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Altenburg Vorlesewettbewerb: Auch ohne Sieg nimmt die Meuselwitzerin Ronja Meinhardt viel mit
Region Altenburg Vorlesewettbewerb: Auch ohne Sieg nimmt die Meuselwitzerin Ronja Meinhardt viel mit
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12:35 24.06.2016
Obwohl Ronja Meinhardt in Berlin nicht gewann, hat sie gut lachen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Endiviensalat schmeckt zwar, ist aber schwer auszusprechen. Dumm nur, dass das Wort Teil von Ronja Meinhardts Finaltext „Brudergeheimnis“ von Emiel De Wild beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in Berlin war. Deshalb übte die elfjährige Meuselwitzerin die Stelle und baute sich eine Eselsbrücke. Als es am Mittwochnachmittag im Studio des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) ernst wurde, gelang ihr die Aussprache dennoch nicht 100-prozentig.

Ob es daran lag, dass sie den Titel nicht gewann und Matthias Stelzle aus Niedersachsen den Vortritt lassen musste, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass es laut Jury äußerst knapp zuging, weil alle 16 Landessieger, die sich aus deutschlandweit rund 570 000 Teilnehmern fürs Bundesfinale qualifiziert hatten, ziemlich gut waren. „Er hat echt gut gelesen und ich habe mich für ihn gefreut“, erzählt Ronja entspannt. Davon, dass es nicht geklappt habe, gehe die Welt nicht unter. „Wir hatten in Berlin alle so viel Spaß zusammen und drei tolle Tage.“

Am coolsten fand die Schülerin des Spalatin-Gymnasiums Altenburg drei Dinge: Dass sie Sängerin Jamie-Lee Kriewitz, die die Wartezeit bis zur Entscheidung verkürzte, live gesehen hat und mit ihr Fotos machen konnte. Dass sie Backstage Schauspieler und Jury-Mitglied Robert Schupp traf, der in „Schloss Einstein“ und ihrer Lieblingsserie „Mord mit Aussicht“ mitspielt und ihr gelesenes Buch signierte. Und den Spieleabend nach der Generalprobe und der Text-Vorbereitung am Dienstag.

Maßgeblichen Anteil am Gelingen des Finaltags hatte zudem Ronjas kleiner Fanclub, der sich „Die Bürografen“ nennt. Der besteht aus den fünf Freundinnen Lydia Schubert, Maja Gebhardt, Marlene John, Emilia Knechtel und Lea Schulz, die mit eigens gedruckten T-Shirts und Schildern sowie selbst gebackenem Kuchen angereist waren. „Sie haben mich angefeuert und mir gleich gesagt: ,Du hast toll gelesen’“, sagt Ronja. „Dafür möchte ich mich bei ihnen bedanken – und bei allen, die mich unterstützt haben.“ Ganz Profi erwähnte sie hierbei auch Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke), die ihr einen Brief geschrieben hat, Finanzministerin Heike Taubert (SPD), die Schirmherrin des Thüringer Vorlesewettbewerbs war, und Jens Schubert. Denn der Papa von Freundin Lydia hatte den Fanclub nach Berlin gebracht und die Unterstützung so erst ermöglicht.

Beim Lesen selbst sei sie nicht nervös gewesen, meint das Talent aus der Schnauderstadt. „Aber vorher die 300 Leute reinkommen zu sehen, war schon krass.“ Auch ihr Markenzeichen, die Mütze, hatte sie wieder auf. „Es bleibt meine Glücksmütze, auch wenn sie diesmal nicht so viel geholfen hat“, so die Elfjährige, die sich jetzt voll und ganz auf die Ferien freut. Nächste Woche geht es dann mit der ganzen Familie direkt den Urlaub. Mit dabei: diverse Bücher.

Die TV-Sendung über das Finale des Vorlesewettbewerbs läuft am 8. Oktober um 17.45 Uhr auf Kika.

Von Thomas Haegeler

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