von den Linken, Gößnitz an Hartmut Schubert von der SPD. Aber in den Dörfern punktete Schulze dennoch genug, um am Ende den Wahlkreis mit über 1300 Stimmen Vorsprung zu gewinnen - wenngleich sie bei den Erststimmen immer noch drei Prozent unter dem Landesdurchschnitt blieb. 50,4 Prozent in Löbichau und 21,7 in Gößnitz markierten Spitze und Schlusslicht in der persönlichen Bilanz der Neueinsteigerin.

Linke

Deshalb wurde es erneut nichts mit dem Gewinn der beiden Direktmandate des Altenburger Landes, die sich - wie in den 24 Jahren zuvor - die CDU holte. Doch so nah waren die Linken diesem Ziel noch nie. Und analog zur Union waren die Osterländer Linken besser als der Freistaats-Durchschnitt, und auch die Genossen holten im Wahlkreis 44 ein besseres Ergebnis als im 43er. Birgit Klauberts 37 Prozent in Altenburg markierten zugleich ihren einzigen Sieg in einer Kommune, ihr bestes Ergebnis und sie zogen außerdem den Kreis- über den Landes-Durchschnitt. Am schwächsten schnitt die Landtags-Vizepräsidentin mit 15,5 Prozent in Jückelberg ab.

Ute Lukasch dagegen gewann nicht nur die Städte Meuselwitz und Schmölln, sondern immerhin noch Kriebitzsch und Lumpzig - wenn auch nur hauchdünn mit einer beziehungsweise sieben Stimmen Vorsprung. Ihr bestes Ergebnis erzielte die Kreisvorsitzende der Linken mit 33,8 Prozent in Meuselwitz, am schlechteste schnitt sie in mit 11,6 Prozent in Göllnitz ab.

SPD

Auch im Osterland blieben den Sozialdemokraten nur die dritten Plätze, und das ziemlich abgeschlagen. Besonders schwer hatte es Neuling Norman Müller im Wahlkreis 44. Der Altenburger Stadtverbands-Chef blieb in seiner eigenen Stadt mit 13,5 Prozent noch unter dem landesweiten Erststimmen-Durchschnitt seiner Partei. Den persönlichen Bestwert schaffte er mit 16,5 Prozent im kleinen Haselbach, der schlechteste war dann sogar einstellig: mehr als 4,2 Prozent waren in Göpfersdorf nicht drin.

Als der neben Birgit Klaubert höchstrangige Politiker ging der Gößnitzer Sozial-Staatssekretär Hartmut Schubert im Wahlkreis 43 ins Rennen - und schaffte es immerhin, im Gegensatz zu seinen schwarzen und roten Konkurrentinnen mit 20,6 Prozent der Erststimmen ein Ergebnis über dem Landesdurchschnitt zu holen. Mit rekordverdächtigen 47,9 Prozent gewann er - im Gegensatz zu Müller und genau wie Klaubert - auch seine Heimatstadt. Doch trotz seiner Bekanntheit konnte er im Rest des Wahlkreises nicht punkten. Das zweitbeste Resultat lag nur noch bei 28,4 Prozent im Gößnitzer Nachbardörfchen Ponitz. Und denkbar knapp war das schlechteste gerade noch zweistellig: 10,0 Prozent in Heukewalde.

Das absolut beste Ergebnis aller zwölf Direktkandidaten in den beiden Wahlkreisen markieren übrigens Zippels 66,7 Prozent in Göpferdorf, das schlechteste die 0,9 Prozent von Pascal Mauf (Grüne) in Haselbach. Das war die Umrechnung für zwei Wählerstimmen.

Günter Neumann

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