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Von Stiljanows Musik zu Kretzschmars Bildern

Von Stiljanows Musik zu Kretzschmars Bildern

"Wenn Bernhard heute hier gewesen wäre und kein Papier dabei gehabt hätte - er hätte das Einladungsprogramm vollgezeichnet." Das sagte gestern Bernhard Kretzschmars Stiefsohn Peter Stiljanow zur Eröffnung der großen Ausstellung des in Döbeln geborenen Malers.

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Peter Stiljanow, Stiefsohn des bekannten Döbelner Malers Bernhard Kretzschmar, eröffnete gestern die große Kretzschmar-Ausstellung im Döbelner Rathaus nicht nur mit Musik, sondern auch mit mit einem Vortrag, der seinen Stiefvater erstaunlich präsent werden ließ.

Quelle: Wolfgang Sens

Peter Stiljanow - Diplom-Physiker und Pianist - brachte in seinen Ausführungen den Menschen Bernhard Kretzschmar nahe und schilderte die Probleme, die sein ungeordneter Nachlass bisweilen bereitete. "Nachlast", nannte Peter Stiljanow dies, einen Wust an Zeichnungen und Gemälden meinend. "Bernhard zeichnete bei jeder Gelegenheit", sagte er. Übereinander gestapelte Werke, ungeordnet - das fanden die Erben nach dem Tod des Malers 1972 in seinem Dresdner Atelier. Peter Stiljanow übte auch Kritik an vor allen ostdeutschen Museen, die über Enteignung an manche Werke Bernhard Kretzschmars gekommen waren. Denn die DDR-Behörden beschlagnahmten gute Teile davon, als Peter Stiljanow 1985 in die Bundesrepublik floh.

 

All das hörten Gäste, die aus ganz Deutschland zur Vernissage angereist waren: Aus Dresden, München, Regensburg, Altenburg, Potsdam und Leipzig. Sie hörten den Stiefsohn des bedeutsamen Vertreters der Neuen Sachlichkeit zudem als Pianisten. Gemeinsam mit seinem Freund Michael Durner, Violinist im Bayerischen Staatsorchester. Sie umrahmten die Eröffnung mit Musikstücken von Robert Schuhmann, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Zwar hatte die Kleine Galerie vor fünf Jahren schon mal eine Kretzschmar-Ausstellung. Aber diese war kleiner. "Es fehlte völlig der Blick auf seine Kindheit und Jugend", sagte Galerie-Leiterin Kathrin Fuchs. Das ist nun anders. Etliche Zeichnungen der Eltern des Malers und andere Bild gewordene Dokumente seiner Döbelner Jugendzeit finden sich nun wohlgerahmt an der Wand. "Ohne Leihgaben wäre das nicht zu stemmen gewesen", würdigte Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) die vielseitige Unterstützung mit Kretzschmar-Kunstwerken, die nicht im Besitz der Stadt Döbeln sind, sondern zum Beispiel den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Lindenau-Museum Altenburg, dem Stadtmuseum Dresden und natürlich dem Ehepaar Stiljanow gehören.

 

Die große Kretzschmar-Ausstellung trägt besonders die Handschrift ihrer Kuratorin, Anke Fröhlich-Schauseil. Sie verstand es in ihrem Vortrag zur Eröffnung die Wandlung Kretzschmars vom Expressionismus hin zur Neuen Sachlichkeit zu verdeutlichen. "Bei aller Modernität ist bei Kretzschmar immer ein Rückgriff auf die alten Meister zu spüren", sagte sie. Stiefsohn Peter Stiljanow formulierte es so: "Wir sind auf seinen Bildern Farbkleckse - und trotzdem hat er unser Wesen getroffen."

Dirk Wurzel

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