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Altenburg Von Blues bis Groove – der Altenburger Jazz-Herbst wird bunt
Region Altenburg Von Blues bis Groove – der Altenburger Jazz-Herbst wird bunt
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00:21 18.09.2017
East Blues Experience mit Peter Schmidt, Jäcki Reznicek, Ronny Dehn und Adrian Dehn sind am 17. November im Weindepot Priem zu erleben. Quelle: Robert Schultze
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Altenburg

Der Herbst ist traditionell für die Altenburger Jazztage reserviert, die im Rahmen eines der größten Jazzfestivals Deutschlands, der Jazzmeile Thüringen, stattfinden. Nachdem die Macher vom Jazzklub Altenburg im Frühjahr mit gleich neun Veranstaltungen in nur wenigen Monaten richtig Gas gegeben haben, hat man auch auf das Programm im Herbst wieder sechs hochkarätige Konzerte und Lesungen setzen können. Dabei hat das Organisationsteam aber gleichzeitig wie immer darauf geachtet, eine maximale Abwechslung sowohl bei den Künstlern, als auch bei den Veranstaltungsorten zu bieten.

Den Anfang machte vor wenigen Tagen ein mittlerweile guter alter Bekannter: Michael Rauhut war nun schon zum dritten Mal in der Stadt – mit seinem neuen Buch „Ein Klang – zwei Welten“ unterm Arm, in dem er sich mit der unterschiedlichen Entwicklung des Blues in Ost- und Westdeutschland auseinandersetzt (die OVZ berichtet). Ein gelungener Abend.

Bei der nächsten Veranstaltung spielt die langjährige gute Beziehung zu Lehrenden der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ eine entscheidende Rolle. Was mit dem etwas komisch klingenden Namen „Schrabbe, Bach und der weiße Hai“ betitelt ist, ist eine Art Allstar-Ensemble der Jazzabteilung der Musik-Hochschule der Messestadt. Professoren um Ralf Schrabbe, aktuelle und ehemalige Studenten werden am 23. September im Lindenau-Museum eine überaus hörenswerte Musik spielen, die sich fernab gängiger Klassik-und-Jazz-Begegnungs-Klischees bewegt. Zum kalendarischen Herbstbeginn wird Sommerliches aus den „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi erklingen und Leipzigs erstem Jazzer Johann Sebastian Bach ist eine Zwölfton-Komposition über die Töne B-A-C-H gewidmet. Das große Musiker-Kollektiv dürfte wohl die ungewöhnlichste Zusammenstellung in der Herbstsaison beim Jazzklub darstellen.

Einen Monat später haben die Kultur-Macher das Ensemble „Stephan-Max Wirth Experience“ verpflichtet. Das Vierer-Gespann um den Berliner Saxofonisten Stephan-Max Wirth bringt mit seinem Programm „Calling Europe!“ ein explosives musikalisches Gemisch auf die Bühne. Der Ort des Geschehens am 21. Oktober ist ebenfalls durchaus ungewöhnlich. Handelt es sich dabei doch um ein ehemaliges Bekleidungsgeschäft in der Johannisstraße 1, das kurzerhand zum Konzertraum umgerüstet wird. Auch das funktioniert glücklicherweise, wie an eigentlich allen Veranstaltungsorten auch, über die vielen freundschaftlichen Verbindungen der Jazzklub-Organisatoren mit den Hauseigentümern in der Stadt, die gerne ihre Räume für ungewöhnliche Musik öffnen.

Bei der nächsten Band „Lammel Lauer Bornstein“ (logischerweise die Nachnamen der drei Musiker), stand zum Zeitpunkt der ersten Kontaktaufnahme gar ein möglicher Gewinn eines „Echo Jazz“ im Raum. Die drei jungen Musiker waren für die Kategorie „Beste Newcomer“ nominiert. Und so hat der Jazzklub-Vorstand schnell die Gelegenheit genutzt, die Dresdner zu verpflichten, ehe ihr Marktwert durch einen Preisgewinn, den es dann leider doch nicht gab, in die Höhe schnellen könnte. Das klassische Klaviertrio bietet am 4. November im ehemaligen Thüringer Hof in der Altenburger Gabelentzstraße 15 wunderschöne Musik mit langen Gestaltungsbögen und Steigerungsmustern.

Im letzten Block warten zwei Leckerbissen für Gitarrenfans. Am 17. November gibt es im Weindepot Priem Bluesrock vom Feinsten der Altmeister von East Blues Experience. Sie bieten einen Mix aus deutsch- und englischsprachigen Songs, die soulig, bluesig und sehr facettenreich sind. Eine Bluesband der Extraklasse, wie sie nicht mehr alle Tage zu erleben ist.

Zum Jahresabschluss geht es dann am 1. Dezember wieder zurück ins Paul-Gustavus-Haus. Das Schweizer Jazz-Trio „PLAN“ präsentiert dort seine ganz persönliche Vision von intelligenter Groovemusik. Die geht ordentlich nach vorne und bietet eine kunstvoll ausgestaltete Balance zwischen filigranen, atmosphärischen Stimmungen und archaischen Grooves. Den Machern kamen hier bei der Buchung der Band wieder ihre langjährigen guten Beziehungen in die Jazz-Republik Schweiz zugute. Somit konnte einmal mehr eine erstklassige Band verpflichtet werden, wie Altenburg schon so viele sehen und hören durfte.

Karten für das nächste Konzert am 23. September, 20 Uhr, im Lindenau-Museum gibt es im Vorverkauf in der Altenburger Tourismus-Information am Markt 10 sowie an der Abendkasse.

Von Thomas Trummer

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