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Altenburg Von Musical bis zum Konfetti-Marsch – Nobitzer Blasorchester brilliert
Region Altenburg Von Musical bis zum Konfetti-Marsch – Nobitzer Blasorchester brilliert
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14:58 20.03.2018
Konzert des 1. Ostthüringer Blasorchesters Nobitz unter Leitung von Maik Gräfe (vorn) im Landestheater Altenburg. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Mit ihrem diesjährigen Jahreskonzert unter dem Motto „Ohrwürmer live“ nahm das 1.Ostthüringer Blasorchester Nobitz seine Fans und Freunde mit auf eine musikalische Zeitreise durch verschiedene Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. In diesem Jahr fand das Konzert weitaus früher als sonst statt, sodass dem Orchester nur wenig Zeit blieb, um alle Titel in gewohnter Art und Weise dem Publikum zu präsentieren.

So war es auch nicht verwunderlich, dass Orchesterleiter Maik Gräfe zu Beginn der Veranstaltung doch etwas aufgeregt war, was sich allerdings bald legte. Bereits mit dem ersten Musikstück, der Titelmusik aus „Star Wars“, überzeugten die Blasmusiker und stimmten das Publikum auf einen anspruchsvollen und unterhaltsamen Nachmittag ein.

In gewohnt lockerer und heiterer Moderation sorgte Maik Gräfe von Anfang an für gute Stimmung – und das Publikum ging von Anfang an mit. Seine Einführungen in das jeweilige Musikstück waren sehr ausführlich und interessant und wurden teilweise mit viel Humor dargebracht. So war er James Bond, der in geheimer Mission die Welt rettete, unterstützt durch das Orchester, das die bekanntesten Melodien aus den Bond-Filmen interpretierte.

Wie ein roter Faden zogen sich Melodien aus Filmmusik und Musicals durch den ersten Teil der Veranstaltung. Es erklangen Melodien aus „Downtown“, den Musicals „Flashdance“ und „Grease“, dem wohl bekanntesten Kultmusical aus den Siebzigern. Bravo-Rufe, begeistertes Pfeifen und langanhaltender Beifall waren der Lohn für die Auswahl, aber auch für die Darbietung.

Es ist immer wieder bemerkenswert, was Hobby-Musiker alles bewerkstelligen können. Einmal wöchentlich – vor dem diesjährigen Konzert aufgrund der kürzeren Vorbereitungszeit sogar mehrmals in der Woche – proben sie gemeinsam nach der Arbeit oder Schule. Ganz abgesehen von den täglichen Übungsstunden zuhause, „opfern“ ihre Freizeit, um ihre Musik den Menschen nahe zu bringen.

Wobei „opfern“ relativ gesehen werden muss, denn wer mit so viel Liebe und Inbrunst Musik macht, für den ist Musikmachen einfach Lebensfreude. Und diese übertrug sich auch auf die Zuhörer. Vor allem der zweiten Teil mit traditioneller böhmischer Blasmusik, Märschen und Polka begeisterte das Orchester das überwiegend ältere Publikum, das regelrecht „auftaute“. Da wurde mitgeklatscht oder geschunkelt, da wippten die Füße im Takt – die Stimmung stieg gewaltig. Auch die gesanglichen Einlagen, gemeinsam vorgetragen von Maik Gräfe und Wolfgang Schwalm – der Wildecker Herzbube hält nach wie vor dem 1. Ostthüringer Blasorchester vor allem bei den großen Auftritten die Treue – überzeugten stimmlich und gaben dem Programm eine zusätzliche Farbe.

Seit 1961 gibt es das Blasorchester, doch was wäre es ohne Nachwuchs? Jungen Leuten das Musizieren nahezubringen, sie frühzeitig zur Musik heranzuführen, haben sich Katharina Thiele und einige Orchestermitglieder zur Aufgabe gemacht. Mit Erfolg, wie die Jüngsten am Sonntag zeigten. Auch wenn noch nicht alles fehlerfrei vorgetragen wurde, anerkennenswert ist auf jeden Fall der Mut, vor so vielen Leuten im Saal zu spielen und der Wille, durch viel Üben das Instrument erlernen zu wollen.

Anders dagegen die eigentlichen Orchestermitglieder. Die machten gegen Ende der Veranstaltung, was sie wollten: Sie spielten Stücke, die beim Dirigenten nicht auf dem Programm standen, alberten herum, verstreuten Konfetti, brachten damit das Publikum zum Lachen und ihren Leiter fast zum Verzweifeln. Doch wie bereits zu erahnen ist: Alles war nur gespielt, Fehler und Frechheiten waren gewollt. Der „Konfetti-Marsch“ machte es möglich – ein Musikstück, in dem 30 Märsche miteinander verarbeitet wurden – halt wie Konfetti.

Dem Publikum gefiel’s. Am Ende gab es noch Dankesreden an alle Helfer und Sponsoren und die Ehrennadel des Deutschen Blasmusikverbandes für langjährige Mitglieder in Gold und Silber. Mit einer Zugabe ging ein wundervoller Nachmittag für Freunde der Blasmusik zu Ende.

Von Margitta Tittel

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