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Wahlforum in Meuselwitz: „Die beiden Kandidaten liegen nahe beieinander“

Vor der Stichwahl Wahlforum in Meuselwitz: „Die beiden Kandidaten liegen nahe beieinander“

Vor der Bürgermeister-Stichwahl in Meuselwitz haben sich die beiden verbliebenen Kandidaten Udo Pick (Bürger für Meuselwitz) und Einzelkandidat Klaus-Peter Liefländer bei einem Wahlforum den Fragen der Bürger gestellt. Etwas 90 Meuselwitzer erlebten die beiden im direkten Vergleich.

Das Bürgerinteresse am Wahlforum war so groß, dass die Stuhle nicht ausreichten. Etwa ein Dutzend Meuselwitzer mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Ein Wahlforum vor einer Stichwahl ist etwas außergewöhnlich. Doch damit hatten die beiden Bewerber um den Bürgermeisterstuhl in der Schnauderstadt, die beim ersten Wahlgang die meisten Stimmen bekamen, wohl den Nerv der Bürger getroffen.

Denn vorgestern Abend kamen rund 90 interessierte Meuselwitzer, um Udo Pick (43), den die Gruppierung Bürger für Meuselwitz (BfM) ins Rennen schickt, und Einzelkandidat Klaus-Peter Liefländer (53) im direkten Vergleich zu erleben. Da wohl keiner mit einem so großen Ansturm gerechnet hatte, wurden die Stühle im Bürgertreff knapp. Etwa ein Dutzend Besucher des Forums musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Der entspannten Atmosphäre, in der das Forum ablief, tat das jedoch keinen Abbruch.

Gut beraten waren Pick und Liefländer, sich einen Moderator für den Abend zu suchen. Mit Peter Mißbach, der in Gera wohnt und seit Jahren in der Meuselwitzer Stadtkappelle spielt, hatten man einen neutralen Gesprächsleiter gefunden, der die Sache im Griff hatte.

Nachdem jeder Bewerber fünf Minuten hatte, sich und seine Ziele nochmals vorzustellen, waren die Bürger am Zug. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, traute sich erstmal keiner, die Kandidaten ins Kreuzverhör zu nehmen. Doch dem Moderator gelang es, die Kunstpause mit Humor zu überspielen.

Fast alle Fragen, die dann weit über eine Stunde aus dem Publikum kamen, richteten sich an beide Bewerber. So wollte Linken-Stadtrat Bernd Herzmoneit wissen, welche konkreten Ideen sie haben, den Haushalt zu sanieren. Während Pick die Kitabeiträge anheben, die Steuersätze überprüfen oder alle Stellen im Rathaus auf den Prüfstand stellen will, hat sein Gegner andere Vorstellungen. Liefländer will zwar die Gewerbesteuer anheben, den Bürgern aber nicht unbedingt noch tiefer in die Tasche greifen. Er will unter anderem die Abwanderung stoppen, Bauhöfe und Gärtnerei an die Stadtwerke angliedern, um Synergieeffekte zu schaffen, oder die städtischen Immobilien auf ihre Rentabilität prüfen.

Auf die Frage von UWG-SPD-Stadträtin Antje Ulich zum Umgang mit Vereinen und Vereinsräumen gingen die Antworten auseinander. Während Pick den Vereinen die Kosten und Bewirtschaftung der Räumlichkeiten übertragen will, möchte Liefländer die derzeit unterschiedliche Behandlung der Vereine unter die Lupe nehmen und mit ihnen Wege suchen, um an Fördermittel heranzukommen.

Breiten Raum nahm das Thema Ordnung und Sicherheit, vor allem im Seckendorff Park, ein. Liefländer erklärte, dass er in den nächsten Jahren durch mehr Polizei und sofort durch die Verstärkung des Ordnungsamtes Veränderungen erreichen wolle. „Wir haben in Meuselwitz außerdem ein Drogenproblem, was noch gar nicht angesprochen wurden. Auch dagegen will ich etwas tun“, betonte er. Mit dem Ordnungsamt mehr Präsenz zeigen, will auch Pick.

Weitere Fragen gab es zur geplanten Gebietsreform und der Debatte um den Fortbestand des Gymnasiums. Hier war Liefländer mit seinem Wissen als Kreistagsmitglied im Vorteil. Für den Erhalt des Gymnasiums sprachen sich beide Kontrahenten mit Nachdruck aus. Obwohl laut Schulnetzplanung das Meuselwitzer Gymnasium gar nicht zur Disposition stehe, sei es wichtig die Attraktivität der Bildungseinrichtung zu stärken, betonte der Einzelkandidat.

Die Sorgen, die die anstehende Gebietsreform den Bürgern bereite, teile er, so Liefländer. Doch für Meuselwitz seien die Aussichten gut, wenn man mit den Nachbarn zusammen geht. Der Kandidat der BfM räumte ein, dass er zur Gebietsreform keine ausreichenden Informationen habe, aber auf die Nachbarn zugehen werde.

Das Fazit des Abend fasste der Meuselwitzer Lothar Stein so zusammen: „Die beiden Kandidaten liegen nahe beieinander.“

Von Marlies Neumann

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