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Waba investiert über 15 Millionen Euro für Schlachthof in Altenburg

Abwasserleitungen und Kläranlage Waba investiert über 15 Millionen Euro für Schlachthof in Altenburg

Der Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) investiert in den nächsten Jahren über 15 Millionen Euro in neue Abwasserleitungen und die Erweiterung der Kläranlage in Primmelwitz. Hauptgrund dafür ist die Zunahme des Schmutzwassers, das der Schlachthof produziert. Dies entspricht der Menge von 70 000 bis 80 000 Menschen.

Für das dritte Nachklärbecken der Kläranlage Altenburg wird derzeit sieben bis acht Meter tief Boden ausgehoben.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Schon von weitem ist das Schild sichtbar. Viel verrät der Holz-Aufsteller am Abzweig Primmelwitz der Bundesstraße 93 freilich nicht. „Verfahrenstechnische Erweiterung der Zentralen Kläranlage Altenburg“, steht da in nüchterner schwarzer Schrift auf schlichtem weißen Grund. „Errichtung eines 3. Nachklärbeckens und einer Schlammpumpstation, Leitungsbau und maschinentechnische Ausrüstung.“ Das klingt alles andere als sexy. Dabei verbirgt sich dahinter die derzeit größte Investition des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba).

Allein rund vier Millionen Euro kosten die auf dem Schild stehenden Maßnahmen. „1,3 Millionen Euro davon fließen noch dieses Jahr, der Rest 2017“, erklärte Waba-Geschäftsführer Martin Wenzel. Im Anschluss daran stellt der Eigenbetrieb der Stadt schließlich die Technik der Kläranlage generell um. Bereitet man die Abwässer derzeit noch ohne Faulung auf, soll das ab Ende 2018/Anfang 2019 mit geschehen. Die Kosten dafür belaufen sich laut Wenzel auf weitere sieben bis acht Millionen Euro. Am Ende schafft die Kläranlage in der Spitze, das Schmutzwasser von 130 000 Einwohnern statt von derzeit 99 000 zu reinigen.

Hauptgrund dafür sind die höheren Abwassermengen, die der Schlachthof einleitet. Laut Wenzel entsprechen diese denen, die 70 000 bis 80 000 Menschen produzieren. Der Rest kommt von knapp 45 000 Bewohnern der Stadt und des näheren Umlands sowie von Brauerei, Klinikum und anderen Gewerben in Altenburg. Nimmt man nun noch die Druckleitung hinzu, die parallel dazu vom Gewerbegebiet Poschwitz zur Kläranlage für über fünf Millionen Euro gebaut wird, investiert der Waba zwischen 16 und 17 Millionen Euro – hauptsächlich wegen der Südost Fleisch GmbH.

Allerdings steuert der Schlachthof maximal 700 000 Euro zu den Kosten bei. „Er beteiligt sich an den Erschließungskosten im Gewerbegebiet Poschwitz“, so Wenzel. Mehr könne er nicht sagen, weil über Summen Stillschweigen vereinbart wurde. Nimmt man allerdings die geplanten Gesamtkosten der Maßnahme in Poschwitz von rund 5,6 Millionen und zieht davon die knapp 4,9 Millionen Euro Fördermittel des Thüringer Wirtschaftsministeriums ab, bleiben 700 000 Euro übrig, die sich Waba und Südost Fleisch teilen können. Noch vor wenigen Wochen hatte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) erklärt, dass die Stadt die Differenz komplett trage.

Laut Wenzel ist der Schlachthof aber nur „ein Grund“ für die Erweiterungs- und Umstellungspläne. „Die energetische Umstellung wurde im Werkausschuss bereits 2004 vorgestellt“, sagte der Waba-Chef. Dabei gehe es darum, dem energiereichen Schlamm Methan zu entziehen, um dieses im eigenen Blockheizkraftwerk zu verbrennen. Das führe zu Energieeinsparungen, weil man die dadurch entstehende Wärme und den Strom wiederum nutzen könne. „Außerdem wird die Menge des zu entsorgenden Schlamms geringer, was die Kosten ebenfalls senkt.“ Denn aktuell müsse man den Schlamm teuer verbrennen lassen, weil man ihn nicht mehr in der Landwirtschaft verwenden dürfe.

Damit das gelingt, muss unter anderem ein Faulturm gebaut werden. Zudem sind weitere Rohre und Becken für das Abwasser nötig und das Leitungssystem muss umgestrickt werden, um den Schlamm in die Anlage zurückzuführen. Darüber hinaus braucht es eine Menge Hightech, weil die Einleitwerte sowie der chemische Mittelbedarf überwacht werden müssen – auch online. Das begründet die enormen Kosten von bis zu acht Millionen Euro, für die der Waba laut Antrag auf bis zu 60 Prozent Städtebau-Förderung hofft.

Bevor es so weit ist, wird aber erst das dritte Nachklärbecken gebaut. Dieses hat – wie die beiden anderen – einen Durchmesser von 39 Metern und verfügt über ein Volumen von 5250 Kubikmetern. Das erfordert einen Aushub von teilweise sieben bis acht Metern Tiefe – und das im schützenswerten und zugleich hochwassergefährdeten Gebiet des Gerstenbachs. „Das Becken muss daher so gebaut werden, dass bei Hochwasser nichts hineinläuft“, so Wenzel. Daher gebe es auch einen Wall um die komplette Kläranlage. Mit den aufwendigen Genehmigungsverfahren begründete er auch, warum der Bau erst im Herbst beginnen konnte. Als Ausgleich für die weitere Flächenversiegelung kommen Teile der Garagen in der Zwickauer Straße weg.

Von Thomas Haegeler

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