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Altenburg Von der gebissenen Schlange bis zum Schaf an der Leine
Region Altenburg Von der gebissenen Schlange bis zum Schaf an der Leine
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20:45 20.01.2012
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Altenburg

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Gegen 11 Uhr kehrt nach der Vormittagssprechstunde im Warteraum der Tierarztpraxis von Dr. Sibylle Börngen in der Regel Ruhe ein. "Zeit für einen Plausch im Team und ein verspätetes Frühstück", sagt die Ärztin.

So kein Auswärtstermin anliegt, was gar nicht so selten ist. Zum Beispiel, als es dem Pferd von Heike Drieselmann in Treben schlecht ging, dass an Koliken litt. "Frau Dr. Börngen kam sofort zu Hilfe und blieb auch vor Ort, bis es dem Tier wieder besser ging", lobt die Leserin dieser Zeitung. Auch kranken Fundtieren werde in der Praxis von dem immer sehr hilfsbereiten und zuvorkommenden Kollektiv umgehend geholfen, heißt es weiter. "Das Team hätte ein OVZ-Frühstück verdient", schreibt Heike Drieselmann.

Gestern überraschte die OVZ die normalerweise fünfköpfige Gruppe deshalb gegen 11 Uhr mit dem Frühstückskorb. Für Anna Hirschfeld, die fehlte, weil sie in Leipzig wichtige Termine hatte, werden Dr. Sibylle Börngen, Elke Gerth, Suzanne Oriwol und Jessica Schellenberg etwas übrig gelassen haben. "Versprochen", wie die Frauen einhellig betonten. Solche Runden seien beliebt. "Man kann sich dabei entspannt über berufliche und private Angelegenheiten austauschen. Die Chemie stimmt einfach unter uns Frauen. Ein Mann in der Runde hätte da wohl nichts zu lachen", sagt die Ärztin und muss selber lachen.

Zu erzählen gibt es immer genug. Auch weil in so einer Tierarztpraxis kein Tag wie der andere ist. "Man muss sich ja um das Tier und den Halter gleichermaßen kümmern", erzählt Suzanne Oriwol, die als Tierarzthelferin in der Praxis arbeitet. Und oft brauche das besorgte Herrchen oder das bangende Frauchen fast mehr Betreuung und Zuspruch als das kränkelnde Tier. "Man muss auch Psychologe sein. Das bringt die Berufserfahrung", erzählt Sibylle Börngen.

Aufwendiger als die Humanmedizin ist die Tiermedizin wohl auch deswegen, weil die unterschiedlichsten gackernden, gurrenden, miauenden oder bellenden Zwei- und Vierbeiner zu behandeln sind. "Das reicht eben vom kleinen Wellensittich oder der Wüstenmaus bis hin zum tonnenschweren Stier", umreißt Azubi Jessica Schellenberg die Bandbreite.

Nun komme ein ausgewachsener Stier nicht in die Praxis an der Geraer Straße. "Das sind die typischen Patienten bei Terminen außer Haus, wie auch Pferd, Rinder oder andere Nutztiere", sagt die Ärztin. Aber beileibe wurden nicht nur Hund, Katze & Co. persönlich ins Wartezimmer geführt. "Da wurde auch schon einmal ein Uhu vorbeigebracht oder ein Schaf an der Leine", erinnert sich Suzanne Oriwol. Aber der ungewöhnlichste Patient war eine Schlange. Ungewöhnlich war vor allem auch der Grund, weshalb die Schlange zum Arzt musste. "Die wurde doch tatsächlich von der Maus gebissen, die eigentlich als ihr Lebendfutter gedacht war", erinnert sich die Arzthelferin.

Die Episode wird gerne bei solchen gemütlichen Frühstücksrunden erzählt, wie die gestrige. In den nächsten Tagen dürften die noch seltener werden. Denn die Praxis zieht ins Nachbarhaus in größere Räume um.

Wenn auch Sie sich bei jemandem mit einem Frühstückskorb bedanken möchten, dann lassen Sie es uns wissen. Schicken Sie Ihren Vorschlag mit einer kleinen Begründung und der Teamstärke - sie sollte zwischen drei und 15 liegen - an die OVZ-Redaktion, Kornmarkt 1, in 04600 Altenburg. Es geht auch per Fax unter 03447 574919 oder per E-Mail an fruehstueck@lvz.de. Es stehen wieder viele Frühstückskörbe bereit - gestaltet von der Altenburger Filiale am Kornmarkt des Konsum Leipzig.

Jörg Wolf

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