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Warnstreik bei Tekfor in Schmölln: Mitarbeiter wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Tarif-Auseinandersetzung Warnstreik bei Tekfor in Schmölln: Mitarbeiter wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Etwa 140 Mitarbeiter des Schmöllner Automobilzulieferers Neumayer Tekfor haben sich am Mittwoch an einem sechsstündigen Warnstreik beteiligt. Sie fordern die Angleichung an die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie.

Mitarbeiter des Schmöllner Automobilzulieferers Tekfor haben gestern acht Stunden lang die Arbeit niedergelegt.

Quelle: Jens Rosenkranz

Schmölln. Dass Beschäftigte die Arbeit niederlegen, ist im Altenburger Land extrem selten. Am Mittwoch war es soweit. Etwa 140 Mitarbeiter der Firma Neumayer Tekfor beteiligten sich ab 10 Uhr an einem sechsstündigen Warnstreik, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte. „Ihr wollt’ Streit? Wir sind bereit!“, stand auf einem der Plakate. Viele Teilnehmer waren mit Trillerpfeifen ausgerüstet und hatten rote Warnwesten an.

„Die Kollegen sind extrem gefrustet“, redete Vize-Betriebsratschef Axel Kranz gegenüber der Osterländer Volkszeitung (OVZ) Klartext. Sie hätten es satt, einen guten Job zu machen, aber teilweise schlechter bezahlt zu werden, als Kollegen für die gleiche Arbeit an der Werkbank gegenüber und als andere Mitarbeiter in Unternehmen der Metall- und Automobilbranche, wie beispielsweise bei VW in Mosel, sagte Kranz. Der Altenburger arbeitet seit 2007 bei Tekfor in Schmölln in der Fertigungssteuerung.

Nach Angaben von IG-Metall-Sprecher Matthias Beer gibt es bei Tekfor unterschiedliche Verträge für die gleiche Arbeit und Lohnunterschiede von bis zu 500 Euro Brutto im Monat. Die Geschäftsführung sei deswegen seit Monaten aufgefordert worden, dies zu ändern. Ebenso verlangt die Gewerkschaft eine stufenweise Angleichung an die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen, einschließlich Zuschläge und Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld.

Beer erklärte, dass man mit diesen Forderungen gar nicht so weit von den momentan üblichen Regelungen bei Tektor entfernt liege und das Gefälle von rund zehn Prozent nicht sofort, sondern stufenweise ausgleichen wollte. Die Geschäftsführung in Schmölln dürfe selbst keine Verhandlungen führen, aber an die Konzernleitung in Frankfurt/Main komme man nicht ran. Deshalb sei bereits im November ein erster Warnstreik erfolgt, der jedoch nicht gefruchtet habe.

Geforderter Tarifvertrag uneins mit Unternehmensziel

Tekfor-Werkleiter Jens Heger sagte der OVZ, dass der geforderte Tarifvertrag nicht mit dem Ziel des Unternehmens übereinstimme. Er wies auf vereinbarte Lohnsteigerungen hin, wonach jeder Mitarbeiter im Juni eine Einmalzahlung von 150 Euro, eine 2,8-prozentrige Erhöhung im Juli und einen weiteren Anstieg um zwei Prozent im April 2017 bekomme. Der Konzern sei an einer positiven Entwicklung des Standortes interessiert und werde alles unternehmen, um die Bedürfnisses der Mitarbeiter mit den Anforderungen des Marktes in Übereinklang zu bringen, sagte Heger.

Bei einem Besuch des Thüringer Wirtschaftsministers Wolfgang Tiefensee (SPD) im Betrieb hatte Heger betont, dass Tekfor von den Großunternehmen im Landkreis die höchsten Löhne zahlt. Das Unternehmen beschäftigt 315 Mitarbeiter, elf Prozent davon sind Leiharbeiter. Wichtigste Produkte sind Nockenwellen, die bei VW, Audi, Posche und Ferrari europaweit zum Einsatz kommen.

„Ich habe ein gutes Gefühl, dass sich etwas ändert“, sagte Axel Kranz am Ende des Tages. Der Betriebsrat freute sich über die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter. „Wir wollen ja nicht alles auf einmal, sondern zuerst ein Gespräch.“ Sollte Tektor weiter stur bleiben, schließt Kranz weitere Streiks nicht aus.

Von Jens Rosenkranz

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