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Warten auf weitere Asylbewerber

Warten auf weitere Asylbewerber

Das Altenburger Land bereitet sich auf die Ankunft weiterer Asylbewerber vor. Knapp 90 könnten nach OVZ-Informationen zu den derzeit über 170 im Kreis lebenden hinzukommen.

Konkrete Zahlen gibt es aber immer noch nicht. Maximal 14 Tage vorher kommt der Bescheid vom Landesverwaltungsamt Weimar.

 

 

 

"Allerdings kennen wir keine konkreten Zahlen, wissen nur, dass sich Deutschland bereit erklärt hat, mehr aufzunehmen, die dann nach einem Schlüssel auf die Länder und von da auf die Kreise aufgeteilt werden", sagt Landrätin Michaele Sojka (Linke) auf OVZ-Nachfrage. "Mehr als die Ankündigung, dass die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge steigen wird, haben wir nicht."

 

Womit der Landkreis genau rechnen muss, weiß aber auch beim Landesverwaltungsamt in Weimar, das für die Verteilung der Flüchtlinge und Asylbewerber zuständig ist, niemand. "Wir können leider nie konkrete Zahlen angeben, weil dies immer vom Zugang der Asylantragsteller abhängt", erklärt Behördensprecher Adalbert Alexy. Fest steht einzig, dass es immer mehr werden.

 

So gab es im vergangenen Monat 376 Erstantragsteller in Thüringen und damit ein Plus von 20 Prozent gegenüber September, als in der Aufnahmestelle Eisenberg 312 Neuankömmlinge registriert wurden. "Da wir keinen konkreten Zeitablauf planen können, wird bei den Landkreisen und kreisfreien Städten angefragt und die Unterbringung zwei Wochen im Voraus angekündigt", so Alexy weiter.

 

"Es passiert immer wieder, dass wir zehn bis 20 Leute binnen von zehn Tagen unterbringen müssen", schildert Sojka das Problem. "Auch wenn die Situation im Moment beherrschbar ist, müssen dafür Wohnungen da sein, was gerade in Vorbereitung ist." Das sei im Landkreis jedoch alles andere als einfach. "Schließlich sprechen die Leute aus Lampedusa kein Wort Deutsch, haben oft Traumata erlitten und brauchen daher Betreuung." Deshalb ist sie froh, dass man über das Integrationslotsen-Projekt der Caritas ehrenamtliche Ansprechpartner für die Flüchtlinge vermitteln könne.

 

Das sind auch die Gründe, warum Neuankömmlinge im Kreis zunächst im Asylbewerberheim in Schmölln untergebracht werden. Um das zu ermöglichen, muss man dort jedoch Kapazitäten schaffen, da es mit seinen 100 Plätzen voll ausgelastet ist.

 

Das geschieht laut Landrätin, indem man Menschen, die schon länger in Deutschland sind, dezentral in Wohnungen oder Wohngemeinschaften unterbringt. Als Standort dafür nennt Sojka unter anderem den ehemaligen Nachtklub in Altendorf und bestätigt damit einen entsprechenden OVZ-Bericht. "Außerdem gibt es eine Wohnungsgesellschaft, die in Altenburg ein Angebot gemacht hat", sagt die Linken-Politikerin.

 

Konkretere Angaben wolle sie dazu aber nicht machen. "Denn ich habe keine Lust, dass sich Nazis vor die Eingänge stellen und demonstrieren." Nach OVZ-Informationen handelt es sich dabei um die AWG Wohnungsgenossenschaft Altenburg, die ein Angebot im Stadtteil Nord gemacht hat. Bei der AWG war gestern allerdings niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

 

Zudem bekräftigte Sojka ihre ablehnende Haltung gegenüber einem zweiten Asylbewerberheim. "Ich möchte kein neues Heim", sagt sie. Zum einen stehe das der Integration entgegen. Zum anderen müsse man vieles, was damit zusammenhänge, extern ausschreiben und vergeben. "Dann ist aber ein normales Leben nicht mehr möglich. Daher mieten wir lieber Hauseingänge an und kümmern uns darum, wer da einziehen kann."

 

Flüchtlinge aus Syrien sind bisher jedenfalls keine im Altenburger Land angekommen. Auch die beiden vor einigen Wochen angekündigten Familien (OVZ berichtete) nicht. "Die Bereitschaft des Landkreises Altenburg zur Aufnahme syrischer Kontingentflüchtlinge wurde bei uns dankbar registriert", teilt Alexy mit. "Derzeit sind allerdings keine Personen konkret avisiert, die in den Landkreis kommen sollen." © Kommentar

Thomas Haegeler

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